Am 09. November protestierten wir in Brüssel lautstark für weitere Anti-Dumping-Zölle auf unfaire Stahlimporte aus Ländern wie China oder Russland und gegen eine Verschärfung des EU-Emissionsrechtehandels. Über 15.000 Beschäftigte aus der europäischen Stahlindustrie hatten sich teilweise schon in der Nacht auf den Weg in die belgische Landeshauptstadt gemacht, um damit ein Zeichen des Widerstandes in Richtung Berlaymont-Gebäude, dem Hauptsitz der Europäischen Kommission, zu schicken. Darunter waren rund 2.500 Mitarbeiter aus dem Salzgitter-Konzern, u.a. auch Vorstandschef Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann und Arbeitsdirektor Michael Kieckbusch.

Der 09. November war dafür bewusst gewählt worden, weil an diesem Tag die Europäische Kommission eine Antwort dazu geben wollte, wie faire Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel geschaffen werden können und wie Europa zukünftig mit Staatswirtschaften umzugehen hat, die sich nicht an marktwirtschaftliche Regeln halten.

Cw0oBMSXUAA74ymBei der Salzgitter AG begannen die Proteste bereits am 08. November um 22 Uhr mit einer „Stahlglutroten Nacht“ am Standort Salzgitter. Hierfür wurde ein Schlackebett aufgerissen, um den Nachthimmel über dem Werksgelände hell zu erleuchten. Anschließend fuhren wir mit knapp 2.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Konzerngesellschaften am Standort Salzgitter und 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Standorte des Konzerns in über 40 Reisebussen in Richtung Brüssel. Dort angekommen, wurden wir von einer Motorradeskorte der belgischen Polizei empfangen und zum Veranstaltungsort, dem Jubelpark, geleitet. Trotz Dauerregen füllte sich der Platz vor dem Triumphbogen, einem der berühmtesten Bauwerke in Brüssel, relativ schnell, und wir trafen auch die Kolleginnen und Kollegen anderer Stahlunternehmen, wie beispielsweise ArcelorMittal, Saarstahl, ThyssenKrupp, Georgsmarienhütte oder Tata. Nach mehreren Reden, unter anderen von Luc Triangle, Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsverbandes industrie ALL Europe, machten wir uns geschlossen – lautstark mit Protestbannern, Trillerpfeifen und Sirenen – auf den Weg zum Gebäude der Europäischen Kommission und anschließend auf eine Demonstrationsroute durch die Straßen Brüssels. Der lange Zug der Demonstranten war für mich sehr beeindruckend und viele Bewohner der Stadt blieben stehen oder unterbrachen ihre Mittagspause und guckten aus den Fenstern der Bürogebäude und Cafés. Endpunkt des gemeinsamen Protestes war nach zwei Stunden erneut der Jubelpark.

Anschließend ging es auf den Heimweg und uns einte das Gefühl, mit der Teilnahme an dem Stahlaktionstag in Brüssel unseren Forderungen in Richtung Europäische Kommission eindrucksvoll Nachdruck verliehen zu haben.