Unternehmensbereich Röhren

    Q2 2013 Q2 2012 H1 2013 H1 2012
Auftragseingang Mio. € 311,6 390,7 688,7 1.141,6
Auftragsbestand per 30.06. Mio. €     615,2 1.069,0
Segmentumsatz1) Mio. € 497,0 564,2 982,6 1.040,9
Außenumsatz Mio. € 419,9 401,5 820,7 790,5
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € -12,5 17,9 -25,0 8,3
1) inklusive Umsatz mit anderen Unternehmensbereichen
Der Unternehmensbereich Röhren verfügt auf drei Kontinenten über zahlreiche Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, die sowohl geschweißte als auch nahtlose Stahlrohre herstellen und weiterverarbeiten. Die Produktpalette umfasst im Wesentlichen Leitungsrohre aller Durchmesser – von Gaspipelines bis zu Einspritzrohren für Dieselmotoren, rostfreie Ölfeld- und Kesselrohre, Präzisrohre und kaltgefertigte Rohre für den Automobil- und Maschinenbau sowie Konstruktionsrohre verschiedener Querschnitte.

Die weltweite Stahlrohrproduktion hat sich in den ersten sechs Monaten 2013 im Vergleich zum Vorjahr leicht abgeschwächt. Insbesondere in den USA fiel die Nachfrage des wichtigen Öl- und Gassektors geringer aus als ein Jahr zuvor, da Bestände abgebaut wurden und hohe Liefermengen aus Drittländern auf den Markt drängten. Im Energiesektor werden frühere Absatzmärkte europäischer Anbieter, wie Russland und China, zunehmend zu Selbstversorgern und Wettbewerbern auf Drittmärkten. Der Maschinenbau verzeichnete im Berichtszeitraum eine stabile Entwicklung, während die Nachfrage aus der Automobilindustrie nach Präzisionsstahlrohren insgesamt hinter den Erwartungen zurückblieb. Dabei divergierte sie weiterhin stark zwischen deutschen Premiumherstellern und vorwiegend im niedrigeren Preissegment angesiedelten Produzenten beispielsweise aus Südeuropa.

Nach dem schwierigen Jahresauftakt hat sich auch im zweiten Quartal die Auftragslage des Unternehmensbereiches Röhren nicht verbessert: Der Auftragseingang erreichte nur 60 % des hohen Vorjahreswertes, der allerdings den Großauftrag für die australische Erdgaspipeline Ichthys bei der EUROPIPE GmbH (EP) enthielt. Auch die Verminderung des Orderbestandes ist vor allem auf einen erheblichen Rückgang der Bestellungen im Großrohrbereich zurückzuführen.

Der Absatz kam leicht unter dem Level des Vorjahreszeitraumes aus, da höhere, aber immer noch unauskömmliche Großrohrmengen den geringeren Versand von Präzis- und HFI-geschweißten Rohren nicht ausgleichen konnten. Demzufolge sowie erlösbedingt erreichte der Segmentumsatz nicht den Vorjahreswert. Der Außenumsatz rangierte etwas über dem 2012er Niveau.

Insbesondere aufgrund der unbefriedigenden Auftrags- und Beschäftigungslage der europäischen Werke der Großrohrsparte, aber auch des Präzisrohrsegments sowie in weiten Teilen unter Druck stehender Erlöse verzeichnete der Unternehmensbereich Röhren einen Vorsteuerverlust von 25,0 Mio. € (Gewinn vor Steuern Vorjahr: 8,3 Mio. €). Mit Ausnahme des Bereiches nahtlose Edelstahlrohre wiesen alle Produktgruppen rückläufige Ergebnisse aus.

Segmentumsatz

EBT

Geschäftsverlauf der Produktbereiche:

Der Auftragseingang des Produktbereiches Großrohre erreichte im ersten Halbjahr 2013 nur knapp ein Drittel des Vorjahreswertes, der vom Australien-Auftrag geprägt war. In gleichem Maße verringerte sich auch der Orderbestand. Versand und Umsatz lagen – hauptsächlich wegen der Auslieferung des australischen Auftrags – signifikant über den äußerst schwachen Vorjahreswerten. Zwar haben sich die Perspektiven für die US-Gesellschaften deutlich aufgehellt, in den europäischen Werken hingegen führten fehlende Anschlussaufträge zu einer unbefriedigenden Beschäftigungssituation und erforderten in Mülheim im zweiten Quartal 2013 Kurzarbeit. Infolgedessen sowie angesichts nicht zufriedenstellender Erlöse bei Drittaufträgen der Salzgitter Mannesmann Grobblech (MGB) wies die Großrohrsparte einen erheblichen Vorsteuerverlust aus.

Nach einem zufriedenstellenden Jahresbeginn entwickelten sich sowohl das Projekt- als auch das Standardgeschäft im Bereich der HFI-geschweißten Rohre sehr zurückhaltend. Der Ordereingang lag daher spürbar unter dem überdurchschnittlichen Niveau des ersten Halbjahres 2012; der Auftragsbestand stellte den Vorjahreswert ebenfalls nicht ein. Absatz und Umsatz blieben aufgrund der Produktion wesentlicher Projektmengen auf Lager, die erst seit dem zweiten Quartal ausgeliefert werden, deutlich zurück. Die Gesellschaft erwirtschaftete ein ausgeglichenes Ergebnis vor Steuern.

Der zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres von einer starken Kaufzurückhaltung geprägte Präzisrohrmarkt verzeichnete im ersten Halbjahr 2013 in Deutschland – überwiegend getragen von den exportstarken Premium-Automobilherstellern – einen leichten Nachfrageanstieg,. Auch der französische Automobilmarkt legte geringfügig zu, wenn auch auf einem anhaltend schwachen Niveau. Dies resultierte bei der Salzgitter Mannesmann Precision-Gruppe (SMP-Gruppe) in einem über dem niedrigen Vorjahreslevel liegenden Auftragseingang. Der Orderbestand kam jedoch unter dem Wert der Vergleichsperiode aus. Da die vorhandenen Produktionskapazitäten der SMP-Gruppe – ebenso wie die der Wettbewerber – unterausgelastet sind, musste im ersten Halbjahr 2013 in einzelnen Werken Kurzarbeit verfahren werden. Neben gesunkenen Versandmengen spiegeln die niedrigeren Umsatzerlöse und der nochmals gestiegene Vorsteuerverlust auch den sehr intensiven Preiswettbewerb im Markt wider. 2013 wird im Rahmen des Programms „Salzgitter AG 2015“ die Ablauf- und Aufbauorganisation der Präzisrohrgruppe weiter gestrafft. Dafür wurde mit Wirkung zum 30. April 2013 die Salzgitter Mannesmann Präzisrohr GmbH (MPR) auf die Salzgitter Mannesmann Precision GmbH (SMP) verschmolzen.

Die saisonale Abschwächung im zweiten Quartal 2013 im Bereich der nahtlosen Edelstahlrohre und eine zuletzt deutliche Zurückhaltung des deutschen lagerhaltenden Handels schlugen sich bei der Salzgitter Mannesmann Stainless Tubes-Gruppe (MST-Gruppe) in einem rückläufigen Ordereingang nieder. Auch der Auftragsbestand kam unter dem außergewöhnlich starken Vorjahreswert aus. Der Absatz übertraf dennoch die bereits gute Tonnage der Vergleichsperiode. Der Umsatz blieb stabil. Die MST-Gruppe erzielte einen über dem Vorjahr liegenden Gewinn vor Steuern.