Geschäftsbericht 2015

Mitarbeiter

Unsere Mitarbeiter leisten einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung unseres Konzerns. Daher legt die Salzgitter AG (SZAG) besonderen Wert auf eine motivierende Arbeitsumgebung, die es erlaubt, dass jeder seine Talente bestmöglich einbringt. Wir investieren gezielt in ein gesundes Arbeitsumfeld, bieten hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten an und fördern unsere Beschäftigten durch attraktive Entwicklungswege. So tragen wir dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit des Salzgitter-Konzerns angesichts der aktuellen unternehmerischen Herausforderungen und der veränderten demografischen Bedingungen zu erhalten.

Entwicklung der Belegschaft

31.12.201531.12.2014Veränderung
Stammbelegschaft Konzern1)23.52423.555–31
Geschäftsbereich Flachstahl
6.1306.192–62
Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl
2.9523.108–156
Geschäftsbereich Energie
4.8954.959–64
Geschäftsbereich Handel
1.8581.888–30
Geschäftsbereich Technologie
5.1464.899247
Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung
2.5432.50934
Ausbildungsverhältnisse1.4941.548–54
Passive Altersteilzeit44142615
Gesamtbelegschaft25.45925.529–70

Am 31. Dezember 2015 umfasste die Stammbelegschaft des Salzgitter-Konzerns 23.524 Mitarbeiter – das waren 31 Personen oder 0,1 % weniger als zum Ende des Geschäftsjahres 2014. Hier spiegelte sich die Umsetzung des Programms „Salzgitter AG 2015“ wider. Die Stammbelegschaft der Gesellschaften, die in das Programm einbezogen sind, hat sich um 311 reduziert. Davon resultieren 265 Personalanpassungen aus „Salzgitter AG 2015“. Gegenläufig wirkte die Neukonsolidierung beziehungsweise Verschmelzung diverser Konzerngesellschaften, wodurch insgesamt 194 Beschäftigte erstmals in der Personalstatistik erfasst wurden. Darüber hinaus haben wir die Zahl der Betriebsangehörigen überwiegend bei der Salzgitter Mannesmann Precisión S.A. de C.V. (MPM) und in den KHS-Auslandsgesellschaften aufgrund der Erweiterung der Aktivitäten und entsprechend der strategischen Ausrichtung weiter aufgestockt.

Der Vorstand der SZAG hat am 16. Juni 2015 beschlossen, den Geschäftsbetrieb der HSP Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP) einzustellen. Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen wurde hierzu am 14. Dezember 2015 mit der Arbeitnehmervertretung HSP ein Interessenausgleich und Sozialplan abgeschlossen. Von der Betriebsstilllegung sind zum 31. Dezember 2015 342 Mitarbeiter der HSP betroffen. Weitere Informationen hierzu enthält das Kapitel „Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie“.

Unter Berücksichtigung der Ausbildungsverhältnisse und der Personen in passiver Altersteilzeit umfasste die Gesamtbelegschaft des Salzgitter-Konzerns 25.459 Personen.

Ende des Jahres beschäftigten wir 830 Leiharbeitnehmer, dies entsprach 3,4 % der Summe aus Stamm- und Leiharbeitskräften. Dadurch verringerte sich die Anzahl der externen Leiharbeitnehmer gegenüber dem Vorjahr um 115. Am 31. Dezember 2015 befanden sich keine Belegschaftsmitglieder in Kurzarbeit.

Der Personalaufwand belief sich 2015 auf 1.674,8 Mio. € und lag damit 4,6 % über dem des Vorjahres. Erhöhend wirkten unter anderem die Erweiterung des Konsolidierungskreises sowie Tarifsteigerungen, Effekte des Reorganisationsprogramms „Salzgitter AG 2015“ hingegen kompensatorisch.

„Salzgitter AG 2015“
Die Umsetzung der auf Grundlage eines zwischen Vorstand und Arbeiternehmervertretung unter Begleitung der IG Metall abgeschlossenen Zukunftsvertrages und unternehmensspezifischer Vereinbarungen im Programm „Salzgitter AG 2015“ identifizierten Personaleffekte verläuft insgesamt wie geplant. Bis zum 31. Dezember 2015 sind 90,7 % des auf mehr als 1.500 Stellen im Konzern bezifferten Abbaupotenzials realisiert worden. Die Personalanpassungen werden weitestgehend sozialverträglich vorgenommen. Seit dem Programmstart waren die bestimmenden Instrumente der Abschluss von Aufhebungsverträgen und die Nutzung natürlicher Fluktuation. Strukturelle Schwerpunkte der Umsetzung lagen bei der Peiner Träger GmbH (PTG), der Salzgitter Mannesmann Precision-Gruppe (SMP-Gruppe) und der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG). 

Tarifabschlüsse im Inland
Die westdeutsche Stahlindustrie hat im Monat November einen Tarifabschluss geschlossen, der später im Tarifgebiet Ost übernommen worden ist. Die Einigung gilt für rund 57 % der inländischen Konzernmitarbeiter. Sie beinhaltet eine Erhöhung der Löhne und Gehälter sowie der Ausbildungsvergütungen um 2,3 % ab 1. Januar 2016. Für die Monate November und Dezember 2015 erfolgte eine Einmalzahlung von 200 €, Auszubildende bekamen 80 €. Der Vertrag kann frühestens zum 28. Februar 2017 gekündigt werden. Neben der Verlängerung der Tarifverträge zur Altersteilzeit, dem Einsatz von Werkverträgen und der Regelungen zur Übernahme von Auszubildenden, die bis 31. Januar 2019 gilt, wurde für Auszubildende die teilweise Übernahme der Kosten für notwendige Fahrten zwischen dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule vereinbart. Für die Beschäftigten der PTG wird die Tariferhöhung mit sechsmonatiger Verzögerung umgesetzt.

In der Metall- und Elektroindustrie ist am 24. Februar 2015 ein Pilotabschluss im Tarifgebiet Baden-Württemberg erzielt worden, den grundsätzlich auch das übrige Bundesgebiet übernommen hat. Der Abschluss gilt für gut 27 % der inländischen Konzernmitarbeiter und enthält eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 3,4 % ab 1. April 2015. Im März 2015 erhielten die Beschäftigten zusätzlich 150 € als Einmalzahlung, Auszubildende eine Pauschale von 55 €. Darüber hinaus ist der Tarifvertrag zur Altersteilzeit mit qualitativen Anpassungen bis 31. Dezember 2021 verlängert worden. Die Einigung hat eine Laufzeit bis 31. März 2016. 

Nachwuchssicherung
Für die SZAG ist die Berufsausbildung eine wichtige Zukunftsinvestition. Ende 2015 beschäftigten wir konzernweit 1.156 Auszubildende und Studierende im Praxisverbund. Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt im gewerblich-technischen Bereich mit insgesamt 28 Ausbildungsberufen. Hinzu kommen kaufmännische Berufe, IT und Logistik sowie duale Studiengänge. Außerdem bestanden 337 sonstige Ausbildungsverhältnisse mit Praktikanten, Werkstudenten und Trainees. Seit Jahren liegt die Ausbildungsquote des Salzgitter-Konzerns über dem eigenen Bedarf. So sichern wir nicht nur unseren Fachkräftenachwuchs, sondern leisten einen gesellschaftspolitischen Beitrag.

Den hohen Standard unserer Ausbildung belegen diverse Ehrungen durch die Industrie- und Handelskammern auf Kammer- sowie Landesebene. Diese zeichneten vergangenes Geschäftsjahr 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Berufsabschlussprüfungen aus dem Salzgitter-Konzern für herausragende Leistungen aus.

Neben den klassischen Ausbildungsgängen setzt die SZAG auf weitere langfristig angelegte Aktivitäten, um junge Talente für den Konzern zu gewinnen. Dazu gehören Hochschulkooperationen und Schulpartnerschaften, die teilweise länger als 20 Jahre bestehen. Zudem finden regelmäßig regionale Veranstaltungen statt, bei denen Schüler und Studenten die beruflichen Perspektiven in den Konzerngesellschaften kennenlernen können.

Ein besonderes Ereignis war 2015 die IdeenExpo, die wir erneut als Premiumsponsor und Aussteller unterstützten. Dieses Event richtet sich vorrangig an Jugendliche und Schüler, die kurz vor der Berufsentscheidung stehen. Über 350.000 Gäste besuchten die interaktive Veranstaltung rund um Naturwissenschaft und Technik, die vom 4. bis zum 12. Juli in Hannover stattfand. Die SZAG präsentierte den Werkstoff Stahl, seine Anwendungsfelder sowie innovative Produkte des Geschäftsbereiches Technologie und stellte das Spektrum der naturwissenschaftlich-technischen Berufsfelder sowie Einstiegsmöglichkeiten in den Konzern vor. Als Ergebnis dieser Aktivitäten zählt die SZAG im Jahr 2015 wieder zu den Top-100-Arbeitgebern für die Studierenden in den Studiengängen Ingenieur- und Naturwissenschaften. Auch bei den Praktikanten zählt die SZAG zu den Top-Arbeitgebern. 

Personalentwicklung
Personalentwicklung besitzt für uns traditionell einen hohen Stellenwert. Unsere Nachwuchs-, Fach- und Führungskräfte fördern wir durch ein konzernweites System umsetzungsorientierter und praxisrelevanter Programme. Diese bauen aufeinander auf und richten sich je nach Berufserfahrung und Dauer der Betriebszugehörigkeit an unterschiedliche Zielgruppen.

Als neuer Baustein unseres Personalentwicklungskonzepts startete 2015 der erste Turnus des Orientierungsprogramms „Karrierewege für Frauen“, das die Teilnehmerinnen bei der Entscheidung unterstützt, eine Fach- oder Führungslaufbahn im Konzern einzuschlagen. Es ergänzt das bereits 2012 eingeführte Mentoring-Programm für Frauen.

Arbeitssicherheit und Betriebliches Gesundheitsmanagement
Die Gesundheit unserer Mitarbeiter stellt ein hohes Gut dar. Es ist Teil unserer unternehmerischen Verantwortung, das Wohl und die körperliche Unversehrtheit unserer eigenen Beschäftigten sowie der Mitarbeiter von Partnerfirmen zu schützen. Selbstverständlich tragen wir diese Verantwortung ebenso gegenüber unseren Kunden, Lieferanten und weiteren Besuchern der Werksgelände. Aus diesem Verständnis heraus werden Arbeitssicherheit wie Betriebliches Gesundheitsmanagement konsequent betrieben und durchgängig umgesetzt.

Unsere Schwerpunkte im Arbeitsschutz liegen, wie auch in den vergangenen Jahren, auf Maßnahmen zur Minimierung der Gefahren am Arbeitsplatz sowie zur Einstellungs- und Verhaltensänderung der Mitarbeiter. Darüber hinaus optimieren wir unsere Strukturen und Prozesse kontinuierlich, um einen führenden Standard im Arbeitsschutz zu gewährleisten.

Eine sehr hohe Akzeptanz bei unseren Beschäftigten fand – beispielhaft genannt – die im Berichtsjahr gestartete Kampagne „Aus Liebe zum Stahl“, mit der es gelang, das Thema Arbeitssicherheit auf eine neue Weise in den Fokus zu rücken. Bewusst wurde eine positiv motivierende Darstellung gewählt, die zum Nachdenken und sicherheitsbewusstem Handeln anregte, aber auch die Einflussmöglichkeiten eines jeden Einzelnen verdeutlichte. Ursprünglich für den Campus Salzgitter vorgesehen, nutzen aufgrund des außerordentlich erfreulichen Echos nun weitere Gesellschaften des Konzerns die Kampagne.

In unserem Betrieblichen Gesundheitsmanagement setzen wir auf Maßnahmen zur Prävention und Früherkennung, die Förderung der gesundheitlichen Eigenverantwortung, die Schulung der Führungskräfte sowie unser mehrfach prämiertes betriebliches Rehabilitationskonzept. Dieses zeichnet sich durch eine Fokussierung auf Erkrankungsschwerpunkte und Problemlösungen mithilfe von Systemangeboten aus. 2015 haben wir bestehende Programme und Angebote optimiert und erweitert. Aufbauend auf unserem arbeitsplatzbezogenen betrieblichen Rehabilitationskonzept ist beispielsweise die Vernetzung mit internen und vor allem externen Gesundheitsexperten und -einrichtungen weiter perfektioniert worden. So können wir Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen und Erkrankungen noch schneller, zielgerichteter und erfolgreicher unterstützen.  

Kommunikation
Die konzernweite Mitarbeiterbefragung „IMPULS“ gibt Aufschluss über die Zufriedenheit im direkten Arbeitsumfeld sowie Stärken und Verbesserungspotenziale unseres Unternehmens aus Sicht der Mitarbeiter. Dieses Feedback trägt dazu bei, uns kontinuierlich zu verbessern und den Salzgitter-Konzern an veränderte Bedingungen anzupassen. Im November 2015 haben wir unsere Beschäftigten daher das dritte Mal nach 2007 und 2011 zu ihrer Arbeitssituation, ihrer Zufriedenheit und ihrer Einstellung gegenüber dem Unternehmen befragt. Die diesjährige Befragung wurde außerdem genutzt, um Rückmeldungen unserer Mitarbeiter zum Reorganisationsprogramm „Salzgitter AG 2015“ und die Bedeutung der Werte unseres Leitbilds YOUNITED einzuholen. Mehr als 22.000 Beschäftigte in 73 Gesellschaften des Salzgitter-Konzerns, 34 davon im Ausland, waren aufgerufen, an der Erhebung teilzunehmen. Detaillierte Ergebnisse werden 2016 vorliegen, aus denen konkrete Veränderungen auf allen Ebenen des Konzerns abgeleitet werden sollen.

Mit dem jährlichen Konzernforum informieren wir unsere Top-Führungskräfte über aktuelle Themen innerhalb des Unternehmens. Im Berichtsjahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Es geht… – Unser 360°-Konzept auf Erfolgskurs!“. Dessen Kernelemente dienen dem Ziel, die Profitabilität der SZAG nachhaltig zu steigern und unsere unternehmerische Eigenständigkeit zu wahren. Weitere Informationen dazu enthält das Kapitel „Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie“. Auf dem Konzernforum stellte der Vorstand den aktuellen Stand der Umsetzung des 360°-Konzepts vor. Diverse Vorträge aus den einzelnen Geschäftsbereichen gaben Einblicke in konkrete Projekte und Prozesse zu diesem Thema. Einen besonderen Akzent setzte der Gastvortrag von Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, zu „Industrie 4.0 – Revolution oder Evolution“. Insgesamt nahmen 317 Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte aus In- und Auslandsgesellschaften am Konzernforum teil. 

Leitbild YOUNITED
Klare Werte sind aus unserer Sicht eine Voraussetzung, um unser Unternehmen weiterzuentwickeln, und stellen den Leitfaden für das tägliche Handeln dar. Die zentralen Werte der SZAG und weitere Prinzipien unserer unternehmerischen Tätigkeit werden im Konzernleitbild YOUNITED formuliert. Damit dieses bestmöglich verankert wird und alle Mitarbeiter intensiv einbezogen werden, machen wir die sechs grundlegenden Werte nacheinander als „Wert des Jahres“ durch Initiativen erlebbar. Die erste Initiative, der konzernweite Ideenwettbewerb zum Wert „Innovation“, wurde 2015 abgeschlossen und traf mit 3.933 eingereichten Ideen auf überaus große Resonanz. Prämiert wurden innovative Ansätze in allen Bereichen der Produktions- und Verwaltungsprozesse, der Organisation sowie des Produkt- und Dienstleistungsspektrums. Der neue Wert des Jahres 2015/2016 „Nachhaltigkeit“ zielt darauf ab, den „großen und kleinen Verschwendungen“ im Salzgitter-Konzern auf die Spur zu kommen. Konzernweit rufen die Führungskräfte Teammaßnahmen ins Leben, die dazu dienen, gemeinsam Potenziale für nachhaltigeres Wirtschaften zu suchen und auszuschöpfen.