Australien Es ist nun einige Zeit vergangen, seitdem ich mit meinem Forschungsprojekt hier an der Monash University durchgestartet bin. Mittlerweile wohne ich recht vorteilhaft zwischen der Innenstadt und Monash (ca. 25 min in beide Richtungen) in 2 Häusern mit Menschen verschiedenster Nationalitäten in einer lockeren WG-Atmosphäre. Das Wetter hier in letzter Zeit ist wirklich ein Fall für sich. Die Natur zeigt sich äußerst facettenreich: von monsunartigen Regenfällen, in denen nach 30 min die komplette Stadt lahmgelegt ist, über 3 Jahreszeiten am Tag bis hin zu 40° C um 12 Uhr mittags.

In den ersten Wochen ging es vor allem darum, den nötigen Papier- und Anmeldungskram zu bewältigen sowie das Institut und die Mitarbeiter kennenzulernen. Alle Menschen im Institut, die ich bisher kennengelernt habe, sind mir gegenüber ausgesprochen freundlich und offen entgegengetreten. Die Stimmung in der Fakultät ist nicht zuletzt durch den äußerst grün gestalteten Campus und den normalerweise sonnigen Tagen sehr locker und man spricht sich in allen Positionen mit Vornamen an. Da die Sicherheitsbestimmungen hier sehr strikt, oder besser gesagt, bürokratisch “verzweigt“ sind, lief die erste Zeit untersuchungstechnisch eher schleppend und träge voran. Dadurch, dass das Unisemester hier aber im Februar angefangen hat, ließ sich jedoch die Freizeit gut mit diversen “social clubs“ und sportlichen Aktivitäten wie Squash ausfüllen. Ab und zu wird selbstverständlich auch gegrillt, was die Australier besonders gerne machen.

Bezüglich meines Projektes ist auch Land in Sicht. Der Versuchsablauf steht schon seit längerer Zeit fest, dessen Weichen jedoch in Abhängigkeit von den Untersuchungsergebnissen verändert werden. Die in Salzgitter angefertigten Stahlproben sind bereits verarbeitet worden und die ersten metallographischen Ergebnisse bezüglich der Emaillierungen werden nächste Woche vorliegen.

Die universitären Werkstätten und Untersuchungsräume unterscheiden sich meiner Meinung nach kaum von denen der RWTH Aachen. Teilweise handelt es sich sogar um die gleichen Modelle, wobei offen gesagt manche Geräte hier nicht an den Oldtimerstatus so mancher erfahrener Maschinen in Aachen herankommen. Vorzeigbar ist ebenfalls die Betreuung, welche hier sehr gut ist.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich mich hier beruflich äußerst gut aufgehoben fühle und die Uniatmosphäre eine ganz andere Erfahrung ist. Privat fühle ich mich unverändert wohl und habe auch bereits gemerkt, wie diese Erfahrung mich bereichert hat. Möge die Zeit bis Mitte Juni so weiterlaufen!

Beste Grüße aus Melbourne

Johannes Tlatlik

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