Wer hätte das gedacht – der Mai 2018 hat uns mit seinen hochsommerlichen Temperaturen wohl alle überrascht. Von „Rekordhitze“ ist die Rede, von „einem der sonnigsten Monate“, von „einer ähnlich hohen Durchschnittstemperatur wie zuletzt 1889“. „Wahnsinn“, denke ich und versuche durch ausgeklügeltes Lüften am Morgen das Büro etwas abzukühlen. Dabei sollte mich als Mitarbeiterin der Salzgitter AG Hitze nun wirklich nicht überraschen – immerhin haben wir auf dem Werksgelände der Salzgitter Flachstahl GmbH gleich drei Hochöfen im Betrieb. Und könnten die lachen, sie würden es trocken tun über das eine oder andere „Das ist so heiß hier“-Gejammer dieser Tage. Denn: So ein Hochofen, der kann Hitze!

Um aus aufbereiteten Eisenerzen durch chemische Vorgänge flüssiges Roheisen, den Ausgangsstoff von Stahl, zu erzeugen, wird heiße Luft unter Druck in den Hochofen eingeblasen – und „heiß“ meint um die 1.200°C, auf die der mit Sauerstoff angereicherte Heißwind erwärmt wird. In der Schmelz- und Verbrennungszone im Inneren des Hochofens kommt es schließlich zur Reaktion von Koks und Luftsauerstoff. Und damit temperaturtechnisch zum Höllenfeuer: Bis zu 2.200°C beträgt die Temperatur im Verlauf dieser exothermen Reaktion. Ergebnis dieses Prozesses ist schließlich das heiß (da haben wir es wieder!) begehrte Roheisen für die Stahlerzeugung. Noch Fragen, wann es hier bei uns in den Büros, den Dachgeschosswohnungen, den Bussen und Bahnen endlich wieder kühler wird?

Dr. Wolf

Dr. Wolf, Projektleiterin RH-Anlage, Stahlwerk

Haben Sie Lust auf einen “heißen” Arbeitsplatz? „Hot jobs“ gibt es bei uns – gerade haben wir zum Beispiel eine Stelle als Trainee (w/m) Metallurgie oder als Leiter (w/m) Projektierung und Entwicklung an den beschriebenen Hochöfen oder im Stahlwerk ausgeschrieben. Bewerben Sie sich gern. Wir freuen uns auf Sie.