Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie

In einem von Schnelllebigkeit und Ungewissheit geprägten Umfeld agierend steht für uns ein nachhaltiger Unternehmenserfolg zum Nutzen sämtlicher Stakeholder des Unternehmens im Vordergrund. Dies schlägt sich in den Formulierungen unserer strategischen Ziele nieder und wurde konsequent in entsprechenden Entwicklungsmaßnahmen der vergangenen Jahre umgesetzt. Wir sehen in Beständigkeit und Konsistenz der Geschäftspolitik einen grundlegenden und bewährten Erfolgsfaktor unseres Unternehmens. Die Ausrichtung der Salzgitter AG auf ihre wichtigsten Ziele – Eigenständigkeit durch Profitabilität und Wachstum – bleibt daher unverändert.

Wir wollen den Konzern – wie in den zurückliegenden Jahren erfolgreich praktiziert – mithilfe selektiven, ertragsorientierten Wachstums weiterentwickeln. Eine Erweiterung unserer Aktivitäten ist für uns jedoch kein Selbstzweck, sondern steht immer unter dem Vorbehalt, dass auch künftig eine im Branchenvergleich überdurchschnittliche Profitabilität unseres Unternehmens erzielt werden kann; diese messen wir an der Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Im Sinne einer Limitierung des unternehmerischen Risikos besteht die unerlässliche Randbedingung, dass unsere finanzielle Stabilität und bilanzielle Solidität erhalten bleiben.

Die strategische Weiterentwicklung des Salzgitter-Konzerns konzentriert sich auf die Unternehmensbereiche Stahl, Röhren, Handel und Technologie. Neben den laufenden und geplanten Projekten für unser organisches Wachstum prüfen wir grundsätzlich auch externe Expansionsmöglichkeiten hinsichtlich ihrer Eignung.

Gleichzeitig richten wir unser Augenmerk stets auf unsere kostenmäßigen und technologischen Wettbewerbspositionen und arbeiten in allen Bereichen des Konzerns kontinuierlich an der Erschließung neuer Potenziale.

Um eine Vereinbarkeit der Konzernziele mit den Zielen und Randbedingungen unserer operativen Einheiten „top-down” wie „bottom-up” zu gewährleisten und eine systematische Vorgehensweise sicherzustellen, bedienen wir uns einer Palette seit Jahren bewährter Führungsinstrumente (siehe Punkt 1.1).

Wir sind uns bewusst, dass die wertvollen Beiträge unserer Mitarbeiter in allen Bereichen des Konzerns eine wesentliche Grundlage für die Realisierung unserer Ziele sind. Daher sehen wir in der zukunftsorientierten Ausbildung und dem systematischen Fördern der Qualifikation unserer Belegschaft eine bedeutende strategische Aufgabe.

Die Umweltverträglichkeit unserer Produkte und Produktionsprozesse sowie der schonende Umgang mit den eingesetzten Ressourcen sind die selbstverständliche Basis aller unserer Aktivitäten.

Führungs- und Steuerungsinstrumente

Wir streben eine nachhaltige und kontinuierliche Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit aller Konzerngesellschaften an. Dazu setzen wir neben der turnusmäßigen Abstimmung von Zielen und der entsprechenden Berichterstattung in den Aufsichts- und Kontrollgremien des Konzerns systematisch eine Reihe von Führungs- und Steuerungsinstrumenten ein:
  • das „5P-Management”,
  • das Ergebnisverbesserungsprogramm (EVP) sowie
  • individuelle Zielvereinbarungen für leitende und außertarifliche Mitarbeiter.
Mittlerweile haben wir das auf die Zielebenen des Unternehmensleitbilds „5P” ausgerichtete Balanced-Scorecard-System „5P-Management” in den meisten Konzerngesellschaften implementiert. Mit dessen Hilfe werden auf der Ebene der einzelnen Organisationseinheiten operative Ziele und Maßnahmen von der jeweiligen Teilstrategie jeder Konzerngesellschaft abgeleitet und messbare Kriterien für die Zielerreichung festgelegt. Dabei werden auch Ziele formuliert, die den Unternehmenserfolg positiv beeinflussen, deren monetäre Effekte aber nicht ohne Weiteres zu ermitteln sind; hierzu gehören beispielsweise
  • die termin- und qualitätsgerechte Belieferung von Kunden,
  • der Ablauf von Produktionsprozessen mit geringstmöglicher Anzahl ungeplanter Unterbrechungen und
  • die Weiterbildung von Mitarbeitern.
Die formulierten Ziele und Maßnahmen werden auch in den Zielvereinbarungen mit leitenden und außertariflichen Mitarbeitern verankert.

Ergebnisverbesserungsprogramm (EVP)

Die kontinuierliche Optimierung von Wertschöpfungsprozessen ist für uns eine wichtige Managementaufgabe, die einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt beziehungsweise zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unseres Konzerns leistet. Sie erfordert das systematische und konsequente Erschließen vorhandener Potenziale in allen Unternehmensbereichen.

Als konzernweit einheitliches Managementinstrument haben wir zu diesem Zweck im Jahre 1996 das Konzept des Ergebnisverbesserungsprogramms in der Salzgitter-Gruppe eingeführt. Es dient dazu, sämtliche konkret definierten ergebnisoptimierenden Maßnahmen der Konzerngesellschaften zusammenzuführen, deren Effekte anhand von Finanzkennzahlen bewert- und messbar sind. Für alle Projekte gelten dabei verbindliche und standardisierte Bewertungskriterien, und es ist eine streng systematische Vorgehensweise für die Erfolgsmessung vorgegeben.

Mitarbeiter und EVP

Im Gegensatz zu reinen Top-down-Ansätzen sichert im EVP-Konzept das Engagement aller Beteiligten eine erfolgreiche Umsetzung der vereinbarten Schritte. So fließen auch Verbesserungsvorschläge unserer Mitarbeiter in das EVP ein. Die Akzeptanz des Programms und die Bereitschaft, dessen Strukturen und Institutionen zu nutzen, um mit eigenen Projekten zur kontinuierlichen Ergebnisverbesserung beizutragen, sind daher nach wie vor sehr hoch. Dementsprechend betrachten wir das EVP als eine Daueraufgabe über alle Managementebenen hinweg.
Mitarbeiter

Interner Benchmark

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres führten wir die im Jahr 2007 initiierte dritte Auflage des Ergebnisverbesserungsprogramms (EVP 3) konsequent weiter. Auch in den einzelnen Gesellschaften des Unternehmensbereiches Technologie, der dem Konzern im gleichen Jahr hinzugefügt worden war, sind Ergebnisverbesserungsprogramme installiert. Das Maßnahmenpaket „KHS2010plus” der KHS-Gruppe – als größter Geschäftseinheit des Segments – haben wir erfolgreich in unser konzernübergreifendes EVP integriert.

Aktueller Stand EVP 3

Im Jahr 2009 konnten wir eine Vielzahl neuer Ideen und nachhaltig wirksamer Maßnahmen – soweit sie den strengen Anforderungen der EVP-Kriterien genügten – in den Projektkatalog übernehmen. Es gelang uns, die Anzahl der aktiven Projekte auf 241 sowie die Ideen auf 85 auszuweiten, und es wurde ein leicht oberhalb des Vorjahresniveaus rangierender Full-Year-Effekt (FYE) von 176 Mio. € ermittelt.

Dieser Gesamteffekt ergibt sich aus verschiedenen Teilbereichen: Die Aktivitäten auf den Absatzmärkten mit Produkten höherer Wertschöpfung und ausgeweiteten Vertriebskanälen steuern einen FYE von 249 Mio. € bei. Im Zuge verbesserter Prozessabläufe in Produktion und Verwaltung sowie eines optimierten Material- und Fremdleistungseinsatzes haben wir ein Potenzial von 33 Mio. € identifiziert.

Um die gesteckten Ziele im Konzern zu erreichen, sind zum Teil auch aufwandserhöhende Voraussetzungen – wie beispielsweise Investitionen – erforderlich. Sie wurden mit 106 Mio. € pro Jahr für Abschreibungen, Zinsen und sonstige Aufwendungen berücksichtigt.

Integraler Bestandteil des EVP ist ab diesem Jahr ebenso das Programm „KHS2010plus”, das ein Erfolgspotenzial von rund 16 Mio. € beisteuerte.

Aktueller Stand EVP 3

in Mio. € FYE
Steigerung Gesamtleistung 249
Einsparung Aufwand 33
Abschreibungen/Zinsen/sonst. Aufwand –106
Ergebniseffekt vor Steuern 176

Sofortprogramm zur kurzfristigen Ergebnis- und Liquiditätssicherung

Aufgrund der besonderen, von erheblichen Beschäftigungsrückgängen gekennzeichneten Situation des Geschäftsjahres 2009 war naturgemäß die Kontinuität der EVP-Umsetzung in den meisten Teilen des Konzerns unterbrochen. In Ergänzung haben wir ein Sofortprogramm zur kurzfristigen Ergebnis- und Liquiditätssicherung aufgesetzt, das die geplanten 268 Mio. € Ergebniseffekt realisierte und somit überaus erfolgreich war. Aus heutiger Sicht dürfte etwa die Hälfte der Maßnahmen des Programms dauerhaft wirken. So ist zum Beispiel die von uns vorgenommene Kürzung der Budgets für Instandhaltung und Wartung nur temporär sinnvoll, da ansonsten die Leistungsfähigkeit unserer Anlagen gefährdet würde. Alle nachhaltigen Kostensenkungsprojekte werden Eingang in das Konzern-EVP finden.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Das oberste Ziel unseres Unternehmens ist die Erhaltung der Eigenständigkeit mittels Profitabilität und Wachstum. Als quantitative, ergebnisbezogene Zielvorgabe gilt für den Konzern eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE = Return On Capital Employed) von mindestens 15 % über einen Konjunkturzyklus. Als Konjunkturzyklus haben wir einen Zeitraum von fünf Jahren definiert.
Der ROCE setzt das EBIT in Relation zum „Capital employed” und misst die Verzinsung des eingesetzten Kapitals:
ROCE (in %) = (EBIT/Capital employed) x 100 %

Das „EBIT” (Earnings Before Interest and Tax) entspricht dem Ergebnis vor Steuern sowie vor Zinsaufwand, bereinigt um den Zinsanteil für Zuführungen zu Pensionsrückstellungen.

Zinserträge bleiben im EBIT, da sie als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit angesehen werden und somit zur Verzinsung des eingesetzten Kapitals beitragen.
in Mio. € GJ 2009 GJ 2008
EBT – 496,5 1.003
+ Zinsaufwand 118,7 160
– Zinsaufwand für Pensionsrückstellungen – 90,3 – 91
= EBIT – 468,1 1.072
Das „Capital employed” umfasst das verzinsliche Eigen- und Fremdkapital.

Zur Ermittlung dieser Kennzahl werden von der Bilanzsumme die Pensionsrückstellungen sowie die nicht verzinslichen Bilanzpositionen abgezogen:

in Mio. € GJ 2009 GJ 2008
Bilanzsumme 8.052 8.701
– Pensionsrückstellungen – 1.858 – 1.787
– Übrige Rückstellungen ohne Steuerrückstellungen – 693 – 677
– Verbindlichkeiten ohne Anleihen, Bank- und
   Wechselverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus
   Finanzierungsleasing, Forfaitierung und Asset- Backed
   Securitization
– 915 – 1.335
– Aktive latente Steuern – 129 – 16
= Capital employed 4.457 4.886
Die Pensionsrückstellungen und der darauf bezogene Zinsaufwand werden zur Ermittlung des ROCE eliminiert, da diese Komponenten kurz- bis mittelfristig nicht durch Dispositionen des Managements zu beeinflussen sind.

Die Komponenten der Kennzahlen sind aus den Angaben des Konzernabschlusses hergeleitet. Grundsätzlich werden für die Berechnung stichtagsbezogene Bilanzwerte verwendet.

Da der ROCE-Zielwert (15 %) im Durchschnitt über den Konjunkturzyklus im Konzern erreicht werden soll, hat er einen mittel- bis langfristigen Charakter.

Daraus leiteten wir für jeden Unternehmensbereich und jede Gesellschaft spezifische strategische Ziele ab. Diese sind – gegebenenfalls aktualisiert – in der Mittelfristplanung berücksichtigt.

Für den Zeitraum der Geschäftsjahre 2005 bis einschließlich 2009 haben wir das Profitabilitätsziel trotz der Einbeziehung des aktuellen Jahreswertes (– 10,5 %, Vorjahr: 21,9 %) auch nach Eliminierung der außerordentlichen Erträge und Aufwendungen mit 18,3 % übertroffen. Im ROCE des vergangenen Geschäftsjahres spiegeln sich die desaströsen konjunkturellen Rahmenbedingungen wider. Nach Herausrechnung der Nettogeldanlagen bei Kreditinstituten beträgt der ROCE aus industriellem Geschäft – 17,3 % (Vorjahr: 26,9 %).

Wachstumsstrategie

Im Jahre 2007 haben wir unsere Wachstumsziele und die entsprechende Strategie formuliert, deren interne und externe Komponenten nach wie vor gültig sind:

Interne Ziele:
  • Optimieren der Qualität
  • Steigern der Produktivität
  • Abrunden des Produktprogramms
  • Eliminieren von Engpässen
  • Reduzieren der Abhängigkeit von Lieferungen und Leistungen Dritter in sensitiven Bereichen
Externe Ziele:
  • Selektiver Ausbau regionaler Marktpositionen
  • Ergänzen/Erweitern des Produktprogramms
  • Schließen von Lücken in der Wertschöpfungskette
  • Attraktive Akquisitionen in stahlnahen Bereichen
  • Industrielle Diversifikation
Unter erfolgreicher Verwirklichung dieser Teilziele streben wir mittelfristig einen Konzernumsatz in der Größenordnung 13 bis 15 Mrd. € an. Dabei muss jedes Einzelprojekt nachhaltig in der Lage sein, zum ROCE-Ziel des Konzerns von 15 % über den Stahlzyklus beizutragen.

Gravierende Wachstumsschritte von Unternehmen sind immer mit einem unternehmerischen Wagnis verbunden, da auf der Basis historischer Daten, Erkenntnisse und Erfahrungen unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel weitreichende Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden. Diese können sich aufgrund einschneidender Veränderungen von Rahmenbedingungen später als immer noch vorteilhaft oder auch – trotz sorgfältigster Vorbereitung – als ungünstig erweisen.

Die dramatischen Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise und die damit verbundene Ungewissheit der künftigen Wirtschaftsentwicklung haben uns bewogen, unsere externen Wachstumsziele zunächst hinter die Anstrengungen zur Zukunftssicherung unseres Konzerns zurücktreten zu lassen.

Sobald eine nachhaltige Erholung der gesamtwirtschaftlichen Situation erkennbar wird, werden wir auch die offensiveren Elemente unserer Strategie wieder mit mehr Nachdruck verfolgen. Dabei wird das sorgfältige Abwägen von Chancen und Risiken wie schon in der Vergangenheit die Grundlage der Beurteilung potenzieller Projekte sein.

Grundsätzlich beabsichtigen wir, die weltweit stattfindenden Konsolidierungsprozesse in unseren wichtigsten Aktionsfeldern Stahl, Handel, Röhren und Technologie – ohne Handlungsdruck – zu einer aktiven Mitgestaltung zu nutzen. Wir werden uns aber auch weiterhin nicht an „Bieterschlachten” beteiligen und keine unrealistischen Preise für Akquisitionen bezahlen. Der weltweite rapide Verfall der Unternehmenswerte in den Jahren 2008 und 2009 bestätigte uns in unserer konservativen Haltung.

Die bereits früher initiierten und weit vorangeschrittenen Investitionsmaßnahmen konnten wir aufgrund unserer vorausschauend gestalteten Finanzierungsstruktur und der erheblichen Liquiditätsreserven ohne zwingende Abstriche vorantreiben. Insofern haben wir die defensiveren Aspekte unserer Wachstumsstrategie weitergeführt.

Bei der Prüfung und Beurteilung sämtlicher Investitionsmaßnahmen des Konzerns legen wir grundsätzlich konservative Annahmen zugrunde und betrachten diese mit ihren unterschiedlichen Ausprägungen über den Konjunkturzyklus. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir mit den von uns in den Kernbereichen Stahl, Röhren, Handel und Technologie vorangetriebenen internen Vorhaben gut gerüstet sind, die anvisierten internen Ziele – wenn auch fallweise zeitverzögert – erreichen zu können. Im Zuge einer nachhaltigen Normalisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage dürften die allermeisten Projekte auch unsere langfristig angelegten Wachstumsziele unterstützen.

Insgesamt werden derzeit konzernweit Projekte mit einem Investitionsvolumen von 2,0 Mrd. € umgesetzt beziehungsweise sind bereits komplett fertiggestellt.

Konzernweites Investitionsvolumen 1996/1997 – 2012

Konzernweites Investitionsvolumen 1996/1997 – 2012
Detaillierte Informationen finden Sie im Kapitel „Investitionen”, siehe Seite 64.

Strategische Ausrichtung nach Unternehmensbereichen

Das im Jahr 2007 gestartete umfangreiche Investitionsprogramm des Unternehmensbereiches Stahl wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr fortgesetzt. Für die drei Stahlstandorte Salzgitter, Peine und Ilsenburg umfasst das Programm folgende Teilprojekte:

Salzgitter und Ilsenburg
  • Kapazitätserweiterung des Stahlwerkes Salzgitter (Metallurgie, 4. Stranggießanlage) um 350 Tt pro Jahr,
  • Ausbau der Walzwerke für Warmbreitband und Grobblech,
  • Produktion innovativer HSD®-Stähle durch Anwendung des Bandgießverfahrens, Investitionsvolumen: rund 350 Mio. €; gestuft bis 2012.
Peine
  • Bau eines zweiten Elektrolichtbogenofens mit Feinmetallurgie,
  • Erweiterung der vorhandenen Stranggießanlagen,
  • Optimierung der Walzstraße im Hinblick auf die Herstellung von Spezialprofilen,
  • Kapazitätseffekt: +950 Tt Rohstahl pro Jahr, Investitionsvolumen: rund 400 Mio. €; Inbetriebnahmen in den Jahren 2009 und 2010.
Mithilfe der genannten Investitionen ergänzen wir das Produktprogramm, senken unsere Kosten infolge verbesserter Anlageneffizienz und reduzieren den Fremdmaterialzukauf sowie die Fremdbearbeitung in den Unternehmensbereichen Stahl und Röhren.

Im Unternehmensbereich Handel werden wir als Konsequenz der aktuellen wirtschaftlichen Gesamtsituation die Kooperation zwischen unserem lagerhaltenden Handel und dem Exportgeschäft unserer Produktionsgesellschaften nochmals intensivieren und die Potenziale einer gemeinsamen Marktbearbeitung nutzen. Im strategischen Wachstumsfeld höherwertiger Güten wird der lagerhaltende Handel des Salzgitter-Konzerns verstärkt seine Position ausbauen und ferner seine Anarbeitungskapazitäten vergrößern. Der internationale Handel des Konzerns wird seine Kundenbeziehungen stärken, den Anteil von Produkten aus dem eigenen Konzern konsequent erhöhen und auch künftig eine wesentliche Unterstützung beim Einkauf von Vormaterial für die Produktionsgesellschaften leisten.

Der Unternehmensbereich Röhren reagiert mit zeitlicher Verzögerung auf kurzfristige Konjunkturschwankungen, da seine Geschäftstätigkeit zum großen Teil auf Infrastrukturprojekte ausgerichtet ist und somit einen spätzyklischen Charakter hat.

Grund hierfür: seine starke Fokussierung auf die Öl-, Gas- und Energiewirtschaft, die sich ihrerseits am langfristig steigenden Energiebedarf orientieren. Wir gehen davon aus, dass insbesondere die auf die Produktion von Leitungsrohren spezialisierten Gesellschaften aufgrund ihrer sehr guten Wettbewerbspositionen von diesem Trend profitieren werden. Das Röhrensegment wird sein Profil insgesamt durch Arrondierungen und Optimierungen bestehender Aktivitäten weiter schärfen.

Der Unternehmensbereich Technologie konzentriert sich auf
  • die Entwicklung,
  • die Herstellung und
  • die Installation sowie den Service
von Komplettanlagen für den tendenziell dynamisch wachsenden Markt der Getränkeabfüllung. Dabei stehen ganzheitliche Lösungen für den Kunden über den gesamten Produktlebenszyklus einer Anlage von der Planung bis hin zu ihrer Verwertung künftig noch stärker im Fokus.

Infolge der erheblichen Konsequenzen der Weltwirtschaftskrise liegt der Fokus gegenwärtig verstärkt auf der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Strukturen, wofür bereits im zurückliegenden Geschäftsjahr erste durchgreifende Schritte vollzogen wurden.

Der Unternehmensbereich Dienstleistungen wird auch zukünftig in seinem Kerngeschäft die produzierenden Konzern-Schwestergesellschaften unterstützen. Ziel ist es dabei, die Effizienz der Dienstleistungen kontinuierlich zu steigern und zum Teil auch im Wettbewerb auf dem Drittmarkt den eigenen Geschäftserfolg optimieren zu können.

Unsere umsatzstärkste Dienstleistungsgesellschaft, die DEUMU Deutsche Erz- und Metall-Union GmbH (DMU), hat mit zusätzlich geschaffenen Lagermöglichkeiten in Salzgitter und Peine die Option, Spotpreis-Vorteile zu erwirtschaften: Sie kann dort Schrottmengen lagern, die zur Stahlherstellung benötigt werden, aber vom kurzfristigen Bedarf abgekoppelt sind.
Manager Login