Finanz- und VermögenslageFinanzmanagement
Im Salzgitter-Konzern führt die Salzgitter Mannesmann GmbH (SMG), eine 100%ige Tochtergesellschaft
der Salzgitter AG, das Cash- und Devisenmanagement für die Konzerngesellschaften ganz überwiegend
zentral durch. Joint-Venture-Gesellschaften sind nicht einbezogen.
Die zentrale Finanzierung von Konzerngesellschaften erfolgt mittels Bereitstellung von internen Kreditlinien im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs und in Einzelfällen über Garantiezusagen für Kredite. Um den Finanzbedarf ausländischer Konzernunternehmen zu decken – insbesondere außerhalb des Euro-Raumes –, nutzt die SMG lokale Kredit- und Kapitalmärkte. Gleichzeitig zieht sie auch Liquiditätsüberschüsse der Konzerngesellschaften zur Finanzierung heran. Lieferungen und Leistungen innerhalb der Salzgitter-Gruppe werden über konzerninterne Finanzkonten gebucht. Das zentrale Finanzmanagement ermöglicht uns die kostengünstige Fremdkapitalbeschaffung und hat positive Auswirkungen auf das Zinsergebnis wegen der Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie der optimierten Geldanlage. Wir ermitteln den Liquiditätsbedarf über eine Finanzplanung mit einem mehrjährigen Planungshorizont und einer monatlich rollierenden Vier- beziehungsweise Zwölf-Monats-Planung für ausgewählte Gesellschaften. Die Kombination vorhandener Geldanlagen mit ausreichenden Kreditlinien stellt unseren Liquiditätsbedarf sicher. Die SMG zog für den im Juni 2007 bei unserem Kernbankenkreis platzierten 300-Mio.-€-Konsortialkredit mit einer anfänglichen fünfjährigen Laufzeit und zwei Verlängerungsoptionen von jeweils einem Jahr während des Geschäftsjahres die zweite Verlängerungsoption mit einem Prolongationsvolumen von 165 Mio. €. Die Konditionen sind außerordentlich vorteilhaft, da die Anfangsmarge 25 Basispunkte beträgt. Im Oktober 2009 konnte eine signifikant überzeichnete Wandelanleihe mit Endfälligkeit 2016 im Nominalvolumen von 296 Mio. € und 1,125 % jährlichem Kupon erfolgreich im Markt platziert werden. Unsere internationalen Geschäftsaktivitäten führen zu Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen. Um das dabei entstehende Wechselkursrisiko abzusichern, besteht für die Gesellschaften des Salzgitter-Konzerns im Rahmen der Konzernrichtlinien die Verpflichtung, Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung zu sichern. Die Konzernrevision überwacht das Einhalten dieser Vorgaben. Für Währungsgeschäfte in USD – ein maßgeblicher Anteil unserer Fremdwährungsgeschäfte – wird zunächst konzernintern die Aufrechnung von Verkaufs- und Einkaufspositionen (Netting) geprüft. Die sich darüber hinaus ergebenden Spitzenbeträge werden von uns mittels Devisentermin- und Optionsgeschäften gesichert. Die Pensionsrückstellungen sind unverändert wesentlicher Bestandteil der Unternehmensfinanzierung. Sie betrugen bei vermindertem Rechnungszinssatz (4,75 %) 1.858 Mio. € (Vorjahr: 1.787 Mio. € mit 5,25 %). Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung (ausführliche Darstellung im Kapitel „Konzernabschluss/Anhang” ab Seite
162) zeigt die Herkunft und Verwendung der Geldströme. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete
Finanzmittelbestand entspricht der Bilanzposition „Finanzmittel”.
Finanzmittel
1) geänderter Ausweis
im Vergleich zum
GB 2008
Der Konzern erzielte trotz des schlechten Geschäftsverlaufs vorrangig wegen des Working-Capital-Abbaus
einen gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserten Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit von
1.190 Mio. €. Die Abnahme der Abflüsse aus Investitionstätigkeit resultiert aus der Umwidmung von
Geldanlagen (500 Mio. €) und wesentlich geringeren Aufwendungen für Akquisitionen. Die Auszahlungen
für Investitionen in Sachanlagen und immaterielles Vermögen (653 Mio. €) rangierten in einer
nahezu vergleichbaren Größenordnung wie im Vorjahr. Die Begebung der Wandelanleihe schlug sich
in den erhöhten Zuflüssen aus Finanzierungstätigkeit nieder.
Im Geschäftsjahr 2009 betrug der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 202 Mio. €. An die Aktionäre der Salzgitter Aktiengesellschaft schütteten wir 76 Mio. € oder 1,40 €/Aktie für das Geschäftsjahr 2008 aus; 296 Mio. € flossen dem Unternehmen aus der Platzierung der Wandelanleihe zu. Wirtschaftlich betrachtet sind die steuerinduzierten Geldanlagen und Wertpapiere, die Darlehensgewährung an ein assoziiertes Unternehmen sowie die Wertpapiere des Umlaufvermögens dem Finanzmittelbestand zuzuordnen. Der modifizierte Anfangsbestand der Finanzmittel erhöht sich bei Hinzurechnung der Positionen von 592 Mio. € um 531 Mio. € auf 1.123 Mio. €. Bei dieser Betrachtungsweise der Kapitalflussrechnung ergeben sich auch Auswirkungen auf den Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und den Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit erhöht sich aufgrund der veränderten Zuordnung der vorgenannten Positionen von 1.190 Mio. € um 129 Mio. € auf 1.319 Mio. €. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit ändert sich ebenfalls von – 185 Mio. € um – 500 Mio. € auf – 685 Mio. €. Am Bilanzstichtag ergibt sich damit unter Einbeziehung der Wertpapiere des Umlaufvermögens ein äußerst solider Finanzmittelbestand von 1.953 Mio. €. Das verringerte Working Capital mündete trotz der schlechten Ergebnisentwicklung in eine merklich höhere Nettogeldanlage bei Kreditinstituten als im Vorjahr (1.561 Mio. €; Vorjahr: 991 Mio. €). 1.953 Mio. € Geldanlagen einschließlich Wertpapiere zum Ende 2009 standen stichtagsbezogen höhere Verbindlichkeiten von 392 Mio. € (Vorjahr: 132 Mio. €) bei Kreditinstituten gegenüber. Letztere enthalten 296 Mio. € Verpflichtungen aus der Wandelanleihe. Die Liquiditäts- und Verschuldungskennzahlen stellten sich im Geschäftsjahr 2009 wiederum positiv dar. Mehrperiodenübersicht zur Finanzlage
Vermögenslage
Das Gesamtvermögen unseres Konzerns nahm gegenüber dem Stichtagswert des Geschäftsjahres
2008 (8.701 Mio. €) um 7,5 % auf 8.052 Mio. € ab. Der Abbau von Vorräten (– 1.086 Mio. €) sowie der
Lieferforderungen (– 596 Mio. €) hatte hieran maßgeblichen Anteil. Die weitere Umsetzung des Investitionsprogramms
wirkte gegenläufig und führte zu 266 Mio. € (+ 9,1 %) Zunahme der langfristigen
Vermögenswerte. Beim Vergleich der Finanzmittel ist zu berücksichtigen, dass die sonstigen Forderungen
und Vermögenswerte am Vorjahresstichtag 500 Mio. € Geldanlagen enthielten, die nunmehr
aufgrund einer veränderten Anlageform als Finanzmittel ausgewiesen werden.
Vermögens- und Kapitalstruktur
Bei den langfristigen Vermögenswerten nahmen die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte
infolge der über die Abschreibungen (543 Mio. €) hinausgehenden Investitionen (677 Mio. €) zu.
Das kurzfristig gebundene Nettovermögen (Working Capital) verminderte sich auf 1.981 Mio. € (– 40,7 %). Im Wesentlichen wirkte hier der mengen- und wertbasierte Abbau von Vorräten und Lieferforderungen. Auf der Passivseite nahm das Eigenkapital aufgrund des Konzernfehlbetrags sowie der Dividendenausschüttung um 442 Mio. € auf 3.904 Mio. € (– 10,2 %) ab. Hingegen wirkte der Eigenkapitalanteil aus der Begebung einer Wandelanleihe (+ 54 Mio. €) gegenläufig. Somit rangierte die Eigenkapitalquote mit 48,5 % leicht unter dem Vorjahresniveau (49,9 %). Der Zinssatz zur Berechnung der Pensionsrückstellungen ermäßigte sich stichtagsbezogen auf 4,75 % (Vorjahr: 5,25 %), wobei die Implikationen der Finanzmarktkrise von uns sachgerecht berücksichtigt wurden. Die Verpflichtungen aus Versorgungszusagen sind somit unverändert vollständig bilanziert. Die zumeist jährlichen Anpassungen des Kalkulationszinssatzes der langfristig bestehenden Pensionsrückstellungen erfolgen gemäß der geltenden Auslegung der einschlägigen IFRS-Standards. Ein Bekenntnis unsererseits zur Sinnhaftigkeit dieser Vorgehensweise ist damit nicht zwangsläufig verbunden. Mehrperiodenübersicht zur Vermögenslage
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