Arbeiten in einer Männerdomäne – Interview mit Jana Schuhmann

Frau Schuhmann studierte bis April 2013 an der TU Dortmund den Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der Vertiefung Produktionsmanagement. Ihre Masterarbeit schrieb sie bei der KHS und wurde anschließend fester Bestandteil des KHS–Teams.

 

3 Wörter, die mir zur KHS einfallen: international, kundenspezifische Fertigung, Hightech

Sie haben den Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit der Vertiefung Produktionsmanagement absolviert. Warum haben Sie sich gerade für diesen, recht „männlich“ geprägten Studiengang entschieden?
Mir war nach der Schule schnell klar, dass ich etwas mit Technik machen will. Über das Internet bin ich dann eher zufällig auf den Studiengang gekommen. An der TU Dortmund hatte ich die Möglichkeit, den Schwerpunkt Produktionsmanagement zu wählen. Auch dass dies viel mit Maschinenbau zu tun hatte, hat mir sehr gefallen. So hatte mein Studium die für mich ideale Kombination aus Wirtschaft und Technik.

In Ihrer Masterarbeit haben Sie ein Vorgehensmodell zur Konfiguration internationaler Produktionsnetzwerke entwickelt. Können Sie mir in Kurzfassung erklären, wie Sie dabei vorgegangen sind?
Ausgangspunkt war, dass das Produktionsnetzwerk der KHS über Jahre hinweg nach und nach entstanden ist, womit ich mich in meiner Masterarbeit auseinander setzen sollte. Eine konkrete Aufgabenstellung hatte ich nicht, sondern war sehr frei in der Ausgestaltung meiner Arbeit. Ich musste mich dazu erst einmal mit den Grundlagen des Produktionsnetzwerkes der KHS auseinandersetzen und es analysieren, bevor ich in die Detailarbeit einsteigen konnte. Mit Hilfe von verschiedenster Fachliteratur habe ich dann ein allgemeingültiges Modell entworfen, nach dem man ein Produktionsnetzwerk optimieren kann. Dieses habe ich im nächsten Schritt auf das Produktionsnetzwerk der KHS angewendet.

Wie empfanden Sie die Betreuung in der KHS während Sie an Ihrer Masterarbeit geschrieben haben?
Dadurch, dass es keine konkreten Vorstellungen gab, wie meine Arbeit genau auszusehen hatte, habe ich natürlich weitgehend selbständig gearbeitet. Konkrete Fragen konnte ich dennoch jederzeit allen aus meiner Abteilung stellen und hatte so immer die Unterstützung aus dem Hintergrund. Deshalb empfand ich die Betreuung wirklich als sehr gut.

Nach Ihrer Masterarbeit wurden Sie in der KHS übernommen und koordinieren seitdem im Bereich Kapazitäts- und Global Order Management Terminanfragen im Neumaschinenbereich. Wie haben Sie den Übergang von der Absolventin zur festen Mitarbeiterin in der KHS erlebt?
Insgesamt verlief der Übergang sehr problemlos. Dazu muss ich sagen, dass ich vor meiner Masterarbeit einige Monate Praktikum in genau der Abteilung gemacht habe, in der ich auch meine Masterarbeit schrieb. Daher war mein großer Vorteil, dass ich schon viele Kollegen und Arbeitsabläufe kannte, was mir vieles erleichterte. Natürlich habe ich in meiner jetzigen Position viele Dinge kennengelernt, die ich vorher noch nicht kannte und in die ich ganz neu eingearbeitet wurde. Jetzt habe ich auch deutlich mehr Verantwortung und bin intensiver in die Prozesse mit eingebunden, als es im Praktikum der Fall war. Aber der Übergang verlief dank guter Betreuung wirklich reibungslos.

Wie arbeitet es sich in einer solch typischen „Männerdomäne“?
Ich habe ja keinen Vergleich! (lacht) Nein, im Ernst: Ich kann mich wirklich nicht beschweren. Ich erlebe hier keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, wie er in den Medien immer wieder publiziert wird, und werde von allen voll akzeptiert. Außerdem habe ich mich von Anfang an darauf eingestellt, dass ich mit dieser Studienrichtung und meinen Interessen in einer Männerdomäne arbeiten würde, aber damit hatte ich noch nie ein Problem.

Wie kann man sich einen „typischen“ Arbeitstag bei Ihnen vorstellen?
Als eine Mischung aus Tagesgeschäft und Projektarbeit. Das Alltagsgeschäft besteht vor allem aus dem Bearbeiten von Kundenanfragen im Neumaschinenbereich. Da wir jeden Tag sehr viele Anfragen haben, ist das eine Arbeit, die immer kontinuierlich nebenher läuft. Hinzu kommen immer wieder unterschiedliche Projekte aus dem Kapazitätsmanagement, die bearbeitet werden müssen. Dies bietet einem viel Abwechslung.

Was macht Ihnen an Ihrer jetzigen Arbeit besonders Spaß?
Konkret ist das schwer zu sagen, weil ich mich im Allgemeinen einfach sehr wohl fühle. Ich arbeite in einem tollen Team und habe sehr nette Kollegen an meiner Seite. Hinzu kommt, dass der Kontakt zu Kollegen in den internationalen Werken die Arbeit abwechslungsreich und interessant macht.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich denke, dass meine Wünsche im Laufe der Zeit entstehen werden. Hier in der Abteilung möchte ich mich weiterhin gut einarbeiten und immer mit Spaß meine Arbeit verrichten. Alles Weitere wird sich in der Zukunft ergeben.

Haben Sie einen Tipp für Studenten, die sich bei der KHS bewerben wollen?
Da ich meine Bachelorarbeit an der Uni und meine Masterarbeit bei der KHS geschrieben habe, habe ich den direkten Vergleich zwischen beiden Varianten. Eine Masterarbeit im Unternehmen zu schreiben ist insgesamt sehr viel anwendungsorientierter und hat mir viel mehr gebracht als die Bachelorarbeit. Auch vor dem Hintergrund, dass man eine gute Möglichkeit hat, um Kontakte zu knüpfen, wie es bei mir der Fall war und zu einem guten Berufseinstieg geführt hat, ist eine Abschlussarbeit im Unternehmen und speziell in der KHS von großem Nutzen. Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, es genauso zu machen. Ich würde immer wieder meine Masterarbeit bei der KHS schreiben.

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