Mitarbeiter
Erfolg und Entwicklung der Salzgitter AG hängen im besonderen Maße von unseren Mitarbeitern ab.
Sie gestalten die Zukunft des Konzerns. Unser Ziel ist es deshalb, für alle Mitarbeiter ein motivierendes,
förderndes und gesundes Arbeitsumfeld sicherzustellen – eine Aufgabe, die mit Blick auf den demografischen
Wandel immer wichtiger wird. Denn gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte, insbesondere
mit naturwissenschaftlicher und/oder technischer Ausbildung, werden zunehmend rar. Der
globalisierte Arbeitsmarkt hat den Wettbewerb zusätzlich verstärkt. Die Personalpolitik des Salzgitter-
Konzerns ist auf Nachhaltigkeit angelegt und orientiert sich daher nicht nur an betrieblichen, sondern
auch an gesellschaftlichen Veränderungen.
Entwicklung der Belegschaft: Mitarbeiterzahl rückläufig
Am 31. Dezember 2009 umfasste die Stammbelegschaft des Konzerns 23.378 Mitarbeiter, sie hat sich
im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % verringert. Die folgenden Gesellschaften mit 215 Mitarbeitern wurden
erstmals konsolidiert: Salzgitter Mannesmann Stahlhandel s.r.o., Prag (SMCZ), Berg Spiral Pipe
Corporation Wilmington, USA (BSPM) und Salzgitter Hydroforming GmbH & Co. KG, Crimmitschau
(SZHF). Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse betrug 1.484 (+18).
1) ohne Organmitglieder,
passive
Altersteilzeiter, inaktive
Belegschaftsmitglieder
und
Auszubildende
Die Anzahl der im Konzern beschäftigten Arbeitnehmer verringerte sich um 1.233 (davon Stammbelegschaft:
– 678, Leiharbeitnehmer: – 555).
Stammbelegschaft und Leiharbeitnehmer
Personalpolitik im Zeichen der Weltwirtschaftskrise
Unsere Personalpolitik stand im Berichtszeitraum unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise. Diese
erforderte kurzfristig wirkende Maßnahmen, um die negativen Folgen für den Salzgitter-Konzern so
gering wie möglich zu halten. Dennoch haben wir unsere übergeordnete, langfristig ausgerichtete
Personalstrategie „GO – Die Generationen-Offensive 2025 der Salzgitter AG” weiterverfolgt. Sie hat
entscheidend zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit beigetragen und wird es auch in Zukunft tun.
Als Reaktion auf die konjunkturelle Entwicklung im Geschäftsjahr 2009 nutzten wir die zur Verfügung stehenden personalpolitischen Anpassungsinstrumente in vollem Umfang. So wurde zum einen die bezahlte Mehrarbeit auf ein unvermeidbares Minimum reduziert und zum anderen mithilfe von Arbeitszeit- und Mehrarbeitskonten auf schwankende Auslastungen reagiert. Dabei haben die tariflichen Vereinbarungen zu Arbeitszeitkonten ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt. Zeitkonten und Mehrarbeit (bereinigt um die Neu-/Entkonsolidierung)
Die Kurzarbeit leistete in vielen Konzerngesellschaften einen erheblichen Beitrag zur Beschäftigungssicherung.
Im Jahr 2009 waren im Maximum annähernd 9.000 Mitarbeiter in unterschiedlicher Ausprägung
betroffen. Die Spannweite dieser Maßnahme reichte von 5 bis 15 Tagen Kurzarbeit im Monat.
Die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Kurzarbeit erwiesen sich als hilfreich.
Mitarbeiter in Kurzarbeit
Wie in der Vergangenheit erfolgten sämtliche Personalanpassungen sozialverträglich; überwiegend
durch den Einsatz des Instruments „Altersteilzeit”. Vorstand und Konzernbetriebsrat haben die Rahmenbedingungen
für die Finanzierung von Altersteilzeit aus den im Jahr 2007 eingeführten Demografiefonds
aufgestellt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage und angesichts des Auslaufens der
Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit griff diese Finanzierungsform erstmals
im Rahmen des „Sonderprogramms 2009”. Im Herbst 2009 begannen 401 Mitarbeiter ihre Altersteilzeit,
die teilweise aus Demografiefondsmittel finanziert wurde.
Tarifverträge
In Verbindung mit dem am 1. April 2009 geschlossenen Tarifvertrag für
die Stahlindustrie, der für etwa die Hälfte der Gesamtbelegschaft des
Konzerns gilt, wurde auch eine Weiterführung der Altersteilzeit vereinbart.
Die Kosten sind nunmehr von den Unternehmen allein
zu tragen.
Im Jahr 2009 gab es außer einer Einmalzahlung von 350,00 € keine Tariferhöhung, jedoch steigen die Tabellenwerte ab dem 1. Januar 2010 um 2,0 %. Bezogen auf die Laufzeit des Tarifvertrages (von April 2009 bis August 2010) bedeutet dies eine Mehrbelastung für den Konzern von 10,1 Mio. €. Außerdem werden Ausgebildete bei einer Mindestbeschäftigung von 28 Wochenstunden künftig 24 statt bisher 12 Monate übernommen. Im Unternehmensbereich Handel wurde eine Anhebung der Effektivgehälter (Tarif und übertarifliche Zulagen) zum 1. Oktober 2009 um 1,75 % und zum 1. Juni 2010 um 1,25 % bei einer Laufzeit bis 31. Juli 2011 vereinbart. Nachhaltige Personalpolitik
Das im Jahr 2005 gestartete Projekt „GO – Die Generationen-
Offensive 2025 der Salzgitter AG” wird zurzeit umgesetzt. Die
hier entwickelten 60 Einzelmaßnahmen versetzen die Konzerngesellschaften
in die Lage, adäquat auf die Anforderungen
des demografischen Wandels reagieren zu können, und leisten
somit einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Konzerns.Auf regelmäßig stattfindenden Personalentwicklungskonferenzen wird die Einführung und Umsetzung der Maßnahmen zwischen dem Vorstand Personal und den Geschäftsführern sowie den Personalverantwortlichen der Konzerngesellschaften besprochen, vereinbart und nachgehalten. Arbeitssicherheit
Arbeitssicherheit ist ein hochrangiges Unternehmensziel der Salzgitter AG. Wir stehen zu unserer Verpflichtung
und fühlen uns für das Wohl und die Gesundheit aller Mitarbeiter verantwortlich. Erfreulicherweise
hat sich die Anzahl der meldepflichtigen Unfälle (ohne Unternehmensbereich Technologie)
im Vergleich zum Vorjahr um circa 33,5 % reduziert. Leider sind dennoch nach wie vor bedauerliche
Unfälle zu verzeichnen. Als Reaktion auf drei tragische Ereignisse im Bereich des Bahnbetriebs zu
Beginn des Jahres am Standort Salzgitter haben wir sämtliche Sicherheitsmaßnahmen bei der Verkehrsbetriebe
Peine-Salzgitter GmbH (VPS) sorgfältig geprüft. Es zeigte sich, dass die umfassenden
Sicherheitsmaßnahmen nur unzureichend zu den Mitarbeitern durchgedrungen waren. Um die Informationsdefizite
zu beheben und um nachdrücklich auf die gesonderten Gefahren des Bahnbetriebs
zu verweisen, werden die Mitarbeiter des Bahnbetriebs durch die Maßnahme „Sicherheitsoffensive
2009” qualifiziert.
Kommunikation
Am 11. und 12. Mai fand das Konzernforum der Salzgitter AG unter dem Motto „STARK BLEIBEN”
im Hannover Congress Centrum statt. Insgesamt 307 Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte
aus allen Konzerngesellschaften im In- und Ausland folgten am ersten Tag den Ausführungen
des Vorstands zur allgemeinen Lage des Konzerns sowie zur Finanz- und Personalpolitik. Am zweiten
Tag wurden Vorträge zu Themen aus den Unternehmensbereichen Stahl, Röhren, Handel und
Technologie gehalten. Einen Höhepunkt der Veranstaltung stellte der mit Spannung erwartete Gastvortrag
von Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder zu „Deutschlands Zukunft in der internationalen
Wirtschaft” dar.
Für weitergehende Informationen zum Thema „Mitarbeiter” empfehlen wir das 8. Kapitel unseres im Februar 2010 erschienenen Corporate Responsibility-Reports. |
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