Diese Website verwendet Cookies für Komfort- und Statistikzwecke. Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Ich habe verstanden.

Mehr zum Datenschutz.

 /  /  / Ertragslage des Konzerns

Ertragslage des Konzerns

Der Salzgitter-Konzern schloss – ungeachtet des noch zu Jahresbeginn importbedingt desaströsen europäischen Stahlmarktes – das Geschäftsjahr 2016 mit einem gegenüber Vorjahr signifikant verbesserten Gewinn vor Steuern ab. Damit bestätigt das Unternehmen seinen Aufwärtstrend. Hierzu trugen erhebliche Effekte aus den internen Maßnahmenprogrammen wie auch die positive Wirkung der ab Februar 2016 initiierten, dringend notwendigen handelspolitischen Schutzmaßnahmen der Europäischen Union maßgeblich bei. So profitierten in der zweiten Jahreshälfte insbesondere die Geschäftsbereiche Flachstahl und Handel von einer Festigung der Stahlpreise. Es ergaben sich 2,7 % Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE, 2015: 1,9 %). Mit 302 Mio. € Nettofinanzposition und 34 % Eigenkapitalquote verfügt das Unternehmen nach wie vor über eine komfortable finanzielle und bilanzielle Basis.

Der Außenumsatz des Konzerns reduzierte sich vor allem aufgrund rückläufiger Durchschnittserlöse für Stahlerzeugnisse auf 7.905,7 Mio. € (–8 %). Er verteilt sich wie folgend auf die Geschäftsbereiche:

Konzernumsatz nach Geschäftsbereichen

2016 2015
in Mio. € % in Mio. € % Veränderung
Flachstahl 1.815 23 1.922 22 -6 %
Grobblech / Profilstahl 742 9 909 11 -18 %
Mannesmann 999 13 1.063 12 -6 %
Handel 2.855 36 3.211 37 -11 %
Technologie 1.300 16 1.309 15 -1 %
Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung 195 2 204 2 -5 %
Konzern 7.906 100 8.618 100 -8 %
Nicht fortgeführte Aktivitäten 13 117 -89 %
Fortgeführte Konzern-Aktivitäten 7.893 8.501 -7 %

Die regionale Verteilung der Umsatzerlöse blieb nahezu konstant: So lag der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des Salzgitter-Konzerns unverändert in der EU (5,3 Mrd. €; 67 % Umsatzanteil), wobei Deutschland mit 3,5 Mrd. € Erlösen und einem Anteil von 45 % weiterhin der mit Abstand größte Einzelmarkt war. In diesem Zusammenhang ist jedoch zu berücksichtigen, dass viele unserer Produkte als Zulieferungen für die exportorientierte deutsche Wirtschaft letztendlich doch den Weg in das Ausland finden.

Konzernumsatz nach Regionen

2016 2015
in Mio. € % in Mio. € %
Deutschland 3.536 45 3.851 45
Weitere EU-Länder 1.800 23 1.799 21
Übriges Europa 314 4 281 3
Amerika 972 12 1.196 14
Asien 764 10 789 9
Andere Regionen 520 7 701 8
Konzern 7.906 100 8.618 100
Nicht fortgeführte Aktivitäten 13 117
Fortgeführte Konzern-Aktivitäten 7.893 8.501

Der Salzgitter-Konzern erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern von 53,2 Mio. € (2015: 4,1 Mio. €). Darin sind 19,1 Mio. € Ergebnisbeitrag des Aurubis-Engagements (2015: 21,8 Mio. €) sowie per Saldo –2,3 Mio. € Ergebnisbelastungen aus Sondereffekten enthalten.

Die Bereiche zeigten folgende Resultate:

Der Geschäftsbereich Flachstahl steigerte mit –2,3 Mio. € das Vorsteuerresultat gegenüber dem mit –41,9 Mio. € aus der Hochofenzustellung belasteten Jahr 2015 (–26,0 Mio. €). Das Ergebnis war wesentlich geprägt von importbedingt nicht auskömmliche Margen im ersten Halbjahr. Im Jahresverlauf steigende Spotpreise, die sich sukzessiv ein einer besseren Erlösqualität widerspiegelten, konnten die aufgelaufenen Verluste der ersten Jahreshälfte größtenteils kompensieren.

Der Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl verbesserte zwar das Ergebnis gegenüber 2015 erheblich, wies jedoch erneut einen Vorsteuerverlust (–32,1 Mio. €; 2015: –74,1 Mio. €) aus. Dieser beinhaltet auftragsbezogene Rückstellungen, 6,3 Mio. € Aufwendungen für strukturverbessernde Maßnahmen der Grobblechgesellschaften sowie 25,0 Mio. € Zuschreibung auf das Anlagevermögen der Peiner Träger GmbH (PTG).

Trotz des erhöhten Resultats der Salzgitter Mannesmann Großrohr GmbH (MGR) und des gesteigerten, positiven Ergebnisbeitrags der at-equity-einbezogenen EUROPIPE-Gruppe (EP-Gruppe) verbuchte der Geschäftsbereich Mannesmann mit –22,4 Mio. € einen Verlust vor Steuern (2015: +2,2 Mio. €). Dieser beinhaltet 6,0 Mio. € Aufwand für die initiierten Strukturmaßnahmen hauptsächlich bei der Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH (MLP). Zudem wurden –15,0 Mio. € Wertberichtigung (Impairment) auf das Anlagevermögen der MLP vorgenommen.

Obgleich die Ertragslage des Lagerhandels in den ersten drei Monaten noch schwach war, trugen im Geschäftsbereich Handel über die Folgemonate bis einschließlich Herbst infolge der Stahlpreisentwicklung temporär ausgeweitete Margen, verbunden mit dem Resultat des internationalen Tradings, zu sehr vorzeigbaren 45,2 Mio. € Gewinn vor Steuern bei. Damit war das Ergebnis besser als das bereits erfreuliche Vorjahresresultat (2015: 32,2 Mio. €).

Der Geschäftsbereich Technologie erwirtschaftete mit 28,4 Mio. € einen wieder gesteigerten Gewinn vor Steuern (2015: 24,6 Mio. €). Dabei legte das Ergebnis der KHS-Gruppe um ein Drittel zu und fußt auch auf den Erfolgen der eingeleiteten Verbesserungsprogramme. Ebenso übertraf die DESMA Schuhmaschinen GmbH (KDS) ihr Vorjahresresultat merklich, während der Vorsteuergewinn der KDE-Gruppe unter dem der Vergleichsperiode blieb.

Im Bereich Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung betrug der Gewinn vor Steuern 36,3 Mio. € und war damit niedriger als ein Jahr zuvor (2015: 45,2 Mio. €). Darin enthalten ist der Beitrag des Aurubis-Engagements in Höhe von 19,1 Mio. € (2015: 21,8 Mio. €). Das Zinsergebnis aus dem Cash-Management des Konzernfinanzkreises sowie positive stichtagsbezogene Bewertungseffekte von Devisen- und Derivatepositionen stützten das Ergebnis. Der Vorsteuergewinn der nicht direkt einem Geschäftsbereich zugeordneten Konzernunternehmen kam unter dem des Jahres 2015 aus.

Ergebnis der Geschäftsbereiche und Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag

in Mio. € 2016 20151)
Flachstahl -2,3 -26,0
Grobblech / Profilstahl -32,1 -74,1
Mannesmann -22,4 2,2
Handel 45,2 32,2
Technologie 28,4 24,6
Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung 36,3 45,2
Konzern-EBT 53,2 4,1
Nicht fortgeführte Aktivitäten 11,8 -52,1
EBT fortgeführte Konzern-Aktivitäten 41,4 56,2
Steuern -3,6 60,1
Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag2) 56,8 -56,0

Sondereffekte/EBT Geschäftsbereiche und Konzern (inklusive nicht fortgeführter Aktivitäten)

EBT Restruk-
turierung
Impairment/
Zuschreibung
Sonstiges EBT ohne Sondereffekte
in Mio. € 2016 20151) 2016 2015 2016 2015 2016 2015 2016 20151)
Flachstahl -2,3 -26,0 -41,9 -2,3 15,9
Grobblech / Profilstahl -32,1 -74,1 -6,3 -29,4 25,0 -7,0 -50,8 -37,7
Mannesmann -22,4 2,2 -6,0 -10,0 -15,0 -1,4 12,2
Handel 45,2 32,2 27,0 45,2 5,2
Technologie 28,4 24,6 28,4 24,6
Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung 36,3 45,2 -12,5 36,3 57,7
Konzern 53,2 4,1 -12,3 -39,4 10,0 0,0 0,0 -34,4 55,5 77,9

Entwicklung ausgewählter GuV-Posten
Die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns ist im Kapitel „Anhang“ ausführlich dargestellt. Nachfolgend werden ausgewählte Posten erläutert.

Dem gegenüber Vorjahr rückläufigen Umsatz stehen insbesondere durch Preisreduzierungen bei Rohstoffen, Halbfertigwaren und fremdbezogenen Stahlprodukten gesunkene Materialaufwendungen entgegen. Das Ergebnis aus nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen erhöhte sich deutlich. Insbesondere die 25 %-Beteiligung an der Aurubis AG (NAAG) lieferte einen erfreulichen Beitrag.

Nach Berücksichtigung von 3,6 Mio. € Steueraufwand beträgt der Konzernjahresüberschuss 56,8 Mio. €. Das Nachsteuerergebnis überstieg den Vorsteuergewinn vor allem aufgrund der höher zu erwartenden Nutzung steuerlicher Verlustvorträge.

Mehrperiodenübersicht zur Ertragslage

in Mio. € 2016 20151) 2014 20132) 2012 2011 2010 2009 2008 2007
EBT 53,2 4,1 -15,2 -482,8 -29,4 201,6 48,9 -496,5 1.003,4 1.313,9
EBIT I3) 96,6 69,5 63,9 -422,7 59,8 264,7 102,9 -468,1 1.072,1 1.350,7
EBIT4) 119,2 81,9 97,9 -393,2 98,0 304,5 159,8 -411,3 1.026,9 1.312,4
EBITDA5) 476,4 422,6 483,6 138,1 462,7 666,8 539,7 156,9 1.317,2 1.543,1
EBT-Marge 0,7 0,1 -0,2 -5,2 -0,3 2,1 0,6 -6,4 8,0 12,9
EBIT-Marge4) 1,5 1,0 1,1 -4,2 0,9 3,1 1,9 -5,3 8,2 12,9
EBITDA-Marge5) 6,0 4,9 5,4 1,5 4,5 6,8 6,5 2,0 10,5 15,1
ROCE % 2,7 1,9 1,8 -10,5 1,3 5,6 2,2 -10,5 21,9 28,0

Überleitung EBIT/EBITDA

in Mio. € 2016 20151)
EBT 53,2 4,1
+ Zinsaufwand 94,6 113,2
– Zinsertrag -28,6 -35,4
= EBIT 119,2 81,9
+ Abschreibungen2) 357,2 340,7
= EBITDA 476,4 422,6

Die Ertragskennzahlen EBIT und EBITDA beschreiben die rein operative Ertragskraft eines Unternehmens unabhängig von dessen Kapitalstruktur. Sie ermöglichen dem Management, den Anteilseignern und interessierten Dritten eine zusätzliche Analyse und Bewertung des Unternehmensergebnisses sowie eine überschlägige operative Vergleichbarkeit mit dem Wettbewerb. Länderspezifische Unterschiede in der Besteuerung sowie Besonderheiten der Finanzierungs- und Sachanlagenstruktur einzelner Unternehmen können dabei ausgeblendet werden.

Wertschöpfung des Salzgitter-Konzerns

Die betriebliche Wertschöpfung des Konzerns erreichte 2016 einen Wert von 1.784 Mio. €. Damit konnten die Aufwendungen für die Mitarbeiter (1.707 Mio. €) vollständig gedeckt werden. Die öffentliche Hand erhielt in Form von Steuern und Abgaben –0,2 % (Vorjahr: 3,4 %). Der Darlehensgeberanteil verminderte sich gegenüber dem Vorjahreswert (1,6 %) auf 1,4 %. Für die Aktionäre (einschließlich eigener Anteile) stehen für das abgelaufene Geschäftsjahr 1,2 % der Wertschöpfung (Vorjahr: 0,9 %) zur Verfügung. Seit 2003 sind 2,9 Mrd. € aus der Wertschöpfung im Konzern verblieben, 2016 wurden 35 Mio. € in den Konzern eingebracht.

Wertschöpfung

31.12.2016 31.12.20151)
in Mio. € % in Mio. € %
Entstehung
Konzernleistung 8.246 100,0 8.888 100,0
Vorleistungen 6.462 78,4 7.135 80,2
Wertschöpfung 1.784 21,6 1.753 19,8
Verwendung
Mitarbeiter 1.707 95,7 1.723 98,2
Öffentliche Hand -4 -0,2 60 3,4
Aktionäre 21 1,2 15 0,9
Darlehensgeber 25 1,4 27 1,6
Konzern verbleibend 35 2,0 -72 -4,1
Wertschöpfung 1.784 100,0 1.753 100,0
Back to top.