Der Harz als Naherholungsgebiet lädt ja bekanntlich zum Wandern ein. Mit dem ersten Frost werden die Erinnerungen an ein spätsommerliches Wanderevent wieder wach: Unsere Konzerngesellschaft Ilsenburger Grobblech GmbH liegt am Harzrand, und daher nähert sich alle zwei Jahre der Tag, an dem das Wandern, dieses wunderbare Hobby vieler Flachlandtiroler, auch Einzug in den Ausbildungsplan der rund 50 Auszubildenden findet.

Mein Kollege und ich, die wir im Gegensatz zu den gebirgserfahrenen Ilsenburger Auszubildenden und Meistern eher über wenig alpine Kenntnisse verfügen, trafen sich Anfang August auf einem nahe den Ausläufern des Harzes gelegenen Parkplatz. Aufgrund vorheriger Berichte war mir, als einem der zwei aus der Steppe um Salzgitter stammenden Sozialarbeiter, etwas unwohl zumute. Ich hatte Geschichten gehört über Ausbilder aus Ilsenburg, die mit dem Fahrrad auf den Brocken fahren und denen dies auch noch Spaß macht. Das kann ja was werden…

Gruppenfoto_AzubiWandertag2017Der Brocken war dann – nach meinem Empfinden zum Glück – nicht das Ziel dieses Tages. Stattdessen führte uns unsere Wanderroute zur Plessenburg, immerhin auch auf ca. 555m oberhalb des Meeresspiegels gelegen. Als weitere Motivation diente für mich dazu noch das Versprechen, am Ziel mit leckerem Gegrillten empfangen zu werden.

Bleibt die Frage, warum man als Azubi und Sozialarbeiter denn nun einen Wandertag macht: Das gab es ja eher zu Schulzeiten. Nur wandern und die recht hübsche Umgebung beobachten sollten schließlich nicht Sinn und Zweck dieses Tages sein. Vielmehr ging es um das gegenseitige Kennenlernen, Vertrauen schaffen und im Team Lösungen zu erarbeiten.

Der erste Stopp nach knapp zwei Kilometern wurde dazu genutzt, die eine Hälfte Auszubildende blind, die andere Hälfte diese leitend, durch den Wald laufen zu lassen. Aus rein kollegialer Sicht bleibt hier anzumerken, dass kein sehender Azubi seinen Schutzbefohlenen gegen einen Baum oder in einen Bach laufen ließ. Mitmachtipp: Schließen Sie jetzt die Augen und gehen Sie einfach ein paar Meter. Wenn es schief geht, erzählen Sie das aber bitte nicht der Arbeitssicherheit. Zum Glück verliefen der weitere Tag und die anderen Aktivitäten, wie zum Beispiel ein Haus vom Nikolaus mit einer Gruppe aus 8 bis 15 Personen anhand einer Schnur nachzubauen, bei uns ohne Zwischenfälle. Die geplante Ankunft nach knapp 12 Kilometern, gefühlt nur bergauf, verzögerte sich deswegen auch nur geringfügig.

Am Ziel wurde dann die Motivationsbratwurst und das Grillfleisch in gemeinsamer Runde aufgetischt. Übergeblieben ist nicht viel, Hunger hatten nach diesem Tag alle. Rückblickend war es ein sehr gelungener Tag in einer sehr schönen Landschaft. Sogar ein Wildschwein mitsamt Nachwuchs kreuzte unseren Weg. „Interessante Konversationen und viele grandiose Scherze“ rundeten den Tag ab. Besser als der angehende Industriemechaniker Hauke kann man nicht resümieren: „Dieser pädagogisch wertvolle Tag hat uns untereinander und mit unseren Ausbildern noch enger zusammengeschweißt. Ich wäre jederzeit gerne wieder dabei“. Wir schnüren dann in zwei Jahren wieder die Wanderschuhe.