Besondere Vorgänge

„Salzgitter AG 2015“

Um auch unter den erschwerten Rahmenbedingungen von Märkten und Wettbewerb eine akzeptable Ergebnisperformance zu erreichen, wurde im Herbst 2012 das Restrukturierungsprogramm „Salzgitter AG 2015“ initiiert. Mittlerweile ist eine Vielzahl konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der Aufbau- und Ablauforganisation definiert worden, die nun zur Umsetzung anstehen oder sich bereits in Realisierung befinden. So investiert die Salzgitter Flachstahl GmbH 70 Mio. € in den Bau einer Kohleeinblasanlage, um die Kosten der Metallurgie zu reduzieren. Unter den derzeitigen Gegebenheiten ergäbe sich eine Amortisationszeit von nur zwei Jahren. Das insgesamt identifizierte und mit Projekten unterlegte Ergebnisverbesserungspotenzial im Konzern beläuft sich auf über 200 Mio. € p.a. Es resultiert zu etwas mehr als der Hälfte aus der Weiterentwicklung technischer Prozesse sowie aus Initiativen in den Bereichen Logistik, Beschaffung und Datenverarbeitung; zum anderen aus einer Personalreduzierung oberhalb von 1.500 Stellen. Für die personalbezogenen Maßnahmen ist zwischen dem Unternehmen, dem Konzernbetriebsrat und der IG Metall eine als „Zukunftsvertrag“ bezeichnete Rahmenvereinbarung verhandelt worden, deren formaler Abschluss in Kürze erfolgen soll. Die Reorganisation hat neben notwendigen kapazitiven Anpassungen und Straffungen von überwiegend administrativen Prozessabläufen zum Ziel, die Innovations- und Kundenorientierung des Konzerns und seiner Gesellschaften spürbar zu stärken.

Schrottpreisanhänger

Die Peiner Träger GmbH (PTG) hat angekündigt ab dem 1. September 2013 wieder einen Schrottpreisanhänger für ihre Produkte einzuführen. Der Schrottpreisanhänger, der sich an der Marktpreisentwicklung für Stahlschrotte orientiert und somit eine variable Komponente der Absatzpreise darstellt, war Ende 2010 ausgesetzt worden. Die genauen Modalitäten der neuen Preisgestaltung wird die PTG im August bekannt geben.

Erwerb von Eisenerzabbaurechten

Zum Erwerb von Rechten zum Abbau von Eisenerz in Niedersachsen wurde mit der Preussag Immobilien GmbH, einer Konzerngesellschaft der TUI AG, ein Kauf- und Übertragungsvertrag geschlossen. Schwerpunkte des in den 1950er Jahren näher erkundeten Eisenerzvorkommens sind unter anderem die Regionen Salzgitter, Peine und das Gebiet zwischen Salzgitter und Gifhorn, der Gifhorner Graben. Die seinerzeit verliehenen Bergrechte gewähren das ausschließliche Recht, Eisenerz abzubauen. Es handelt sich um 236 Bergwerksfelder mit einem Gesamtflächeninhalt von weit mehr als 500 km2 und das bedeutendste Eisenerzvorkommen Deutschlands.
Aufgrund der Bedingungen zum Bezug von Eisenerz auf dem Weltmarkt im Vergleich zu den Kosten inländischer Förderung und Aufbereitung sind die Abbaurechte derzeit nicht wirtschaftlich nutzbar. Dementsprechend ist nicht beabsichtigt, in absehbarer Zeit davon Gebrauch zu machen. Der exorbitante Preisanstieg für Eisenerz in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts hat allerdings gezeigt, dass eine künftige Nutzung heimischen Eisenerzes nicht völlig ausgeschlossen sein muss. Im Sinne langfristiger Daseinsvorsorge haben wir dafür die Rechte zu einem Kaufpreis von einem Euro sowie der Übernahme von Sicherungspflichten erworben.