EinzelrisikenUmfeld- und BranchenrisikenBranchenspezifische Risiken
Um die hieraus resultierenden Geschäftsrisiken zu minimieren, beobachten wir entsprechende Trends und berücksichtigen sie in den Risikoprognosen. Dies gilt auch für eventuelle politisch bedingte Restriktionen im Auslandsgeschäft wie beispielsweise durch ein Handelsembargo. Neben dem Bemühen um eine gesunde Absatzstruktur engagieren wir uns im besonderen Maße, neue Stahlwerkstoffe zu entwickeln, Fertigungsprozesse zu optimieren sowie unseren Konzern gezielt zu erweitern. Hier unterstützt uns das Technikum der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH (SZMF) in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung für Stahl, um die Märkte von morgen als erfolgreicher Anbieter mitzugestalten. Mit der Erweiterung unseres Beteiligungsportfolios um den Unternehmensbereich Technologie versprechen wir uns, zukünftig weniger abhängig von der stark zyklischen Stahlkonjunktur zu werden. Risiken aus den Veränderungen in der Stahlbranche begrenzen wir mit einer dezentralen Konzernstruktur und demzufolge schnellen Entscheidungsprozessen, um uns zeitnah auf die neuen Marktgegebenheiten einstellen zu können. Aus heutiger Sicht sind für die Salzgitter AG keine bestandsgefährdenden Risiken aus der branchenspezifischen Entwicklung zu erkennen. Preisrisiken wesentlicher bezogener RohstoffeBeschaffungsrisikenWichtig ist für uns auch der termingetreue Bahntransport der Erz- und Kohlemengen vom Überseehafen in Hamburg bis zum Standort Salzgitter. Unser Vertragspartner zur Gewährleistung dieser logistischen Aufgabe ist die Railion Deutschland AG, die Frachttochter der Deutschen Bahn AG. Für etwaige Beeinträchtigungen, zum Beispiel wegen Streiks, haben wir einen detaillierten Notfallplan entwickelt. Dieser enthält eine vorausschauende Lagerhaltung und intensive Abstimmungen zwischen der Railion und uns, um den regulären Zugverkehr weitgehend unterbrechungsfrei aufrechtzuerhalten. Optional sind der intensivere Einsatz der konzerneigenen Eisenbahn sowie vermehrte Binnenschifftransporte für Teilmengen denkbar. AbsatzrisikenDem generellen Risiko, deswegen in eine existenzbedrohende Lage zu geraten, begegnen wir mit einem diversifizierten Portfolio an Produkten, Abnehmerbranchen und regionalen Absatzmärkten. Da sich konjunkturelle Effekte in den verschiedenen Unternehmensbereichen unterschiedlich auswirken und somit teilweise sogar kompensieren, erzielen wir eine gewisse Balance unseres Risikoportfolios. Dank unserer breiten Aufstellung und der flexiblen Organisation können wir situationsbezogene Gegensteuerungsmaßnahmen außerdem schnell und effektiv umsetzen. ProduktionsausfallrisikenUmfang und Inhalt dieser Versicherungen werden laufend geprüft und bei Bedarf angepasst. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und das damit verbundene Schadenpotenzial erachten wir als gering, sofern es nicht über entsprechende Versicherungen abgedeckt ist. Rechtliche RisikenZur Koordination der stahl- und verbandspolitischen Initiativen des Konzerns sowie zur Sicherstellung ihrer systematischen Verfolgung haben wir eine konzerninterne Anlaufstelle für internationale Angelegenheiten eingerichtet. Bedeutsame Rechtsrisiken sind für uns nicht erkennbar. Finanzwirtschaftliche RisikenIm Verhältnis zu den operativen Risiken sind diese daher von geringerer Bedeutung, mit einer minimalen Auswirkung auf die Risikolage des Konzerns. WährungsrisikenUm die Volatilität der Finanzrisiken zu begrenzen, schließen wir derivative Finanzinstrumente mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren ab, deren Wertentwicklung entgegengesetzt zu den operativen Geschäften verläuft. Die Marktwertentwicklung aller derivativen Finanzinstrumente wird monatlich festgestellt. Zum Geschäftsjahresabschluss simulieren wir zudem die Sensitivität dieser Instrumente entsprechend den Vorgaben des IFRS 7, siehe Kapitel „Konzernabschluss/Anhang” ab Seite 162. ForderungsausfallrisikenDem begegnen wir mit einem straffen internen Obligomanagement. Unterstützt von dem eigens hierfür geschaffenen konzernübergreifenden Arbeitskreis beobachten und bewerten wir den Fortgang sehr sorgfältig und berücksichtigen dies bei unseren Geschäften. Translationsrisiken aus der Überführung von Fremdwährungspositionen in die Berichtswährung sichern wir nicht ab, da diese im Verhältnis zur Konzernbilanz von untergeordneter Bedeutung sind. Hierzu können Sie sich im Anhang zum Jahres- und Konzernabschluss informieren. Infolge der vorbeugenden Maßnahmen halten wir bestandsgefährdende Risiken aus diesem Bereich für unwahrscheinlich. LiquiditätsrisikenZinsrisikenSteuerrisikenIm Zusammenhang mit der früheren Zonenrandförderung verlangt die EU-Kommission eine Ausgleichszahlung von der Salzgitter AG für damalige aus unserer Sicht legal und legitim erlangte Steuervorteile. Der Europäische Gerichtshof hat 2008 in zweiter Instanz weitgehend gegen das Unternehmen entschieden, den Vorgang jedoch an das Gericht erster Instanz zurückverwiesen. Dessen Urteil ist nicht vor 2010 zu erwarten. Den von der Kommission geforderten Betrag (einschließlich Zinsen) von 17,8 Mio. € haben wir vorbehaltlich eines Erfolgs unserer Klage bereits geleistet. PersonalrisikenDarüber hinaus haben wir bereits im Jahr 2005 vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung das Projekt „GO – Die Generationen-Offensive 2025 der Salzgitter AG” gestartet, um rechtzeitig auf die betrieblichen Konsequenzen reagieren und somit auch langfristig unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit sichern zu können. Im Fokus steht die systematische Vorbereitung sämtlicher Belegschaftsmitglieder auf ein längeres Erwerbsleben. Infolge der vielfältigen Maßnahmen sind wir in diesem Risikobereich gut vorbereitet, siehe Kapitel „Mitarbeiter” ab Seite 43. Produkt- und Umweltschutzrisiken
Risiken aus Grundstücksbesitz können insbesondere aus den Altlasten früherer Nutzungen resultieren. Dem begegnen wir beispielsweise, indem wir Sanierungspflichten erfüllen. Zur bilanziellen Vorsorge bilden wir außerdem angemessene Rückstellungen. Unbeherrschbare Sachverhalte ergeben sich aus diesem Risikoaspekt nicht. Informationstechnische RisikenEine entsprechende Richtlinien-Kompetenz der Konzern-IT-Leitung gewährleistet die konsistente Weiterentwicklung der konzernweiten IT-Systeme und ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Einsatz erforderlicher Investitionsmittel. Stetige technologische Erneuerungen unserer Hard- und Software-Ressourcen garantieren die Verfügbarkeit, Wartung und IT-Sicherheit auf höchstem Niveau. Ferner betreiben wir ein eigenes Rechenzentrum, dessen Leistungsmerkmale hohen Standards entsprechen. Darüber hinaus werden historisch gewachsene heterogene IT-Strukturen im Konzern nach und nach bereinigt. Die Risiken aus diesem Bereich sind beherrschbar, und deren Eintrittswahrscheinlichkeit schätzen wir als gering ein. Unternehmensstrategische RisikenMit den 2007 übernommenen KHS-Unternehmen als Teil der Klöckner-Werke AG (KWAG) ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung unternommen worden. Der Unternehmensbereich Dienstleistungen verstärkte das Geschäftsfeld Telekommunikation mit der Übernahme der NORTHSTAR Telecommunications GmbH. Auch mit dem ab 2008 eingeleiteten Aufbau einer namhaften Minderheitsbeteiligung an der Aurubis AG (NAAG), dem größten Kupferproduzenten Europas, haben wir uns unabhängiger vom Stahlsektor gemacht. Hinsichtlich weiterführender Informationen verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel „Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie” ab Seite 56. Zur Sicherung der zukünftigen Ertragskraft investieren wir seit 2007 in erheblichem Umfang an unseren Konzernstandorten in Salzgitter und Peine. Trotz der konjunkturellen Lage werden die Projekte – in Einzelfällen zeitverzögert – realisiert. Genauere Informationen hierzu finden sich in den Kapiteln „Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie” ab Seite 56 und „Investitionen” ab Seite 64. Risiken im Rahmen von Gemeinschaftsunternehmen, die nicht in unserem mehrheitlichen Besitz sind, grenzen wir mittels geeigneter Berichts- und Konsultationsstrukturen, Mitwirkung in Aufsichtsgremien und vertraglicher Regelungen ein. So sind zur Sicherstellung der Transparenz des 50 %-Joint-Ventures EUROPIPE GmbH (EP) Mitglieder des Vorstands der Salzgitter AG im Aufsichtsrat dieser Gesellschaft vertreten. In Bezug auf die börsennotierte KWAG stellen wir dies über den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats sicher, dessen Aufgabe auch die Überwachung des Risikomanagements sowie wesentlicher Risiken ist. |
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