Investitionen

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2013 blieben die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit 139,7 Mio. € unterhalb der Vergleichsperiode (149,6 Mio. €). Insgesamt beliefen sich die Abschreibungen auf 359,6 Mio. €, darin enthalten sind 185 Mio. € Wertanpassungen des Anlagevermögens (Impairment). Die planmäßigen Abschreibungen betrugen 174,6 € und waren damit etwas höher als im Vorjahr (170,6 Mio. €) und übertrafen die Investitionssumme des Berichtszeitraumes deutlich.

Investitionsschwerpunkte im Jahr 2013 der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) liegen in der Optimierung vorhandener Anlagen und bei Umweltschutzmaßnahmen. Dazu wurden im ersten Halbjahr folgende Projekte vorangebracht:

Um die Kosten der Metallurgie zu reduzieren, investiert die SZFG 70 Mio. € in den Bau einer Kohlemahltrocknungs- und -einblasanlage. Unter den derzeitigen Gegebenheiten errechnet sich eine Amortisationszeit von circa zwei Jahren. Grundlage für die hohe Wirtschaftlichkeit ist die Substitution von Öl und Fremdkoks durch günstigere Staubkohle. Diese wird in der Kohlemahltrocknungsanlage erzeugt und anschließend in die Hochöfen eingeblasen. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für das Jahr 2015 geplant.

Die Tandemstraße wird um eine Einlaufgruppe ergänzt, die einen Bandspeicher und eine Schweißmaschine umfasst. Sie erlaubt einen teilkontinuierlichen Walzbetrieb und optimiert auf diese Weise sowohl die Anlageneffizienz als auch die Qualität der erzeugten Produkte. Die benötigten Maschinen wurden montiert und die Funktionstests durchgeführt. Derzeit läuft die Anlage parallel zur bestehenden Tandemstraße im Probebetrieb, um den reibungslosen Anschluss für das vierte Quartal vorzubereiten.

Für das Projekt „Ersatz Konverter A“ wurde die Fertigung der Komponenten abgeschlossen. Die Vorbereitungen für den Umbau im dritten Quartal laufen wie beabsichtig. Die Maßnahme umfasst die Vergrößerung des Gefäßes um rund 50 m³ und die Verbesserung des Antriebskonzepts. Ziel ist die Optimierung der Erzeugungsmenge bei verringerten Betriebskosten.

Bei der Peiner Träger GmbH (PTG) wurden im Berichtszeitraum ausschließlich Ersatzinvestitionen zur Aufrechterhaltung des Betriebs getätigt.

Das Investitionsvorhaben „ILG 2015“ der Ilsenburger Grobblech GmbH (ILG) zur Erhöhung der Einsatzmenge dicker Brammen (350 mm starkes Vormaterial) befindet sich in der Realisierungsphase. Ein Großteil der Maßnahmen soll zum Ende des Jahres 2013 abgeschlossen sein.

Die Investitionstätigkeit des Handelsbereiches richtet sich 2013 hauptsächlich auf die Modernisierung bestehender und auf den Erwerb neuer Anlagen. Darüber hinaus wurde mit dem Bau einer Halle am Standort Friesland der niederländischen Gesellschaft Salzgitter Mannesmann Staalhandel B.V. (SMNL) zur Sicherung des Profilgeschäfts sowie des Ausbaus des Handels mit Flachprodukten begonnen. Die Fertigstellung ist im zweiten Halbjahr 2013 vorgesehen.

Neben dem Anlagenersatz dienen die Investitionen der Röhrensparte im Geschäftsjahr 2013 vor allem der Optimierung der Produktqualität. Bei der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (MGB) hat die neue Querteilschere die Großserienfertigung pünktlich aufgenommen. Durch die zeitweilig verfahrene Kurzarbeit verzögert sich die Hochlaufkurve um einige Wochen. Das neue Aggregat erfüllt aber bereits jetzt die spezifizierten Erwartungen an die Produktqualität.

Unternehmensbereich Dienstleistungen: Im Rahmen der Standardisierung und Modernisierung ihres Lokparks hat die VPS Verkehrsbetriebe-Peine-Salzgitter GmbH (VPS) von insgesamt 40 bestellten Einheiten in Vorjahren bereits 18 Stück erhalten. 2013 ist der Zugang weiterer acht Lokomotiven geplant, von denen inzwischen vier eingetroffen sind.

Der Unternehmensbereich Technologie konzentriert sich auch 2013 auf Ersatz- und Rationalisierungsmaßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der KHS-Gruppe nachhaltig zu verbessern. Zur Prozessoptimierung werden derzeit IT-Projekte in Deutschland und den Auslandsgesellschaften durchgeführt.

Mit dem „Produktkonfigurator“ wurde bereits 2012 ein weitreichendes Projekt für die softwarebasierte Konfiguration der KHS-Produkte und Verpackungslinien gestartet. Diese soll künftig auf Basis hoch standardisierter Produkte und Prozesse eine noch effizientere Angebotserstellung sowie Auftragsabwicklung ermöglichen. Die Implementierung erfolgt dabei in enger Abstimmung mit dem Customer- Relationship-Management (CRM) System. In den einzelnen Competence Centern wurde mit dem Aufbau der Produkt- und Beziehungsdaten begonnen. Die Fertigstellung erster Maschinenkonfigurationen ist für Ende 2013 geplant.

Nachdem im Werk Kleve der KHS GmbH bereits erfolgreich eine Fließfertigung eingeführt wurde, mit deren Hilfe die Montagezeiten und Logistikkosten erheblich reduziert werden, wird nunmehr dieses Produktionskonzept im Werk Worms übernommen.