Forschung und Entwicklung
Das Leitbild 5P formuliert zum Thema Produkte und Innovation:
„Auf der Basis von Stahl und Technologie behaupten wir uns mit innovativen, hochwertigen Produkten und anspruchsvollen Dienstleistungen im Wettbewerb. Wir tragen zum nachhaltigen Erfolg unserer Kunden bei. Produkte und Dienstleistungen der Salzgitter-Gruppe schaffen einen Mehrwert für Kunden. Die ständige Weiterentwicklung unserer Produkte und Dienstleistungen ist Bestandteil unseres unternehmerischen Handelns.” Einfacher gesagt: Wir wollen unsere Kunden zufriedenstellen. Um dies nachhaltig zu gewährleisten, sind neben ständigen Produkt- und Prozessoptimierungen vor allem echte Innovationen erforderlich. Diese betreuen wir im Rahmen eines ausgereiften Innovationsmanagements. Innovationstreiber und zentraler Forschungs-und-Entwicklungs-(FuE-)Koordinator ist für die stahlnahen Aktivitäten die Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH (SZMF). Sie führt die Marktbedürfnisse und das in der Salzgitter-Gruppe vorhandene Produkt-, Prozess- und Produktionswissen mit den neuesten wissenschaftlichen Trends zusammen. Die Innovationsziele werden grundsätzlich strategiekongruent festgelegt und sind somit an dem Anspruch ausgerichtet, auch zukünftig zu den Besten in Stahl und Technologie zu gehören. Die SZMF verfügt über hervorragend qualifizierte Mitarbeiter mit klaren, sich an festgelegten Technologie- Roadmaps orientierenden Zielen. Die Aktivitäten der SZMF liegen insbesondere im Bereich der anwendungsnahen FuE und weniger in der reinen Grundlagenforschung. Dies macht eine enge Vernetzung mit Universitäten, anderen Forschungseinrichtungen und industriellen Partnern notwendig. Daraus resultierende Forschungskooperation bevorzugen wir klar gegenüber dem Zukauf externen Know-hows, weshalb im Berichtszeitraum auch keine entsprechenden Aufwendungen entstanden sind. Im Geschäftsjahr 2009 arbeiteten die SZMF-Mitarbeiter in über 60 bi- und multilateralen, teilweise internationalen Projekten aktiv an Innovationen rund um den mit Abstand wichtigsten Konstruktionswerkstoff: Stahl. Für den Unternehmensbereich Technologie standen die FuE-Aktivitäten 2009 ganz im Zeichen der weltweit größten Messe der Abfüll- und Verpackungsbranche: „drinktec” in München. Unter dem Motto „Competence in Solutions” positionierte sich die KHS AG mit einer beeindruckenden Präsentation zahlreicher Innovationen noch stärker als Technologieführer, verlässlicher Partner und Komplettlösungsanbieter der Getränke- und Liquid-Food-Industrie. FuE-Aufwendungen
Im Jahr 2009 verfügte der Salzgitter-Konzern über ein Gesamtbudget
für FuE- bzw. FuE-nahe Aktivitäten in Höhe von 93,46 Mio. €; davon
bestritten Drittkunden 12,8 Mio. €. Die Aufteilung innerhalb der
Unternehmensbereiche stellt sich wie folgt dar: Stahl 28,8 %,
Röhren 24,2 %, Technologie 31,6 % und Dienstleistungen 15,3 %.
Darüber hinaus war die Salzgitter AG mit einem Beitrag von etwa
179 Mio. € an Kooperationsprojekten mit anderen Marktakteuren
und Forschungseinrichtungen beteiligt. Bezogen auf die Konzernwertschöpfung
betrugen die wertschöpfungsbezogenen FuE-Aufwendungen
9,0 % (Vorjahr 3,3 %).
Zum 31. Dezember 2009 arbeiteten in unserem Unternehmen 916 Mitarbeiter an FuE- bzw. FuE-nahen Aktivitäten, davon 311 als Mitarbeiter der zentralen FuE-Gesellschaft SZMF und 605 (66 %) in den operativen Gesellschaften. Dieses Verhältnis unterstreicht die Prozess- und damit Kundenorientierung unserer FuE-Aktivitäten. Der leichte Anstieg der Beschäftigten der zentralen Entwicklung im Jahr 2009 (+3 Mitarbeiter) resultiert in erster Linie aus verstärkten Aktivitäten im Bereich der Werkstoffentwicklung und Ingenieurtechnik. Das hochqualifizierte Team der Salzgitter Mannesmann Forschung ist mit Anlagen und Instrumenten ausgerüstet, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Sie umfassen selbst entwickelte Mess- und Analyseeinrichtungen sowie Prototypen für neue Fertigungsanlagen. Damit bilden wir die gesamte Wertschöpfungskette ab, vom metallurgischen Erzeugen der Schmelze über das Verarbeiten und Veredeln von Stahl bis zu dessen Verwendung. Neben realen Versuchen setzen wir in der Forschung und Entwicklung auch auf numerische Simulationsverfahren.
FuE-Schwerpunkte 2009
Höchstfeste Stähle standen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr im Mittelpunkt
unserer FuE-Aktivitäten. Neben dem Weiterentwickeln von Werkstoffen
für den automobilen Leichtbau und höchstfesten Rohrgüten spielt auch die Optimierung der Erzeugungsprozesse
anhand von Simulations- und Data-Mining-Methoden eine große Rolle. Weitere Leichtbaupotenziale
für den Automobilbau ergeben sich durch den Einsatz dünner Dualphasenstähle, die
das Substitutionspotenzial von Leichtmetallen in der Karosserieaußenhaut deutlich reduzieren.
Im Folgenden werden exemplarisch einige wesentliche FuE-Schwerpunkte des Geschäftsjahres 2009 aus den Unternehmensbereichen Stahl, Röhren und Technologie vorgestellt: Dünner Dualphasenstahl für KarosserieaußenhautteileSerienfertigung lufthärtender StähleAnalyse technischer Prozesse mit Data-Mining-MethodenOptimierung der Werkzeuge für die X100-Großrohrproduktion durch SimulationenHöherfestes Warmband für RohrgütenIm Unternehmensbereich Technologie wurden im Geschäftsjahr 2009 folgende FuE-Schwerpunkte bearbeitet: Streckblasmaschinen-Generation InnoPET Blomax Serie IVPowerwall und 3-D-LaserscanningLight Weight 0,5-Liter-PET-Flasche „SixPointFour”Zukünftige FuE-Schwerpunkte des KonzernsUnsere FuE-Schwerpunkte legen wir nach wie vor auf das Entwickeln höher- und höchstfester Stähle mit hervorragenden qualitativen Eigenschaften sowie auf die Optimierung der Produktionsprozesse. Als Voraussetzung hierfür werden wir auch unsere Methoden-Kompetenzen, beispielweise in Data- Mining-Methoden oder der Simulation unserer Produkte und Prozesse, konsequent weiter stärken. Im Unternehmensbereich Technologie werden wir das InnoPET-PLASMAX-Verfahren, bei dem die Innenseite der PET-Flaschen mit einer sehr dünnen, hochtransparenten und flexiblen Glasschicht – einem Siliziumoxid – überzogen wird, weiter vorantreiben. Die Barriere-Schicht macht, unter Beibehaltung der glasklaren Flaschenoptik, die PET-Flasche kohlendioxid- und sauerstoffundurchlässig und erhält so Qualität und Geschmack der abgefüllten Produkte bei verlängerter Haltbarkeit. Nachdem die Basismaschine mit einer Leistung von maximal 12.000 Flaschen pro Stunde erfolgreich im Markt etabliert wurde, wird die Serie nun weiterentwickelt und um ein Modell ergänzt, welches bis zu 40.000 Flaschen pro Stunde leisten soll. Mehrperiodenübersicht zum Forschungs- und Entwicklungsbereich
1) FuE-Aufwand
bezogen auf den
Konzernumsatz
2) FuE-Aufwand bezogen auf die Konzernwertschöpfung 3) KHS AG voll konsolidiert 4) erstmalige Erfassung von forschungsnahem Aufwand (Mitarbeiter) MRW |
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