Investor Relations

Bericht des Aufsichtsrats

Nach drei höchst unbefriedigenden Jahren erzielte der Salzgitter-Konzern 2015 wieder ein positives Ergebnis vor Steuern. Das Restrukturierungsprogramm „Salzgitter AG 2015“ trug deutlich dazu bei. Dennoch sind weitere, punktuelle strukturverbessernde Maßnahmen erforderlich. Die massive Zunahme von Walzstahl-Billigimporten aus China im zweiten Halbjahr aufgrund dortiger Überkapazitäten verhinderte bei Flachstahl und Grobblech bessere Resultate. Die zunehmende Belastung der Konzernaktivitäten durch klima- und energiepolitische Maßnahmen sowie die damit verbundenen Wettbewerbsnachteile stellen eine große Herausforderung dar. Die Bewältigung all dessen wird unter anderem eine gesteigerte interne Veränderungsbereitschaft erfordern, um die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens zu erhalten.

Überwachung und Beratung des Vorstands bei der Führung der Geschäfte
Der Aufsichtsrat ließ sich kontinuierlich über die Lage des Konzerns und den Geschäftsverlauf berichten. In vier Sitzungen beriet er mit dem Vorstand die Perspektiven und Risiken. Geschäftsvorgänge, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedurften, sowie Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der Unternehmensplanung wurden eingehend hinterfragt und diskutiert. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ließ sich darüber hinaus auch außerhalb der Sitzungen regelmäßig vom Vorsitzenden des Vorstands über aktuelle Themen informieren.

Die Teilnahmequote bei den Sitzungen des Aufsichtsrats überschritt 90 %. Weder Aufsichtsratsmitglieder noch Vorstandsmitglieder haben dem Aufsichtsrat Interessenkonflikte angezeigt.

Beratungsschwerpunkte im Aufsichtsrat
Das Hauptaugenmerk des Aufsichtsrats lag 2015 auf einer nachhaltigen Verbesserung der Ergebnisperformance in allen Geschäftsbereichen. Dazu ließ er sich insbesondere regelmäßig über die Fortschritte bei der Umsetzung der Maßnahmen des Restrukturierungsprogramms „Salzgitter AG 2015“ berichten. Ebenso beschäftigten wir uns mit den Auswirkungen der Suspendierung des South-Stream-Pipelineprojekts auf den Konzern und berieten über die Aufgabe des Produktbereiches Spundwand, die nach vergeblichen Restrukturierungsversuchen aufgrund der anhaltend unauskömmlichen Marktnachfrage unausweichlich war. Ein weiteres zentrales Thema unserer Beratungen bildeten die möglicherweise mittelfristig auf den Konzern zukommenden weiteren massiven Belastungen und damit verbundenen signifikanten Nachteile gegenüber außereuropäischen Wettbewerbern durch klima- und energiepolitische Maßnahmen. Diese finden sich unter anderem konkretisiert in dem Entwurf der Europäischen Kommission für eine neue, ab 2021 gültige europäische Emissionshandelsrichtlinie. Sollte dieser Entwurf unverändert in Kraft treten, könnte die Salzgitter AG (SZAG) – wie auch die anderen europäischen Stahl-unternehmen – in ihrer Existenz bedroht sein. In seiner Dezember-Sitzung beschäftigte sich der Aufsichtsrat hauptsächlich mit der Unternehmensplanung für die Geschäftsjahre 2016 bis 2018.

Arbeit der Ausschüsse
Zur Vorbereitung seiner Beratungen und Entscheidungen hat der Aufsichtsrat ein Präsidium, einen Prüfungs-, einen Strategie- und einen Nominierungsausschuss gebildet.

Das Präsidium trat im Geschäftsjahr viermal zusammen. Zu den Themen dieser Sitzungen gehörten wichtige Fragen des Geschäftsverlaufs, der Umsetzungsstand des Restrukturierungsprogramms „Salzgitter AG 2015“, die Vergütung von Vorstandsmitgliedern und Geschäftsbereichsleitern sowie die Nachfolgeregelung in der Leitung des Geschäftsbereiches Energie.

Der Prüfungsausschuss hielt im Berichtszeitraum vier Sitzungen ab. Neben dem Vorschlag zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2015 erörterte er mit dem Vorstand die im Jahresverlauf veröffentlichten quartalsweisen Zwischenberichte des Unternehmens, bereitete die Prüfung und Feststellung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2015 durch den Aufsichtsrat vor sowie dessen Dividendenvorschlag. Des Weiteren befasste sich das Gremium insbesondere mit dem Rechnungslegungsprozess, mit der Wirksamkeit der Systeme der internen Kontrolle, der internen Revision und des Risikomanagements sowie mit der Compliance. Der Prüfungsausschuss berichtete jeweils dem Gesamtaufsichtsrat über das Ergebnis seiner Beratungen.

Der Strategieausschuss tagte im Berichtszeitraum einmal. Er diskutierte mit dem Vorstand die Strategie des Unternehmens mit Blick auf die möglicherweise gravierenden Auswirkungen der aktuellen Umwelt- und Energiepolitik auf den Konzern, ließ sich über die kommerziellen wie technischen Optionen informieren und beriet die Handlungsmöglichkeiten.

Der Nominierungsausschuss trat dreimal zusammen und beriet Fragen der künftigen Zusammensetzung des Aufsichtsrats.

Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung

In der Sitzung am 17. März 2016 beschäftigten wir uns intensiv mit dem Jahresabschluss der SZAG und dem Konzernabschluss jeweils zum 31. Dezember 2015 sowie dem gemeinsamen Lagebericht der Aktiengesellschaft und des Konzerns über das Geschäftsjahr 2015. Zuvor hatte der von der Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, beide Abschlüsse geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Er testierte die Übereinstimmung der Bilanzierung, Bewertung und Konsolidierung im Konzernabschluss mit den International Financial Reporting Standards (IFRS). Darüber hinaus bestätigte der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Beurteilung des Risikofrüherkennungssystems, dass der Vorstand die nach dem Aktiengesetz geforderten Maßnahmen getroffen hat, um Risiken frühzeitig zu erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Der Jahresabschluss der SZAG, der Konzernabschluss, der gemeinsame Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns, der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben uns zur Prüfung vorgelegen. An der Beratung des Jahres- und des Konzernabschlusses nahmen Vertreter des Abschlussprüfers teil und erläuterten ihre wesentlichen Ergebnisse.

Unsere Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des gemeinsamen Lageberichts ergab keine Einwände. Wir stimmten daher dem Ergebnis der Prüfung seitens des Abschlussprüfers zu und billigten den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands bezüglich der Verwendung des Bilanzgewinns schlossen wir uns an.

Veränderungen im Aufsichtsrat
Herr Thomas Lehne, Vertreter der Arbeitnehmer, hat sein Mandat zum 28. Februar 2015 niedergelegt. In gleicher Weise schied Herr Dr. Johannes Teyssen, Vertreter der Anteilseigner, zum 15. September 2015 aus dem Aufsichtsrat aus. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Lehne und Herrn Dr. Teyssen für ihre Tätigkeit zum Wohle des Unternehmens. Als Nachfolgerin von Herrn Lehne bestellte das Amtsgericht Braunschweig mit Wirkung vom 1. März 2015 Frau Gabriele Handke zum Aufsichtsratsmitglied, als Nachfolger von Herrn Dr. Teyssen mit Wirkung zum 16. September 2015 Herrn Heinz-Gerhard Wente.

Veränderungen im Vorstand
Veränderungen im Vorstand traten nicht ein. Herr Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jörg Fuhrmann wurde vom Aufsichtsrat für den Zeitraum vom 1. Juli 2016 bis zum 30. Juni 2021 erneut zum Vorsitzenden des Vorstands bestellt. Ebenso ist Herr Burkhard Becker für den Zeitraum vom 1. Februar 2016 bis zum 31. Januar 2021 erneut zum Finanzvorstand bestellt worden.

Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Konzerns für die von ihnen geleistete Arbeit und ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2015.

Salzgitter, 17. März 2016

Der Aufsichtsrat

 

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