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Einzelrisiken

Geschäftsbereichszuordnungen
Im Salzgitter-Konzern wirken die wesentlichen Preis- und Beschaffungsrisiken benötigter Rohstoffe beziehungsweise Energien vor allem in den Geschäftsbereichen Flachstahl, Grobblech / Profilstahl sowie Mannesmann. Dies gilt ebenso für Produktionsausfallrisiken aufgrund der besonderen Relevanz der Kernaggregate wie zum Beispiel der Walzstraßen. Die finanzwirtschaftlichen Risiken für die Gesellschaften koordiniert und steuert die Management-Holding innerhalb des Konzernfinanz- und Organkreises geschäftsbereichsübergreifend.

Branchenspezifische Risiken
Ausgehend von den gesamtwirtschaftlichen Veränderungen auf den internationalen Märkten ist die Entwicklung

  • der Preise auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten,
  • der Energiepreise und
  • der Währungskurse (vor allem USD - EUR)

besonders bedeutend für den Salzgitter-Konzern.

Um die Auswirkungen der daraus resultierenden Geschäftsrisiken zu minimieren, beobachten wir die jeweiligen Trends und lassen sie in die Risikoprognosen einfließen. Dies gilt auch für eventuelle finanzielle oder politisch bedingte Restriktionen des Auslandsgeschäfts. Es besteht eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der tatsächlichen Entwicklung.

Die anhaltende Strukturkrise des Stahlmarktes, massive Wettbewerbsverzerrungen aus direkten und indirekten Verstaatlichungen und außenpolitische Entwicklungen belasten unser Geschäft. Besonders hervorzuheben sind Unwägbarkeiten durch den angekündigten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs ("Brexit") und politische Unsicherheiten aus dem Russland-Ukraine Konflikt, in der Türkei, im Nahen und Mittleren Osten sowie hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung der US-amerikanischen Handelspolitik. Als besonders gravierenden Einfluss auf Geschäftsentwicklungen sehen wir weiterhin Importdruck wie auch die deutsche respektive europäische Energie- und Umweltpolitik an. Unter Umständen können sich aus Veränderungen politischer Rahmenbedingungen existenzielle Risiken ergeben.

Belastend wirken sich mittlerweile ebenso zahlreiche, oftmals rein protektionistische Handelsschutzmaßnahmen in Drittstaaten aus, die sich nun nicht mehr allein gegen China, sondern gleichermaßen gegen EU-Produzenten richten. Unmittelbar betroffen ist die SZAG durch ein laufendes Antidumping-Verfahren in den USA gegen Grob-und Bandblechimporte aus zwölf Ländern, unter anderem auch Deutschland. Am 7. November 2016 hat die US-Behörde Department of Commerce hier vorläufige Zölle erhoben. Die SZAG wurde mit einem vorläufigen Zoll von 5 % belegt. Mit einer Entscheidung über die finalen Zölle ist Ende März 2017 zu rechnen.

Die SZAG erzeugt nicht nur Walzstahl und Stahlrohre, sondern ist zusätzlich im Handel sowie Maschinen- und Anlagenbau tätig. Mithilfe dieses breit gefächerten Beteiligungsportfolios verringern wir die Abhängigkeit von der stark zyklischen Stahlkonjunktur etwas. Risiken aus Veränderungen in den Stahl- und Röhrenmärkten begrenzen wir, indem wir schnelle Entscheidungsprozesse sicherstellen, um zeitnah auf neue Gegebenheiten zu reagieren.

Bereits heute bestehen Belastungen infolge der Klima- und Energiepolitik, beispielsweise aufgrund des Erneuerbare- Energien-Gesetzes (EEG) und des Emissionshandels. Gegenüber dem zuletzt berichteten Stand ergibt sich eine Neubewertung der Risikosituation dahingehend, dass zum 1. Januar 2017 das EEG mit Auswirkungen auf die Eigenstromerzeugung angepasst worden ist. Diese Neufassung regelt letztlich, dass die bisher gültige EEG Umlagebefreiung auf eigenerzeugten und -verbrauchten Strom grundsätzlich weiterhin beibehalten werden soll. Erst wenn es beispielsweise in einem Kraftwerk zum Ersatz oder zu einer wesentlichen Erneuerung einer Stromerzeugungsanlage bzw. eines Generators kommt, wird infolge dessen für die Zukunft ein Anteil von 20 % der EEG-Umlage auf den in einer solchen Anlage bzw. einem solchen Anlagenteil erzeugten Strom fällig. Aufgrund dieser Gesetzesnovelle nehmen wir daher das diesbezüglich bisher eingeschätzte und mit 139 Mio. € pro Jahr quantifizierte Risiko zurück. Bereits in diesem Zusammenhang absehbare Mehrkosten von - vergleichsweise zur bisherigen Risikoeinschätzung - deutlich geringerer Höhe sind bereits in den Planungen berücksichtigt. Hintergrund dafür ist insbesondere, dass die wichtigste Stromeigenerzeugungsanlage im Konzern - das Kraftwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) - erst vor einigen Jahren in weiten Teilen umfangreich modernisiert worden ist, größere Ersetzungen und wesentliche Modernisierungen im Bereich der Stromerzeugung mithin von uns nicht erwartet werden.

Des Weiteren wird sich für unseren Konzern voraussichtlich die Notwendigkeit des Zukaufs von CO2-Zertifikaten für die vierte ETS-Handelsperiode ab 2021 ergeben. Mittelbar ist in diesem Zusammenhang auch die Verteuerung des Fremdstrombezugs risikobehaftet. Aus diesen beiden Aspekten schätzen wir nach wie vor ein Risiko in der Größenordnung von maximal 155 Mio. € pro Jahr. Die Eintrittswahrscheinlichkeit sehen wir für das Thema"CO2-Emissionshandel" dem Grunde nach als wahrscheinlich an. Die Schadenshöhe hängt entscheidend von der Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen ab. Der seitens der EU-Kommission Mitte 2015 herausgebrachte Vorschlag zur Anpassung der Emissionshandelsrichtlinie ab 2021 und die zwischenzeitlichen Ergebnisse aus Ausschüssen des Europäischen Parlaments haben das grundsätzliche Eintrittsrisiko diesbezüglicher Belastungen tendenziell erhöht.

Bei dem Erwerb von CO2-Zertifikaten haben wir die drohende Verschärfung der gesetzlichen Lage und Preise im Blick.

Der ressourcenschonende Einsatz aller Energieträger ist für uns schon aus Kostengründen ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund betreiben wir unser konzernweites Energiemonitoring.

Preisrisiken wesentlicher benötigter Rohstoffe
Während des Jahres 2016 waren die internationalen Beschaffungsmärkte in ihrer Preisentwicklung heterogen. Bewegte sich Eisenerz weitestgehend in einem Preiskorridor wie im Vorjahr, so setzte für Kokskohle ab dem Sommer eine wahre Preisrallye ein. Wir gehen davon aus, dass Belastungen soweit an die Kunden weitergegeben werden können, dass wir hieraus keine bestandsgefährdenden Risiken erwarten. Wir streben grundsätzlich danach, Preisschwankungen der Rohstoffe im möglichen Umfang durch "natural hedging" auszugleichen: Mithilfe eines permanenten Absatz- und Beschaffungsmonitorings überwacht der Konzern das Gleichgewicht zwischen preislich fixierten Rohstoffeinkäufen und preislich fixierten Verkäufen unserer Produkte. So ist es möglich, Veränderungen frühzeitig zu erfassen, um eventuell entstehenden Risiken rechtzeitig zu begegnen. Darüber hinaus setzen wir in begrenztem Maße Hedging vor allem für Erz, im geringeren Umfang auch für Kokskohle, ein.

Beschaffungsrisiken
Dem generellen Risikoaspekt der nicht bedarfsgerechten Versorgung mit wichtigen Rohstoffen (Erz, Kohle) und Energien (Strom, Gas) wirken wir durch einen abgesicherten Bezug entgegen: zum einen über längerfristige Rahmenverträge und zum anderen über den Einkauf in verschiedenen Regionen und/oder bei mehreren Lieferanten. Außerdem betreiben wir eine entsprechende Lagerpolitik. Nach unserer Einschätzung der Beschaffungsquellen ist die mittelfristige Verfügbarkeit dieser Rohstoffe in den benötigten Mengen und Qualitäten gewährleistet. Strom beziehen wir zu einem erheblichen Teil auf vertraglich abgesicherter Basis, soweit der Bedarf unsere eigene Stromerzeugung übersteigt. Außerdem haben wir ein konzernweites Projekt zur nachhaltigen Steigerung der Energieeffizienz etabliert. Um auch für seltene Netzausfälle gerüstet zu sein, gibt es für besonders sensible Bereiche, wie beispielsweise das Rechenzentrum, Notstromaggregate. Aus diesen Gründen halten wir Versorgungsengpässe für unwahrscheinlich und erwarten insofern keine belastenden Auswirkungen. Die weitere Zunahme an regenerativen Energieträgern verfolgen wir, um mögliche mittelfristige Risiken für unsere Versorgungsstabilität rechtzeitig erkennen zu können.

Der termingetreue Bahntransport der Erz- und Kohlemengen vom Überseehafen in Hamburg bis zum Standort Salzgitter ist für uns besonders wichtig. Unser Vertragspartner, der diese logistische Aufgabe garantiert, ist die DB Cargo AG, die Frachttochter der Deutschen Bahn AG. Für etwaige Beeinträchtigungen, zum Beispiel wegen Streiks, haben wir einen detaillierten Notfallplan erarbeitet. Dieser enthält eine vorausschauende Lagerhaltung und intensive Abstimmungen zwischen der DB Cargo und uns, um den regulären Zugverkehr weitgehend unterbrechungsfrei aufrechtzuerhalten. Optional sind der intensivere Einsatz der konzerneigenen Eisenbahn sowie vermehrte Binnenschifftransporte für Teilmengen denkbar. Darüber hinaus begegnen wir möglichen Einschränkungen an Wochenenden und Feiertagen im Vormaterialzulauf über die Schiene durch eine engere Abstimmung mit der Bahn beziehungsweise die Option vermehrter Eigentransporte.

Absatzrisiken
Ein für uns typisches Geschäftsrisiko kann sich aus stärkeren Preis- und Mengenschwankungen auf den Absatzmärkten ergeben. Zur Beurteilung der ökonomischen Situation mit Blick auf das Geschäftsjahr 2017 verweisen wir auf das Kapitel "Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns".

Dem generellen Risiko, deshalb in eine existenzbedrohende Lage zu geraten, begegnen wir mit einem diversifizierten Portfolio von Produkten, Abnehmerbranchen und regionalen Absatzmärkten, um eine gewisse Balance unseres Risikoportfolios zu erzielen. Konjunkturelle Effekte in den einzelnen Geschäftsbereichen gleichen sich aufgrund der genannten Stahlkrise und der Unsicherheit im Projektgeschäft auf dem Großrohrmarkt, auch bei verbesserter Beschäftigungssituation, nicht vollständig aus.

Finanzwirtschaftliche Risiken
Die Finanzstruktur legt unsere Management-Holding fest. Sie koordiniert die Finanzmittelströme und steuert die Zins- und Währungsrisiken im Konzernfinanzkreis. Als Risikohorizont hat sich ein rollierender Betrachtungszeitraum von bis zu drei Jahren bewährt, der sich an einem Planungsrahmen orientiert. Die erlassenen Richtlinien verpflichten sämtliche Gesellschaften des Konzernkonsolidierungskreises, Finanzrisiken zum Entstehungszeitpunkt abzufedern. So sind beispielsweise risikobehaftete offene Positionen oder Finanzierungen des internationalen Tradinggeschäfts seitens der betreffenden Tochtergesellschaften der Salzgitter Klöckner- Werke GmbH (SKWG) mitzuteilen. Diese entscheidet dann über Hedging-Maßnahmen, wobei sie das jeweilige Konzern-Exposure beachtet. Grundsätzlich lassen wir Finanz- und Währungsrisiken nur in Verbindung mit unseren produktions- und handelstypischen Prozessen zu. Siehe auch die Ausführungen zu "Währungsrisiken" und "Zinsrisiken". Im Verhältnis zu den operativen Risiken relativieren sich die finanzwirtschaftlichen Risiken deutlich.

Währungsrisiken
Zu unseren Beschaffungs- oder Absatzgeschäften in ausländischen Währungen gehören naturgemäß Wechselkursänderungsrisiken. So hat die Dollarkursentwicklung einen erheblichen Einfluss auf die Rohstoff- und Energiebeschaffungskosten sowie die Exporterlöse, zum Beispiel im Röhrengeschäft oder Maschinenbau. Die Effekte sind zwar gegenläufig, aber aufgrund der sehr unterschiedlichen Geschäftsvolumina überwiegt der Dollarbedarf für die Beschaffungsseite. Grundsätzlich saldieren wir derartige Fremdwährungszahlungsströme EUR - USD im Konzernfinanzkreis (Netting) und minimieren so das Fremdwährungs-Exposure.

Die Volatilität der Finanzrisiken verringern wir, indem wir derivative Finanzinstrumente abschließen, deren Wertentwicklung entgegengesetzt zu den operativen Geschäften verläuft. Die Marktwerte aller derivativen Finanzinstrumente werden regelmäßig festgestellt. Zum Geschäftsjahresabschluss simulieren wir zudem die Sensitivität dieser Instrumente nach den Vorgaben des IFRS 7 (siehe Kapitel "Anhang"). Die Sicherungsbeziehungen werden bilanziell grundsätzlich nicht als Hedge Accounting abgebildet.

Translationsrisiken durch die Überführung von Fremdwährungspositionen in die Berichtswährung sichern wir nicht ab, da sie im Verhältnis zur Konzernbilanz von untergeordneter Bedeutung sind. Nähere Informationen hierzu bietet der "Anhang". Infolge der vorbeugenden Maßnahmen halten wir bestandsgefährdende Risiken aus diesem Bereich für unwahrscheinlich.

Forderungsausfallrisiken
Wir begegnen unseren Forderungsrisiken mit einem straffen internen Obligomanagement. Zu etwa zwei Dritteln begrenzen wir diese mithilfe der Warenkreditversicherungen und anderer Sicherheiten. Die ungesicherten Positionen beobachten wir sehr sorgfältig, bewerten diese und berücksichtigen sie bei unseren Geschäften.

Liquiditätsrisiken
Die Management-Holding beobachtet die Liquiditätslage des Konzerns bei allen im Konzernfinanzkreis eingebundenen Gesellschaften im Rahmen eines zentralen Cash- und Zinsmanagements. Dabei gelten für die Tochtergesellschaften interne Kreditlinien. Sofern ihnen eigene Kreditlinien zur Verfügung stehen, sind sie für die entsprechende Risikominimierung selbst verantwortlich und berichten über eventuelle Risiken innerhalb der Konzernführungs- und -controllingstrukturen. Darüber hinaus könnten Risiken aus notwendigen Kapital- und Liquiditätsmaßnahmen der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften entstehen, wenn deren Geschäftsentwicklung nachhaltig unbefriedigend verliefe. Aus diesem Risikofeld sind jedoch keine bestandsgefährdenden Belastungen zu erwarten. Wir begegnen diesem Risiko mit einer rollierenden Liquiditätsplanung. Aufgrund der verfügbaren Barmittel und Kreditlinien sehen wir derzeit keine Gefährdung für unseren Konzern.

Zinsrisiken
Die im Verhältnis zur Bilanzsumme bedeutsame Position der liquiden Mittel ist einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt. Unsere Geldanlagepolitik orientiert sich grundsätzlich an Anlageklassen angemessener Bonität bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit der Positionen. Um das Zinsänderungsrisiko zu beobachten, erstellen wir regelmäßige Zinsanalysen, deren Ergebnisse direkt in die Anlageentscheidung einfließen. Auf der Verpflichtungsseite der Bilanz kann ein weiterer Rückgang der Renditen auf hochwertige Unternehmensanleihen insbesondere zu einer weiteren Erhöhung der zu bildenden Pensionsrückstellungen führen. Sollte dieses Risiko eintreten, wovon in Anbetracht des bereits historisch niedrigen Zinsniveaus nur noch in begrenztem Maße auszugehen ist, bietet die robuste Bilanz des Konzerns eine gute Basis für kompensierende Maßnahmen.

Steuerrisiken
Die in die Organschaft einbezogenen Gesellschaften erfassen und dokumentieren ihre Steuerrisiken eng abgestimmt mit der Steuerabteilung der Holdinggesellschaft. Die SZAG, die Salzgitter Mannesmann GmbH (SMG) und die SKWG tragen grundsätzlich die bilanzielle Vorsorge, zum Beispiel für die Risiken der Betriebsprüfungen ihrer steuerlichen Organkreise. Selbstständig steuerpflichtige Tochterunternehmen, vor allem Auslandsgesellschaften der Geschäftsbereiche Handel, Mannesmann und Technologie, müssen eigene bilanzielle Vorkehrungen treffen. Sofern steuerliche Risiken erkennbar gewesen sind, ist für diese vorgesorgt worden.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit Frühjahr 2014 gegen verschiedene Konzernunternehmen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Die Ermittlungsverfahren zu angeblich steuerlich unzulässig gebildeten Rückstellungen, steuerlich unterlassener Aktivierung von Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten sowie steuerlich nicht anzuerkennenden Provisionszahlungen und Gutschriften dauern an. Die SZAG und deren Tochterunternehmen kooperieren uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden und haben externe Rechtsanwälte mit der Durchführung einer umfassenden Untersuchung der Angelegenheit beauftragt. Wir sind der Auffassung, mit den betreffenden Steuererklärungen der Konzernunternehmen den gesetzlichen Vorschriften gefolgt zu sein. Aufgrund der derzeitigen Erkenntnislage und unter Würdigung der Gesamtumstände ist nicht ernsthaft oder mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einer Inanspruchnahme der Konzernunternehmen aus den Ermittlungsverfahren über die bisher zurückgestellten Beträge hinaus zu rechnen.

Produktionsausfallrisiken
Dem Risiko eines ungeplanten längerfristigen Stillstandes unserer Schlüsselaggregate setzen wir laufende Anlagenkontrollen, eine vorbeugende Instandhaltung, ständige Modernisierungen und Investitionen entgegen. Potenziellen Schäden und dem damit verbundenen Produktionsausfall sowie anderen etwaigen Schadens- und Haftpflichtfällen beugt der Konzern durch Versicherungsverträge vor, die sicherstellen, dass sich die finanziellen Folgen in Grenzen halten. Umfang und Inhalt dieser Versicherungen überprüfen wir laufend und passen sie bei Bedarf an. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Schäden, die nicht über Versicherungen abgedeckt sind, und das damit verbundene Schadenpotenzial halten wir für beherrschbar.

Rechtliche Risiken
Um mögliche Risiken etwaiger Verstöße gegen die vielfältigen umwelt-, wettbewerbs- und korruptionsstrafrechtlichen sowie sonstigen Regelungen und Gesetze auszuschließen, verpflichten wir unsere Mitarbeiter auf deren strikte Einhaltung. Der Vorstand hat seine grundlegende Wertvorstellung in einem an alle Mitarbeiter des Konzerns verteilten Verhaltenskodex (Code of Conduct) kundgegeben. Wir lassen uns umfassend rechtlich beraten, sowohl von unseren eigenen Fachleuten als auch fallbezogen von ausgewiesenen externen Spezialisten. Umfangreiche Schulungen unterstützen die diesbezügliche Sensibilisierung der Mitarbeiter. Bedeutsame Rechtsrisiken sind für uns nicht erkennbar.

Personalrisiken
Am Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte nimmt die SZAG aktiv teil. Auf das Risiko der Fluktuation und den damit verbundenen Wissensverlust reagieren wir mit breit angelegten Personalentwicklungsmaßnahmen. Hierzu sind explizit Spezialistenlaufbahnen eingeführt worden, die für unsere Fachleute eine adäquate berufliche Perspektive schaffen. Der konzernweit verwendete Wissenstransfer stellt ein Instrument dar, das im Falle der Nachfolge die Übertragung aller wissensrelevanten Informationen, Kontakte und Verknüpfungen der beruflichen Tätigkeit gewährleistet. Außerdem bieten wir attraktive Modelle zur betrieblichen Altersversorgung an, die angesichts sinkender Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung immer wichtiger werden.

Bereits im Jahr 2005 haben wir vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung das Projekt "GO - Die Generationen-Offensive 2025 der Salzgitter AG" gestartet, um rechtzeitig auf die betrieblichen Konsequenzen zu antworten und langfristig unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Im Fokus steht die systematische Vorbereitung sämtlicher Belegschaftsmitglieder auf ein längeres Erwerbsleben. Durch die vielfältigen Maßnahmen sind wir in diesem Risikobereich gut vorbereitet.

Die SZAG sowie ihre inländischen Konzerngesellschaften haben zum 1. Januar 2014 die nach § 16 BetrAVG vorgeschriebene Prüfung auf Anpassung der Betriebsrentenzahlungen durchgeführt. Bei der Anpassungsentscheidung ist die jeweilige wirtschaftliche Lage der Einzelgesellschaft maßgeblich. Vor dem Hintergrund der unzureichenden wirtschaftlichen Lage wurden die Betriebsrenten bei mehreren Konzerngesellschaften zum 1. Januar 2014 nicht angepasst. Mit der IG Metall wurde zum Zwecke der Minderung von Verfahrenskosten eine Musterverfahrensvereinbarung abgeschlossen. Danach sollen die Entscheidungsgrundsätze der rechtskräftigen Musterverfahren auf die anderen Betriebsrentner der betreffenden Gesellschaften übertragen werden.

Zwischenzeitlich liegen in vier Musterverfahren erstinstanzliche aber noch nicht rechtskräftige Urteile vor.

Bei vollständiger Nachholung der Betriebsrentenanpassung zum Stichtag 31. Dezember 2016 würde sich eine Erhöhung der bilanzierten Nettopensionsverpflichtung um circa 31,8 Mio. € ergeben. Davon wären 7,3 Mio. € als nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand erfolgswirksam und 24,5 Mio. € im Rahmen der Neubewertungen erfolgsneutral zu erfassen. Nicht berücksichtigt sind dabei die Zuführungen in Gesellschaften, für die bereits in den Geschäftsjahren 2015 beziehungsweise 2016 entsprechende Risikorückstellungen gebildet wurden.

Produkt- und Umweltrisiken
Eine Vielzahl von Maßnahmen zur Qualitätssicherung schützt uns vor Produkt- und Umweltrisiken. Zu diesen gehören beispielsweise:

  • das Zertifizieren nach internationalen Normen,
  • das ständige Modernisieren der Anlagen,
  • die Weiterentwicklung unserer Produkte,
  • die prozessintegrierte Qualitätssicherung und
  • ein umfassendes Umweltmanagement.

Schon bei der Herstellung unserer Produkte streben wir an, unseren Kunden mit den ihnen zugesagten Spezifikationen, abgesichert durch Qualitätsprüfungssysteme, zu versorgen.

Der Leiter Umweltschutz- und Energiepolitik der SZAG bündelt und koordiniert die gesellschaftsübergreifenden Umwelt- und Energiepolitikthemen, vertritt den Konzern bei umwelt- und energiepolitischen Fragen nach außen und steuert konzernweite Einzelprojekte wie zum Beispiel das Programm zur nachhaltigen Steigerung der Energieeffizienz.

Risiken infolge Grundstücksbesitzes könnten sich insbesondere aufgrund der Altlasten früherer Nutzungen ergeben. Dem begegnen wir, indem wir Sanierungspflichten erfüllen. Zur bilanziellen Vorsorge bilden wir angemessene Rückstellungen. Auch aus diesem Risikoaspekt ergeben sich unseres Wissens keine unbeherrschbaren Sachverhalte.

Informationstechnische Risiken
Die wachsende Vernetzung der Informationssysteme auch im Kontext von "Industrie 4.0" und die Forderung nach deren permanenter Verfügbarkeit stellen immer höhere Ansprüche an die eingesetzte Informationstechnologie (IT) und die IT-Infrastruktur.

Mit dem Einsatz moderner Hard- und Software sowie der stetigen technologischen Erneuerung unserer IT-Infrastruktur begegnen wir möglichen Risiken und gewährleisten die Verfügbarkeit und Sicherheit unserer Informationssysteme.

Im Rahmen eines mehrjährigen Programms verfolgt der Konzern die Harmonisierung historisch heterogen gewachsener IT-Strukturen, um diese durch eine weitgehend einheitliche EDV-Infrastruktur zu ersetzen. Erste Teilprojekte dieser Harmonisierung wurden bereits abgeschlossen. Neben der erforderlichen Wirtschaftlichkeit sind Kompatibilität und Sicherheit der IT-Systeme und des Datenbestandes gewährleistet. Die Risiken aus diesem Bereich sind beherrschbar, deren Eintrittswahrscheinlichkeit schätzen wir als gering ein.

Unternehmensstrategische Risiken
Zur Sicherung der zukünftigen Ertragskraft investieren wir regelmäßig. Vertiefende Informationen hierzu liefern das Kapitel "Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Geschäftsbereiche". Gleichwohl sehen wir markt- und wettbewerbsbedingte Restrukturierungsbedarfe, die wir gezielt angehen (Reorganisation Produktbereich Grobblech [Ilsenburger Grobblech GmbH und Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH], Beendigung Aktivitäten Spundwandprofile [HSP Hoesch Spundwand und Profil GmbH], Reorganisation Produktbereich Mannesmann [bei EUROPIPE-Gruppe, Standort Dünkirchen, erfolgt, bei Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH und Salzgitter Mannesmann Precision-Gruppe in Umsetzung]). Risiken hieraus sind aus unserer Sicht beherrschbar.

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