Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Eine durchgreifende wirtschaftliche Erholung der Eurozone ist nach wie vor nicht erkennbar. Dementsprechend dürften sich die Rahmenbedingungen für die Geschäftsaktivitäten des Salzgitter-Konzerns in den kommenden Monaten nicht wesentlich verbessern. Aus diesem Grunde konzentrieren wir uns prioritär auf die Umsetzung der internen Projekte zur Sicherstellung der mittel- bis langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns im Zuge des Programms „Salzgitter AG 2015“.

Eine Wiederbelebung der Bautätigkeit in Südeuropa sowie ein nennenswerter Aufschwung der Automobilmärkte in der EU sind kurz- bis mittelfristig nicht erkennbar. Daher dürfte die Kluft zwischen den nordund südeuropäischen Stahlmärkten hinsichtlich Nachfrage und Angebot bestehen bleiben, sodass sich die hohe Wettbewerbsintensität sowie der daraus abgeleitete Preisdruck fortsetzen werden. Da nicht zu erwarten ist, dass die Rohstoffkosten wesentlich zur Entlastung beitragen, antizipiert der Unternehmensbereich Stahl für das Gesamtjahr 2013 rückläufige Umsätze sowie ein klar negatives Ergebnis vor Steuern.

Die Handelssparte prognostiziert für das internationale Trading in den kommenden Monaten eine Normalisierung des zuletzt sehr lebhaften Projektgeschäfts, während im lagerhaltenden Handel infolge einer möglichen zyklischen Nachfragebelebung bei stabilerer Preissituation Ergebnischancen gesehen werden. Bei leicht sinkendem Umsatz erscheint ein zweistelliger Millionengewinn weiterhin realisierbar.

Die seit Beginn des zweiten Quartals bestehende, erhebliche Unterbeschäftigung im europäischen Großrohrgeschäft des Unternehmensbereiches Röhren wird im weiteren Jahresverlauf andauern. Somit wird die Kurzarbeit voraussichtlich bis Ende des Jahres bestehen bleiben. Bei den HFI-geschweißten Rohren sowie im Präzisrohrsegment ist nicht mit einer signifikanten Stärkung des Bestellvolumens zu rechnen. Der Bereich nahtlose Edelstahlrohre dürfte hingegen seine gute Performance fortsetzen. Insgesamt werden für das Geschäftsjahr 2013 allenfalls stabile Umsätze sowie ein Vorsteuerverlust im mittleren bis oberen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwartet.

Das Dienstleistungssegment prognostiziert Umsätze auf Vorjahresniveau und eine Reduzierung des Gewinns vor Steuern gegenüber 2012.

Der Unternehmensbereich Technologie geht angesichts der weiterhin guten Auslastung von einer Fortdauer der positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus. Unterstützend hierbei wird das 2011 eingeleitete und seitdem konsequent realisierte „Fit4Future“-Programm der KHS-Gruppe wirken.

Aufgrund der stichtagsbezogenen negativen Bewertungseffekte im Ergebnis der Aurubis AG NAAG) zum 30 Juni 2013 besteht das Risiko, dass deren Ergebnisbeitrag für das Salzgitter-Konzernergebnis im Gesamtgeschäftsjahr nicht in der ursprünglich erwarteten Größenordnung ausfallen könnte. Die Marktpreisentwicklung für Kupfer und andere Metalle wird hierfür ausschlaggebend sein. Die negativen Ergebniseinflüsse im Abschluss des ersten Halbjahres 2013 und der zu erwartende operative Geschäftsverlauf erforderten eine Anpassung der Ergebnisprognose. Der Salzgitter-Konzern erwartet nunmehr für das Geschäftsjahr 2013 einen gegenüber dem Vorjahr geringfügig niedrigeren Umsatz sowie ein negatives Ergebnis vor Steuern in der Größenordnung von 400 Mio. €. Wie bereits angekündigt, werden gegebenenfalls noch – zunächst belastende – Einmaleffekte aus der Umsetzung des Konzernprojektes „Salzgitter AG 2015“ hinzukommen.

Wir weisen darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreisund Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungsparitäten den Verlauf der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2013 erheblich beeinflussen können. Die hieraus resultierende Schwankungsbreite des Konzernergebnisses vor Steuern kann ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch positiver Richtung annehmen. Die Dimension dessen wird deutlich, wenn man unterstellt, dass bei für den Rest des Geschäftsjahres noch etwa 6 Mio. t abzusetzenden Stahlerzeugnissen der Unternehmensbereiche Stahl, Handel und Röhren im Schnitt 20 € Margenverlust pro Tonne bereits ausreichen, um 120 Mio. € Ergebnisvarianz zu verursachen. Darüber hinaus begrenzen Volatilitäten sowie kürzere Vertragslaufzeiten sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite die Planungssicherheit des Unternehmens.