Zusammenfassung

Halbjahresergebnis von Strukturkrise der europäischen Stahlindustrie belastet - Programm „Salzgitter AG 2015“ generiert 200 Mio. € Ergebnispotenzial p.a.

Im ersten Halbjahr 2013 war die Geschäftsentwicklung des Salzgitter-Konzerns spürbar von der Strukturkrise der europäischen Stahlindustrie geprägt. Ein extrem verschärfter Wettbewerb, der aus der fortdauernden Unterauslastung zahlreicher südeuropäischer Produzenten resultiert, drückt die erzielbaren Absatzpreise für die meisten Walzstahlerzeugnisse unter deren Herstellkosten. Dabei sind die von der Bauindustrie verarbeiteten Profilstahlprodukte am härtesten betroffen. In diesem Umfeld verzeichnete der Unternehmensbereich Stahl einen hohen Verlust, der maßgeblich eine Abschreibung auf das Anlagevermögen der Peiner Träger GmbH (PTG) umfasst. Sie war aufgrund der anhaltend unbefriedigenden Ertragsaussichten des Trägergeschäfts erforderlich. Zusätzliche Ergebnisbelastungen ergaben sich aus einem eklatanten Auftragsmangel im Großrohrgeschäft des Röhrensegments.

  • Außenumsatz: verringert um 7 % auf 4.977,3 Mio. €
  • Ergebnis vor Steuern: –298,7 Mio. €; enthält 185,0 Mio. € Abschreibungen auf das PTG-Anlagevermögen (Impairment) sowie 54,2 Mio. € negativen Nachsteuer-Ergebnisbeitrag der at equity einbezogenen 25 %- Beteiligung an der Aurubis AG
  • Nachsteuerergebnis: belief sich auf -315,2 Mio. €
  • Ergebnis je Aktie (unverwässert): –5,87 €
  • Nettoguthaben: betrug 375 Mio. €
  • Eigenkapitalquote: 38,6 %

Geschäftsverlauf der Unternehmensbereiche:

  • Stahl: Gesellschaften standen unter erheblichstem Wettbewerbsdruck, Außenumsatz wegen schwacher Absatzpreise unter Vorjahr, 260,5 Mio. € Vorsteuerverlust enthält 185,0 Mio. € Abschreibungen auf das Anlagevermögen der PTG (Impairment)
  • Handel: Absatz dank sehr guter Mengen des internationalen Tradings stabil, Außenumsatz wegen des niedrigeren Preisniveaus um 15 % gesunken, vorzeigbare 19,6 Mio. € Gewinn vor Steuern
  • Röhren: Absatz leicht unterhalb des Levels des Vorjahres, höhere Großrohrmengen konnten den geringeren Versand an Präzis- und HFI-geschweißten Rohren nicht kompensieren, Außenumsatz etwas über dem Vergleichswert, negatives Vorsteuerergebnis vor allem aufgrund der weiterhin unbefriedigenden Auftrags- und Beschäftigungslage der europäischen Großrohrwerke
  • Dienstleistungen: Außenumsatz und Vorsteuerergebnis unter Vorjahr, zurückzuführen insbesondere auf die geringere Beschäftigung von Dienstleistern für die Stahlproduktion
  • Technologie: Restrukturierungsprogramm „Fit4Future“ zeigt nachhaltige Wirkung, Außenumsatz legt zu, verdoppeltes Vorsteuerresultat gegenüber Vergleichsperiode
  • Sonstiges/Konsolidierung: negatives Vorsteuerresultat enthält –54,2 Mio. € Nachsteuerergebnis der at equity einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG

Prognose: Die negativen Ergebniseinflüsse im Abschluss des ersten Halbjahres 2013 und der zu erwartende operative Geschäftsverlauf erforderten eine Anpassung der Ergebnisprognose. Der Salzgitter- Konzern erwartet nunmehr für das Geschäftsjahr 2013 einen gegenüber dem Vorjahr geringfügig niedrigeren Umsatz sowie ein negatives Ergebnis vor Steuern in der Größenordnung von 400 Mio. €. Wie bereits angekündigt, werden gegebenenfalls noch – zunächst belastende – Einmaleffekte aus der Umsetzung des Konzernprojektes „Salzgitter AG 2015“ hinzukommen.