Glühende Träger, ohrenbetäubende Elektroöfen und dunkle Hallen… Der Charme des Stahlwerks in Peine ist ein ganz eigener. Davon konnten wir, eine Gruppe von Praktikanten der Salzgitter AG und Studenten der RWTH Aachen, uns am vergangenen Freitag selbst überzeugen. Denn um die Salzgitter AG richtig kennenzulernen, sollte man an einer Werksführung teilgenommen haben. Erst hier wird die Faszination von „Stahl“ so richtig lebendig und erst hier steckt einen die Begeisterung für diesen Werkstoff so richtig an.

Nach einer kurzen Vorstellung des Werks in Peine durch den technischen Geschäftsführer der Peiner Träger GmbH (PTG) Herrn Korth in einem der altehrwürdigen Verwaltungsgebäude auf dem Werksgelände übernahm Herr Schiefer die Führung durch das Stahlwerk. Seine Ankündigung „an den Öfen gibt es richtig was zu sehen“ sollte sich bewahrheiten. Auch der Rundgang durch die Trägerstraße und die Universalmittelstraße (UMIT) waren beeindruckend und gehören dazu, will man die Trägerproduktion im Ganzen verstehen. Der eindeutig spannendste Teil der Führung aber bestand darin zu sehen, wie Schrott in einem der Öfen geräuschvoll (Ohropax waren zwingend notwendig…), den Boden zum Beben bringend und mit diversen „Feuereffekten“ zu Stahl verkocht wurde.

Ein kleiner Wermutstropfen war die hinter einer Wand abgeschottete Bandgießanalage, deren Modell gerade bei der Hannover Messe so viel Interesse und Begeisterung ausgelöst hatte. Ein Blick auf das Original blieb uns also vorerst leider verwehrt. Dafür bekamen wir eine Sonderanfertigung von 48 Meter langen Trägern zu sehen, die demnächst das Grundgerüst unseres neuen Besucherzentrums am Standort Salzgitter bilden werden!

Was nach der Werksführung also bleibt, ist ein absolut beeindruckendes Erlebnis und jetzt, egal ob Maschinenbauer, Metallurge oder BWL’er, ein feeling dafür zu haben, was es heißt, Stahl zu produzieren. Zwar konnten wir, die Büroarbeitsplatz-Verwöhnten, dem sportlichen Tempo während der Führung durch die Trägerstraße und die UMIT  nicht immer ganz folgen, waren am Ende aber froh, die Werksführung miterlebt zu haben.

Alles in allem also ein heißes, lautes und anstrengendes Erlebnis, aber unbedingt sehens- und empfehlenswert!