Investitionen

Der Schwerpunkt der Investitionsmaßnahmen des Salzgitter-Konzerns lag während des Geschäftsjahres 2009 – wie schon in den Vorjahren – auf dem Unternehmensbereich Stahl. Die wichtigsten Projekte werden in den Ausführungen zu den einzelnen Segmenten erläutert.

Die Zugänge zum Anlagevermögen aus Investitionen betrugen 717 Mio. € (Vorjahr: 970 Mio. € inklusive Anteile an assoziierten Unternehmen mit 258 Mio. €). Die 677 Mio. € aktivierte Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte übertrafen die Abschreibungen (543 Mio. €) signifikant. Der Erwerb zweier nicht konsolidierter Unternehmen und einer Beteiligung sowie im Zusammenhang mit der Entgeltumwandlung getätigte Geldanlagen führten zu Zugängen bei den Finanzanlagen von insgesamt 40 Mio. €.

Investitionen/Abschreibungen1)


Investitionen Abschreibungen2)
in Mio. € gesamt davon UB Stahl gesamt davon UB Stahl
2005 262 190 206 149
2006 236 161 201 145
2007 385 246 225 147
2008 653 454 278 154
2009 677 541 543 308
Summe 2.213 1.592 1.453 903
1) ohne Finanzanlagevermögen
2) planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen
Von den Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte entfielen in diesem Geschäftsjahr auf den Unternehmensbereich Stahl 541,0 Mio. €, das Segment Röhren 55,2 Mio. € und den Handelsbereich 12,9 Mio. €. Die Unternehmensbereiche Dienstleistungen und Technologie investierten 39,0 Mio. € beziehungsweise 27,3 Mio. €.

Investitionen in Sachanlagen1) nach Unternehmensbereichen

in Mio. € GJ 2009 GJ 2008
Stahl 541,0 454,3
Handel 12,9 16,2
Röhren 55,2 85,6
Dienstleistungen 39,0 50,4
Technologie 27,3 40,3
Sonstiges/Konsolidierung 1,6 6,5
Konzern 677,0
653,3
1) einschl. immaterieller Vermögenswerte

Abschreibungen auf Sachanlagen1,2) nach Unternehmensbereichen

in Mio. € GJ 2009 GJ 2008
Stahl 307,9 154,1
Handel 17,5 11,3
Röhren 73,3 32,5
Dienstleistungen 23,5 20,9
Technologie 98,0 26,8
Sonstiges/Konsolidierung 22,3 32,8
Konzern 542,6 278,4
1) einschl. immaterieller Vermögenswerte
2) einschl. außerplanmäßiger Abschreibungen

Unternehmensbereich Stahl

Die Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) hat die in den Vorjahren begonnenen Projekte im Geschäftsjahr 2009 fortgesetzt. Im Zentrum des Geschehens standen die Investitionsprogramme „Salzgitter Stahl 2012” und „Kraftwerk 2010”. Neue Projektplanungen wurden angesichts der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung auf das Betriebsnotwendige begrenzt, sodass das ursprünglich geplante Investitionsvolumen durch Einsparungen, Nachverhandlungen und Verschiebungen um rund 25 % reduziert werden konnte.

Im Rahmen des Projekts „Salzgitter Stahl 2012” wurde ein neuer Kaltmischer des Hochofenwerkes am Standort Salzgitter in Betrieb genommen und im Stahlwerk die Montage der Stranggießanlage 4 zur Erzeugung 350 mm dicker Brammen vorangetrieben. Den Guss der ersten Bramme erwarten wir für das erste Quartal 2010.

Die fünfte Linie der Sekundärmetallurgie des Stahlwerkes ging erfolgreich in den Regelbetrieb. Dieser Ausbau der VPL-Anlage (V = Vakuumentgasung, P = Pfannenofen, L = Legierungsstand) trägt unserem Ziel einer noch stärkeren Fokussierung auf anspruchsvolle Stahlgüten Rechnung.

Eine neue Wasserwirtschaft, der vierte Wärmeofen und die dritte Haspel der Warmbreitbandstraße wurden bis auf Restarbeiten fertiggestellt. Auch die Vorbereitung der Walzaggregate zur Produktion 2.000 mm breiter Bänder schritt voran: Im Dezember montierte der Bereich den ersten neuen Hauptantrieb der Fertigstraße. Die übrigen sechs Antriebseinheiten werden in den Jahren 2010 und 2011 folgen.

Im Zuge des Großprojekts „Kraftwerk 2010”, das die Eigenstromversorgung der SZFG über höhere Wirkungsgrade bei der Ausnutzung anfallender Kuppelgase steigern wird, begann zum Ende des Jahres die Inbetriebnahme des ersten Blocks.

Wegen der wirtschaftlichen Lage und der anhaltend hohen Investitionstätigkeit sind für das Jahr 2010 keine neuen größeren Projekte geplant. Wir werden allerdings auch weiterhin Investitionen tätigen, die der Produktentwicklung, der Effizienzsteigerung, dem Erfüllen von Umweltauflagen sowie der Substanzerhaltung dienen.

Aufgrund des schwierigen Marktumfelds der Peiner Träger GmbH (PTG) wurden im ersten Quartal 2009 die geplanten Investitionen des Großprojekts „PTG 2010” nochmals überprüft. Nach umfangreichen Wirtschaftlichkeitsberechnungen wurde entschieden, die zweite Linie des Stahlwerkes – bestehend aus Elektrolichtbogenofen, Sekundärmetallurgie, Entstaubung, Wasserwirtschaft – sowie die Erweiterung der bereits vorhandenen Stranggießanlage 2 weiterzuführen, die Inbetriebnahmezeitpunkte jedoch den momentanen Bedingungen anzupassen. Aktuell werden die Gebäude und die Infrastruktur für die neuen Anlagenkomponenten erstellt. Die Stranggießanlage 2 wurde im November außer Betrieb genommen und zum Brammengießen umgebaut. Die ersten Gießversuche sind für das Frühjahr 2010 geplant.

Auch die Umbaumaßnahmen der Universalmittelstraße (UMIT) erfolgten 2009 nahezu planmäßig. So konnte die Produktion am 1. September 2009 aufgenommen werden.

Der Bau einer Sauerstoff-Fernleitung zwischen Salzgitter und Peine verlief ebenfalls wie vorgesehen. Sie wird künftig eine kostenoptimale zentrale Versorgung beider Standorte sicherstellen. Die Betriebsaufnahme ist für März 2010 avisiert.

Die Ilsenburger Grobblech GmbH (ILG) schloss den Ersatz und die Verstärkung des Arbeits- und Parallelrollgangs der Walzstraße erfolgreich ab. Dieses Projekt steht – neben weiteren Investitionsmaßnahmen – im Zusammenhang mit der künftigen Erzeugung schwerer Bleche. Ferner nahm die ILG eine neue Anlage zur Blechkantenbearbeitung und zur Fertigung von Formzuschnitten in Betrieb.

Unternehmensbereich Röhren

Die Investitionen des Unternehmensbereiches Röhren im Geschäftsjahr 2009 dienten neben dem Anlagenersatz insbesondere der Optimierung der Produktqualität.

Im Jahr 2009 hat der Röhrenbereich folgende Projekte umgesetzt:
Der Sommerstillstand 2009 wurde dazu genutzt, das Projekt „Umbau Verschieber” im Blechwalzwerk der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (MGB) durchzuführen. Mit den neuen Verschiebern werden wir zukünftig sowohl die Leistung der Anlage steigern als auch kosteneffizienter arbeiten können.

Die von der Europipe-Gruppe durchgeführten Projekte hatten im Wesentlichen das Erneuern und Modernisieren der Produktionsanlagen zum Ziel. Damit soll die Position des Unternehmens als Weltmarktführer gefestigt werden.

Bei der Salzgitter-Mannesmann-Precision-Gruppe wurde das im Vorjahr in Betrieb genommene Dreiwalzen- Schrägwalzwerk der Salzgitter Mannesmann Rohr Sachsen GmbH (MRS) in enger Zusammenarbeit mit dem Anlagenlieferanten um weitere maschinelle Einrichtungen für den Produktionsprozess ergänzt.

Die Salzgitter-Mannesmann-Stainless-Tubes-Gruppe konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr die strategischen Erweiterungsinvestitionen an den einzelnen Standorten abschließen, sodass die Produktionskapazität im Segment der Nahtlosen Edelstahlrohre deutlich gesteigert werden konnte. In diesem Zusammenhang wurden am Standort Remscheid der Ersatz der Strahlanlage mit einer damit verbundenen Kapazitätserweiterung sowie die Inbetriebnahme einer induktiven Vergütungsanlage abgeschlossen. Am Standort Houston/USA wurden die Installationen eines neuen Blankglühofens sowie zusätzlicher Pilgermaschinen fertiggestellt. Des Weiteren erfolgten kleinere Ersatzinvestitionen mit dem Ziel der Modernisierung der technischen Anlagen. So sind am Standort Costa Volpino/Italien für das Produktsegment Instrumentation Tubes zwei technologisch veraltete Richtmaschinen durch ein neues leistungsstärkeres Aggregat ersetzt worden.

Unternehmensbereich Technologie

Der Unternehmensbereich Technologie hat auf die erschwerten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Ergebnisrückgang mit einer Kürzung des Investitionsvolumens reagiert: Wo es wirtschaftlich und organisatorisch vertretbar war, wurden Projekte in die Zukunft verschoben.

Investitionen in neue Technologien wurden trotz allem nicht vernachlässigt. Innovative technische Lösungen sichern nachhaltigen Erfolg bei den Kunden und Vorteile gegenüber dem Wettbewerb. Schwerpunkte in diesem Bereich waren die funktionelle Weiterentwicklung der Maschinen und Anlagen sowie die fortschreitende Reduzierung des Ressourcenverbrauchs.

Der Hauptteil der Investitionen entfiel auf die Modernisierung des Maschinenparks mit dem Ziel, zukünftig Produktionskosten zu reduzieren. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf dem Geschäftsbereich Abfüll- und Verpackungstechnik, der die 2007 und 2008 begonnenen Projekte erfolgreich abschloss.

Unternehmensbereiche Handel und Dienstleistungen

Im Unternehmensbereich Handel richtete sich die Investitionstätigkeit vor allem darauf aus, die bestehenden Anlagen weiter zu modernisieren. Darüber hinaus konnte die Verlegung des Lagerbetriebs der Salzgitter Mannesmann Stahlhandel GmbH (SMSD) von Lauchhammer nach Zeithain weitgehend abgeschlossen werden.

Der Unternehmensbereich Dienstleistungen investierte im Wesentlichen in folgende Vorhaben:
  • Erweiterung der Infrastruktur der DEUMU Deutsche Erz- und Metallunion GmbH (DMU) in Peine im Zuge des Projekts „PTG 2010”
  • Ersatzinvestitionen für Lokomotiven und Güterwagen bei der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter GmbH (VPS)
  • Bau einer neuen Produktionshalle der SZST Salzgitter Service und Technik GmbH (SZST)
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