(41) FinanzinstrumenteZum Bilanzstichtag 31. Dezember 2009 ergibt sich folgende Überleitung der Bilanzpositionen auf die verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten:
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2008 ergab sich folgende Überleitung der Bilanzpositionen auf die verschiedenen Kategorien von Finanzinstrumenten:
Die Marktwerte der langfristigen Forderungen wurden durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungsströme
mit den am Bilanzstichtag festgestellten Marktzinssätzen ermittelt. Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie Finanzmittel verfügen größtenteils über kurze Restlaufzeiten, weshalb
deren Buchwerte zum Abschlussstichtag dem Fair Value entsprechen. Der Fair Value der sonstigen
Forderungen entspricht dem Barwert der mit den Vermögenswerten verbundenen Cashflows. Dabei
werden die Zinsparameter der Zinsstrukturkurve berücksichtigt. Die Wertpapiere sind börsennotiert
und werden auf Grundlage des Börsenkurses zum Bilanzstichtag bewertet. Ebenso wird bei börsennotierten
Unternehmensanteilen der finanziellen Vermögenswerte vorgegangen.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben regelmäßig
kurze Restlaufzeiten, somit stellen die bilanzierten Werte die Fair Values dar. Die beizulegenden Zeitwerte
von langfristigen und kurzfristigen Finanzschulden werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen
Zahlungen unter Zugrundelegung der Zinsstrukturkurve sowie des Credit-Spreads der
Salzgitter AG ermittelt. Der Buchwert der derivativen Finanzinstrumente entspricht dem Marktwert.
Die Marktnähe der in die Ermittlung der Fair Values von Finanzinstrumenten eingehenden Daten ist in
den folgenden Tabellen dargestellt. Level 1 bedeutet, dass ein Börsen- oder Marktpreis für das jeweilige
Finanzinstrument vorliegt. Für die Kategorisierung in Level 2 ist Bedingung, dass ein Börsen- oder
Marktpreis für ein ähnliches Finanzinstrument vorliegt bzw. dass die Berechnungsparameter auf Daten
aus beobachtbaren Märkten basieren. Werden Bewertungsmethoden angewendet, für die die
signifikanten Eingangsparameter nicht aus Daten aus beobachtbaren Märkten resultieren, wird die
Datenermittlung Level 3 zugeordnet.
Fair-Value-Ermittlung Aktiva:
Fair-Value-Ermittlung Passiva:
Zur Abdeckung wesentlicher Teile des Risikos von Forderungsausfällen und zur Nutzung eines
besonderen Auskunftsdiensts bestehen Kreditversicherungen bei den einzelnen Konzerngesellschaften.
Die Kreditversicherung erstreckt sich bei den Gesellschaften des Unternehmensbereiches Stahl nicht auf
die Umsatztätigkeit mit Direkthändlern und Unternehmen der Eisen- und Stahlindustrie, für die
Globalsicherheiten über die Delkrederestelle Stahl bestellt sind.
Das Ausfallrisiko der Finanzinstrumente entsteht aus der Kategorie „Vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen”. Am Bilanzstichtag stellt sich das Ausfallrisiko im Vergleich zum Vorjahr folgendermaßen dar:
Zusätzlich bestehen Ausfallrisiken bei zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerten
in Höhe der positiven Marktwerte der Derivate sowie bei Leasingforderungen in Höhe der bilanzierten
Werte, für die das Ausfallrisiko nicht abgesichert ist.
Die Analyse des Alters der Finanzinstrumente, die zum Abschlussstichtag in Höhe von 161,7 Mio. € (Vorjahr 300,6 Mio. €) überfällig, aber nicht wertgemindert sind, ergab Folgendes:
Ein Betrag von 66,6 Mio. € (Vorjahr 154,2 Mio. €) der überfälligen nicht wertgeminderten finanziellen
Vermögenswerte der Kategorie „Vom Unternehmen ausgereichte Kredite und Forderungen” ist
durch Kreditversicherungen gesichert.
Nicht wertberichtigte Beträge, die seit mehr als 90 Tagen überfällig sind, betreffen in der Regel
Stammkunden, bei denen der Zahlungseingang wie in den Vorjahren nicht in Frage steht.
Im Berichtsjahr wurden im Salzgitter-Konzern für die Vermögenswerte der Kategorie „Vom Unternehmen
ausgereichte Kredite und Forderungen” Wertminderungen in Höhe von 33,9 Mio. € (Vorjahr
39,8 Mio. €) und Wertaufholungen und Auflösungen von Wertberichtigungen in Höhe von
12,1 Mio. € (Vorjahr 36,2 Mio. €) erfasst.
Eine Wertminderung finanzieller Vermögenswerte der Kategorie „Vom Unternehmen ausgereichte
Kredite und Forderungen” wird vorgenommen, sobald objektive Hinweise auf eine Wertminderung
wie beispielsweise erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder Vertragsbruch vorliegen.
Die Wertminderungen werden erfolgswirksam im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen.
Wertaufholungen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.
Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) wurden
die Zahlungsziele verlängert. Diese Forderungen sind nicht wertberichtigt.
Für die Vermögenswerte, die weder überfällig noch wertgemindert sind, wird von einer jederzeitigen
Einbringlichkeit ausgegangen.
Die Nettoergebnisse der Kategorien stellen sich wie folgt dar:
Das Nettoergebnis der Kategorie „Zu Handelszwecken gehaltene Vermögenswerte/Verbindlichkeiten”
enthält im Wesentlichen Erträge und Aufwendungen aus der Stichtagsbewertung von kurzfristigen
Wertpapieren sowie aus der Bewertung von Sicherungsgeschäften. In den Kategorien „Zur
Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte” und „Zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Verbindlichkeiten” sind im Wesentlichen Zinserträge in Höhe von 31,1 Mio. €
(Vorjahr 133,7 Mio. €) bzw. Zinsaufwendungen in Höhe von 23,5 Mio. € (Vorjahr 66,4 Mio. €) enthalten.
Daneben sind in den Nettoergebnissen Effekte aus Währungsumrechnung und Wertminderung
enthalten.
Im Berichtsjahr wurden keine Gewinne (Vorjahr 1,4 Mio. €) aus dem Abgang von zu Anschaffungskosten
bewerteten nicht konsolidierten Gesellschaften erzielt. Verluste entstanden in Höhe von 1,4 Mio. €
(Vorjahr 0,4 Mio. €). Für die zum Bilanzstichtag erfassten Vermögenswerte dieser Kategorie wurden im
Berichtsjahr erfolgswirksame Wertberichtigungen von 25,7 Mio. € (Vorjahr 11,8 Mio. €) erfasst.
Für nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente entstanden
Aufwendungen für den Finanz- und Geldverkehr in Höhe von 10,2 Mio. € (Vorjahr 18,1 Mio. €), die
sofort erfolgswirksam erfasst wurden.
Die Entwicklung der Wertänderungsrücklage von Finanzinstrumenten der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbar” stellt sich wie folgt dar:
Die Zuschreibung in Höhe von 11,7 Mio. € im Geschäftsjahr 2009 betrifft im Wesentlichen die Anteile
an einem indischen Produktionsunternehmen der Röhrenindustrie.
Der Salzgitter-Konzern wendete Hedge Accounting nach IAS 39 im Geschäftsjahr 2009 ausschließlich für Devisentermingeschäfte an. Dabei wurden die Währungsrisiken im Rahmen von Cashflow Hedges gesichert. Die entsprechenden Marktwerte gestalteten sich wie folgt:
Die im Rahmen von Cashflow Hedges gesicherten Grundgeschäfte werden generell innerhalb der
nächsten 12 Monate nach dem Bilanzstichtag erfolgswirksam. Ein geringer Anteil wird innerhalb der
nächsten drei Jahre erfolgswirksam.
Die Entwicklung der Cashflow Hedge Rücklage, die erfolgsneutral im Eigenkapital verbucht wurde, zeigt die folgende Aufstellung:
Die Effektivität aller Sicherungsbeziehungen wird zu jedem Berichtsstichtag überprüft. Dabei werden
die kumulierten Wertänderungen des Grundgeschäfts mit den kumulierten Wertänderungen des
Sicherungsgeschäfts verglichen. Im Geschäftsjahr entstanden Ineffektivitäten aus Cashflow Hedges in
geringfügiger Höhe.
Für Fremdwährungsforderungen bestehen Kurssicherungen über verschiedene Banken durch den
Abschluss von Devisentermingeschäften. Die betreffenden Ansprüche sind zum jeweils vereinbarten
Kurs angesetzt. Es wurden sowohl Sicherungsbeziehungen für feste Verpflichtungen als auch für
erwartete zukünftige Transaktionen begründet.
Das Nominalvolumen der derivativen Finanzinstrumente ist die unsaldierte Summe aller Kauf- und
Verkaufsbeträge, bewertet zum jeweiligen Erfüllungskurs. Die Marktwerte wurden grundsätzlich auf
Basis der Verhältnisse am Bilanzstichtag ermittelt, und zwar zu den Werten, zu denen die betreffenden
derivativen Finanzgeschäfte gehandelt bzw. notiert wurden, ohne Berücksichtigung gegenläufiger
Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Der zu bilanzierende Zeitwert der Derivate ergibt sich
aus der Bewertung des gesicherten Fremdwährungsbetrages mit der Kursdifferenz zwischen dem
Kurs bei Abschluss des Termingeschäfts und dem Terminkurs am Bilanzstichtag; dieser Betrag wird
entsprechend der Restlaufzeit auf den Bilanzstichtag abgezinst.
Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Währungsderivate sind zum Ende des Berichtsjahres und des Vorjahres die folgenden wesentlichen Zinssätze eingeflossen:
Die Liquiditätsstruktur sämtlicher finanzieller Verbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:
Zum 31. Dezember 2009 stehen den Auszahlungen aus Derivaten in Höhe von 574,4 Mio. € (Vorjahr
1.210,8 Mio. €) Einzahlungen in Höhe von 564,3 Mio. € (Vorjahr 1.210,7 Mio. €) gegenüber.
Sensitivitätsanalyse
Nach IFRS 7 ist für die systematische Darstellung der Marktpreisrisiken, denen das Unternehmen am
Bilanzstichtag ausgesetzt ist, eine Sensitivitätsanalyse zu erstellen.
Ziel dieser Sensitivitätsanalyse ist die Ermittlung der Auswirkungen von hypothetischen Änderungen
relevanter Risikovariablen auf Ergebnis und Eigenkapital der Gesellschaft. Zur Bestimmung der Auswirkungen
dieser Risikovariablen auf die Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag die Effekte hypothetischer
Änderungen der Risikovariablen auf den Marktwert und die Zahlungsströme der Finanzinstrumente
zu ermitteln.
Der Salzgitter Konzern ist verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Im Sinne der Sensitivitätsanalyse
des IFRS 7 sind dies Zinsrisiken, Wechselkursrisiken und sonstige Preisrisiken. Für die Zinsrisiken wird
im Rahmen der Sensitivitätsanalyse eine Veränderung des Marktzinsniveaus um 100 Basispunkte
unterstellt. Bei den Währungsrisiken wird eine Schwankung der jeweiligen funktionalen Währung
der Konzerngesellschaften um 10 % gegenüber den Fremdwährungen angenommen. Die sonstigen
Preisrisiken ergeben sich für den Salzgitter-Konzern aus Veränderungen von Rohstoffpreisen oder
Börsenindices. Hier werden die Auswirkungen einer Änderung der jeweiligen Preisnotierungen um
10 % berechnet. Die Ermittlung der Sensitivitäten erfolgte durch Banken oder interne Berechnungen
anhand anerkannter Methoden (zum Beispiel Black-Scholes, Heath-Jarrow-Morton). Der Bestand der
Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag ist repräsentativ für das Geschäftsjahr.
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