Kokerei2

Kohle, die unter Temperaturen von 1300 Grad zu Koks gebacken wird – ein heißer Luftzug aus der offenen Koksbatterie – Funkenflug beim Herausdrücken der Koksmasse aus dem Ofen mit einem überdimensionalen Stahlstempel – Schwaden von Badezimmernebel, wenn Wasser beim Ablöschen auf den Koks trifft – ein Gang durch die Kokerei am Standort Salzgitter hält für den Experten wohl ebenso interessante Eindrücke bereit wie für den Nicht-Fachmann.

Für mich als Laie war der erste Gedanke: das ist mal ein Job nahe an den vier Elementen. Auch wenn die moderne Physik über Aristoteles` Idee von den vier Grundelementen Erde, Feuer, Luft und Wasser mittlerweile hinweggegangen ist, gefühlt walten sie hier immer noch in der täglichen Arbeit. Herr Stefan Lowin, Betriebsleiter der Produktion, klärte mich bei einem Rundgang nicht nur über den Prozess auf, sondern ich bekam auch einen Eindruck über die Tätigkeiten eines jungen Ingenieurs oder einer jungen Ingenieurin in den ersten Monaten in der Kokerei. Studium der komplexen Anlagendokumentation, Koordination von technisch anspruchsvollen Wartungs- und Reparaturarbeiten, intensive Begleitung der Meister und Facharbeiter, um von deren Anlagenwissen zu profitieren, das alles steht in der ersten Zeit auf dem Programm. Ungefähr 80% seiner Zeit, so die Empfehlung von Herrn Lowin, sollte der Einsteiger nicht auf seinem Bürostuhl verbringen, sondern sich den Kokereibetrieb „erlaufen“.

Mein Ziel bei der ca. zweistündigen Tour entlang des Prozesses war, mir als Personalentwickler live einen Überblick über den Arbeitsplatz eines Ingenieurs der Verfahrenstechnik zu verschaffen. Denn seit kurzem sind wir auf der Suche nach Verstärkung für den Kokereibetrieb, wobei uns Absolventinnen ebenso willkommen sind wie Berufserfahrene. Falls Sie sich also für eine Tätigkeit nahe an den vier Elementen begeistern können, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung – sozusagen als fünftes Element.

(Autor: Frank Gießelmann, Salzgitter Flachstahl GmbH)