Ertrags-, Finanz- und VermögenslageKonjunkturelles Umfeld
Die Weltwirtschaft präsentierte sich in den ersten neun Monaten 2010 gegenüber dem vorangegangenen
Krisenjahr in deutlich verbesserter Verfassung. Vor allem während der ersten sechs Monate erholte sich die Konjunktur
in den Industrienationen und den Schwellenländern spürbar. Mit fortschreitendem Jahresverlauf zeigten
sich hierbei jedoch je nach Wirtschaftsraum divergierende Trends: Die meisten entwickelten Volkswirtschaften
vermeldeten eine fühlbare Erhöhung der Wirtschaftsleistung, die allerdings vom Vorkrisenniveau noch weit entfernt
ist. In den USA und Japan begann sich der konjunkturelle Aufschwung bereits im zweiten Quartal wieder
abzuschwächen. Eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und deflationäre Tendenzen belasteten hier das Verbrauchervertrauen.
Die Binnennachfrage blieb daher in beiden Staaten entsprechend verhalten. Im Gegensatz dazu
hat die Industrieproduktion vieler asiatischer und lateinamerikanischer Schwellenländer inzwischen ihren langfristigen
Wachstumstrend wieder erreicht. Der chinesische Aufschwung fiel so stark aus, dass die dortige Regierung
inzwischen sogar schon wieder Maßnahmen zur Vermeidung einer möglichen Überhitzung einiger Wirtschaftssektoren
eingeleitet hat. Insgesamt erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2010
eine globale Wachstumsrate von 4,8 %.
Auch die Eurozone verzeichnete eine wirtschaftliche Belebung. Regional ergaben sich aber gravierende Unterschiede: Die exportorientierten Staaten wuchsen teilweise durchaus kräftig, während andere Länder wie Italien, Spanien und Portugal nur eine schwache Verbesserung der Produktionsleistung vermeldeten. In Irland und Griechenland verringerte sich die Wirtschaftsleistung sogar. Dies ist auch das Resultat der eingeleiteten Haushaltskonsolidierungen nach den Staatsfinanzkrisen jener Länder. Frankreich und Großbritannien erholten sich nur moderat. Dementsprechend liegt das vom IWF prognostizierte Wachstum der Euroländer für 2010 bei 1,7 % und damit unter dem der anderen Wirtschaftsregionen. In Deutschland erwies sich der Aufschwung hingegen als ausgesprochen kräftig. Sowohl die Exportleistung als auch die Binnenkonjunktur nahmen spürbar Fahrt auf; die Stimmungsindikatoren liegen auf einem hohen Level. Haupttreiber dieser Entwicklung war das Exportgeschäft. Der über den Krisenzeitraum hinweg unerwartet robust gebliebene Arbeitsmarkt und das Fehlen einer Immobilienblase ließen zudem die Inlandsnachfrage voll von dem niedrigen Zinsniveau profitieren. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sollte somit 2010 von allen G7-Ländern trotz der erwarteten Verlangsamung des Aufwärtstrends in der zweiten Jahreshälfte am stärksten ansteigen. Insgesamt rechnet der IWF damit, dass die deutsche Volkswirtschaft dieses Jahr um 3,3 % wächst. |
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