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Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns

Planungsprozess

Grundsätzlich ist die Unternehmensplanung der Salzgitter AG (SZAG) an den strategischen Zielen ausgerichtet und umfasst unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gleichermaßen unternehmerische Gestaltungsmaßnahmen. Sie bildet die Basis einer realistischen Ergebniseinschätzung, berücksichtigt aber gleichzeitig langfristige Aspekte hinsichtlich Investitionen sowie der Sicherstellung bilanzieller Solidität und finanzieller Stabilität. Die zum Zeitpunkt der Planerstellung herrschenden Markterwartungen wie auch die vorgesehenen unternehmerischen Maßnahmen fließen in diese Planung ein, die in einem konzernumfassenden Prozess erstellt wird: Die Einzelziele der Tochterunternehmen werden in einem kombinierten Top-down- und Bottom-up-Ansatz zwischen dem jeweiligen Management, dem Konzernvorstand und den Geschäftsbereichsleitern diskutiert und festgelegt. Alle Einzelplanungen werden schließlich zu einer Konzernplanung konsolidiert. Der aufwändige Planungsprozess des Konzerns wird einmal vor Beginn eines jeden neuen Geschäftsjahres durchlaufen, startet in der Regel im August und endet mit einer Präsentation der Ergebnisse in der letzten Konzernaufsichtsratssitzung des jeweiligen Geschäftsjahres.

Erwartete Ertragslage

Die Geschäftsbereiche gehen gegenüber dem Vorjahr von nachstehender Entwicklung im Geschäftsjahr 2017 aus:

Der Geschäftsbereich Flachstahl erwartet dank der primär als Folge der europäischen Anti-Dumping- Maßnahmen angezogenen Erlöse im EU-Stahlmarkt einen erfreulicheren Geschäftsverlauf. Unter der Annahme einer nach wie vor robusten Nachfrage ist mit einem spürbar höheren Umsatz zu rechnen. Gestützt durch kontinuierliche Maßnahmen zur Kostensenkung wird trotz zum Teil kräftig gestiegener Rohstoffpreise - insbesondere für Eisenerz und Kokskohle - ein erheblich verbessertes, weil wieder positives Vorsteuerergebnis avisiert.

Der Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl bleibt im laufenden Jahr weiterhin einem diffizilen Marktumfeld ausgesetzt. Gleichwohl wird eine zufriedenstellende Auslastung für die beiden Grobblechproduzenten erwartet. So trägt die Vormaterialproduktion für den Nord Stream II-Auftrag im Mülheimer Werk zu einer nennenswerten Grundauslastung bei. Zudem werden beide Gesellschaften von den 2016 initiierten, umfassenden Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen profitieren. Hingegen stellt die vollständige und zeitnahe Weitergabe der erhöhten Rohstoffkosten eine besondere Herausforderung dar. Die Auslastung im Profilstahlbereich sollte auf dem zufriedenstellenden Vorjahresniveau auskommen. Allerdings dürfte der volatile Schrottpreis ein anhaltend spekulatives Kaufverhalten der Kunden begünstigen. Drastisch gestiegene Netznutzungsentgelte für den Strombezug wirken zusätzlich belastend. Insgesamt geht der Geschäftsbereich von einer mengen- und erlösbedingten merklichen Umsatzsteigerung sowie einer signifikanten Verbesserung des Ergebnisses vor Steuern in Richtung breakeven aus.

Die Gesellschaften des Geschäftsbereiches Mannesmann zeigen 2017 abermals eine heterogene Entwicklung. Während die deutschen Großrohrwerke auch wegen der Buchungen im letzten Jahr eine gute Auslastung aufweisen, hat sich die Auftragslage auf dem nordamerikanischen Markt eingetrübt. Die Segmente der mittleren Leitungsrohre, Präzis- und Edelstahlrohre sollten eine zumindest zögerliche Erholung verzeichnen. Im Geschäftsbereich dürften steigende Versandmengen bei einem höheren Erlösniveau zu einer moderaten Umsatzausweitung führen. Verbunden mit den eingeleiteten und geplanten Programmen zur Ergebnisverbesserung wird ein spürbar gesteigertes, in etwa ausgeglichenes Vorsteuerresultat prognostiziert.

Für 2017 rechnet der Geschäftsbereich Handel mit einem deutlichen Umsatzzuwachs. Dies ist auf eine Belebung des internationalen Projektgeschäfts sowie den zunehmenden Vertrieb angearbeiteter Produkte zurückzuführen. Unterstützend sollte auch die Erweiterung des Kundenstamms im Rahmen der intensiveren Digitalisierung des Vertriebs wirken. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass sich die 2016 infolge der Stahlpreisentwicklung temporär eingetretene Margenausweitung im Geschäftsjahr 2017 wiederholt, wird ein zwar sehr zufriedenstellender, aber merklich unter Vorjahr auskommender Gewinn vor Steuern erwartet.

Aufsetzend auf einem hohen Auftragsbestand antizipiert der Geschäftsbereich Technologie eine stabile Umsatzentwicklung. Angesichts des preislich stark umkämpften Projektgeschäfts setzt die KHS-Gruppe auf Wachstum in profitablen Produktsegmenten sowie den weiteren Ausbau des Servicegeschäfts. Daneben sollten vor allem die eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen aus dem neuen Programm "Fit4Future 3.0" ihre positive Wirkung entfalten. In Verbindung mit den vielversprechenden Aussichten für die anderen Spezialmaschinenbauer wird mit einem sichtbaren Anstieg des Vorsteuergewinns gerechnet.

Für den Bereich Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung, der hauptsächlich von den Kosten für die Management-Holding, stichtagsbezogenen Bewertungseffekten aus Devisen- und Derivatepositionen, den Ergebnissen hier erfasster Dienstleistungsunternehmen und weiteren Beteiligungen inklusive der Aurubis AG (NAAG) geprägt ist, unterstellen wir wegen des sehr hohen Vorjahresniveaus ein deutlich darunter liegendes Vorsteuerresultat.

Vor dem Hintergrund weiterer positiver Effekte der Maßnahmen- und Wachstumsprogramme gehen wir für den Salzgitter-Konzern im Jahr 2017 von

  • einem auf etwa 9 Mrd. € gesteigerten Umsatz,
  • einem Vorsteuerergebnis zwischen 100 Mio. € und 150 Mio. € sowie
  • einer leicht über dem Vorjahreswert auskommenden Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) aus.

Die zukunftsbezogenen Aussagen zu den einzelnen Geschäftsbereichen unterstellen, dass es in Europa nicht zu einer rezessiven Entwicklung kommen wird. Vielmehr erwarten wir für unsere anhaltend umkämpften Hauptmärkte im laufenden Geschäftsjahr eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung. Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungskursen den Verlauf des Geschäftsjahres 2017 erheblich beeinflussen können. Die hieraus resultierende Schwankungsbreite des Konzernergebnisses vor Steuern kann ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch positiver Richtung annehmen. Die Dimension dessen wird deutlich, wenn man unterstellt, dass bei rund 12 Mio. t abgesetzten Stahlerzeugnissen der Geschäftsbereiche Flachstahl, Grobblech / Profilstahl, Mannesmann und Handel im Schnitt 25 € Margenveränderung pro Tonne bereits ausreichen, um 300 Mio. € jährliche Ergebnisvarianz zu verursachen. Darüber hinaus begrenzen volatile Rohstoffkosten sowie kürzere Vertragslaufzeiten auf der Beschaffungs- genauso wie auf der Absatzseite die Planungssicherheit des Unternehmens.

Erwartete Finanzlage

Unsere liquiden Mittel werden zu einem Teil zur Finanzierung der vor allem im Stahl- und Technologiebereich in Realisierung befindlichen Investitionen genutzt. Wir halten es nach wie vor für unverzichtbar, einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag an liquiden Mitteln vorzuhalten, um bei Verschärfung des Umfelds nicht kurzfristig Geld am Kapitalmarkt aufnehmen zu müssen.

Das Investitionsbudget unseres Konzerns für das Geschäftsjahr 2017 wurde auf 456 Mio. € festgelegt. Der zahlungswirksame Teil des Budgets 2017 dürfte zusammen mit dem Nachlauf von rund 150 Mio. € bereits in Vorjahren genehmigter Investitionen gut 400 Mio. € (Vorjahr: 352 Mio. €) betragen. Die effektive Auslösung der Investitionen erfolgt - wie bisher - sukzessive und im Einklang mit der Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung.

Der Finanzmittelbedarf des Geschäftsjahres 2017 für absehbare investive Maßnahmen wird sich oberhalb der Abschreibungen bewegen.

Die Finanzlage unseres Konzerns sollte sich insbesondere unter Berücksichtigung der in den letzten Jahren umgesetzten Kapitalmarktmaßnahmen auch zum Ende des Geschäftsjahres 2017 als vergleichsweise solide erweisen. Externe Finanzierungsmaßnahmen werden mit Blick auf die Nutzung attraktiver Platzierungsbedingungen kontinuierlich geprüft.

Die Höhe der Dividende wird sich weiterhin an der Gewinnentwicklung orientieren. Die branchenüblichen zyklischen Schwankungen schlagen sich naturgemäß einerseits in den Ergebnissen der Gruppe, andererseits im Aktienkurs nieder. Der Einzelabschluss der Salzgitter AG (SZAG) ist für die Ausschüttungsf.higkeit maßgeblich. Der Salzgitter-Konzern verfolgt grundsätzlich eine Politik kontinuierlicher attraktiver Dividendenzahlungen, die unter der Prämisse tatsächlicher operativer Gewinnerzielung außerhalb von volatilen Stichtagseinflüssen geleistet werden sollen. Dabei muss sich die Zyklizität der Ergebnisentwicklung nicht in vollem Umfang niederschlagen. Vor dem Hintergrund des gegenwärtig zu erwartenden Branchenumfelds und der Ergebnisabhängigkeit der SZAG von ihren Tochtergesellschaften wird für das Geschäftsjahr 2017 ein Bilanzgewinn in etwa auf Vorjahresniveau erwartet.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Salzgitter-Konzern mit seiner breiten Aufstellung und soliden finanziellen Fundierung für herausfordernde Phasen vergleichsweise gut gerüstet ist. Hierauf werden wir auch künftig großen Wert legen.

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