Marco Lamb begann 2011 seine Laufbahn bei der KHS GmbH. Nach einer Ausbildung und der Teilnahme am Traineeprogramm Fit4Commissioning arbeitet er jetzt als Installationstechniker im Bereich KEG Technik. Parallel studiert er berufsbegleitend Elektrotechnik. Lesen Sie nun, was er letztes Jahr in Rumänien erlebte.

Marco LambRumänien, soll ich mir das wirklich antun?
Anfangs war mir schon ein wenig mulmig zumute, als mein Chef auf mich zu kam und meinte, ich solle in Rumänien eine CombiKeg (Maschine zum Reinigen und Befüllen von Keg-Fässern) aufstellen und in Betrieb nehmen. Besonders weil im Anschluss an die Montage meine Klausurenphase an der Hochschule begann. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch noch nicht ganz so viel für meine Klausurvorbereitung getan.
Nach kurzer Überlegung entschied ich mich dafür, die Baustelle zu übernehmen. Schon in zweieinhalb Wochen sollte es losgehen. Daher musste ich mich auf alles so gut und so schnell wie möglich vorbereiten. Neben der Montage und Inbetriebnahme stand nämlich noch ein Kundentraining für die Anlage auf dem Programm.
Zum Glück stand die Anlage noch in unserem Werk, was mir die Vorbereitung erleichterte. So konnte ich selbst die Werksinbetriebnahme durchführen und mich mit dem Programm vertraut machen. Nach Feierabend ging es für mich dann mit Lernen weiter. Nach zwei Wochen Vorbereitung war ich froh, dass alle Teile verladen waren und sich der LKW auf den Weg nach Rumänien machte.

Ab nach Rumänien!
Nach zwei Stunden Flug und über 5 Stunden Autofahrt für ca. 230 km bin ich abends gegen 20 Uhr im Hotel in Szeklerburg angekommen, was für die nächsten zweieinhalb Wochen meine Unterkunft sein sollte.
Am nächsten Morgen machte ich mich nach dem Frühstück auf den Weg zur Brauerei. Ein wenig aufgeregt war ich schon. Ich wusste nicht genau, was mich bei diesem Kunden erwarten würde. Nach ungefähr 20 Minuten Fahrt kam ich an und ich muss sagen, der erste Eindruck war wirklich gut! Irgendwo im Nirgendwo erwartete mich eine kleine, moderne Brauerei. Der Leiter der Abfüllung lud mich zuerst einmal auf einen Kaffee ein. Anschließend wurden mir alle weiteren Personen vorgestellt, mit denen ich die nächsten Wochen arbeiten würde. Die mir zugeteilten Montagehelfer und Schweißer waren super fleißig und haben meine Erwartungen deutlich übertroffen.  So gingen die Arbeiten in den nächsten Tagen wirklich rasch voran.

Was für eine Gastfreundlichkeit
Schon am ersten Tag erzählte mir der Leiter der Abfüllung, dass er Jäger sei und mich zum Bärenschauen einladen möchte, wenn ich Lust hätte (Rumänien ist eines der wenigen Länder in Europa, in dem Bären leben). Natürlich wollte ich mir ein solches Angebot nicht entgehen lassen und verabredete mich mit ihm fürs Wochenende. Nachdem ich mit warmer Tarnkleidung eingekleidet worden war, ging es mit einem Geländewagen in den Wald. Bald schon fuhren wir nicht mehr auf Feldwegen, sondern mitten im Wald, wobei ich mich oft wunderte, dass wir hier überhaupt noch mit dem Auto weiterkamen. Mit geladenem Gewehr ging es das letzte Stück zum Hochsitz dann zu Fuß weiter. Nach drei Stunden Warten hatten wir dann Glück und sahen einen Braunbären, der in ungefähr 20 Meter Entfernung an uns vorbeischlich – was für ein Erlebnis!

Endlich Fertig
Nach knapp zweieinhalb Wochen anstrengender Arbeit und anschließendem Lernen im Hotel war ich endlich mit all meinen Aufgaben fertig. Die Maschine produzierte, die Bediener waren geschult und die Abnahme der Maschine war erfolgreich gepackt.
Da mein Flug schon um 7:30 Uhr in Bukarest startete, musste ich früh los. Zum Glück waren es, im Gegensatz zum Hinweg, nur 4 Stunden Fahrt, und ich erreichte den Flughafen früher als geplant.
Abschließend hat sich die Reise für mich auf jeden Fall gelohnt und ich bin wieder um eine Erfahrung reicher. Auch wenn es stressig war, bin ich froh, es gemacht zu haben, und würde es auch nochmals machen.
Und die Klausuren liefen dann auch noch ganz gut.

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