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Finanz- und Vermögenslage

Finanzmanagement

Im Salzgitter-Konzern führt die Salzgitter Klöckner-Werke GmbH (SKWG), eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Salzgitter AG (SZAG), seit dem 1. Januar 2012 das Cash- und Devisenmanagement für die Konzerngesellschaften überwiegend zentral durch. Joint-Venture-Gesellschaften sind hierin nicht einbezogen.

Die interne Finanzierung der Konzerngesellschaften erfolgt grundsätzlich über Bereitstellung von Kreditlinien im Rahmen des Konzernfinanzverkehrs und in Einzelfällen über Garantiezusagen für externe Kredite. Um den Finanzbedarf ausländischer Konzernunternehmen zu decken – insbesondere außerhalb des Euroraumes –, nutzt die Salzgitter-Gruppe lokale Kreditmärkte. Gleichzeitig zieht sie auch Liquiditätsüberschüsse der Konzerngesellschaften zur Finanzierung heran. Lieferungen und Leistungen innerhalb der Salzgitter-Gruppe werden über konzerninterne Konten gebucht. Das zentrale Finanzmanagement ermöglicht uns eine kosteneffiziente Fremdkapitalbeschaffung und hat positive Auswirkungen auf das Zinsergebnis. Über eine Finanzplanung mit mehrjährigem Planungshorizont sowie eine monatlich rollierende Liquiditätsplanung mit sechsmonatigem Prognosezeitraum ermitteln wir den Liquiditätsbedarf des Konzerns. Vorhandene Geldanlagen, mittelfristige bilaterale Kreditlinien, ein Konsortialkreditrahmen sowie die Nutzung der Anleihemärkte stellen unseren Liquiditätsbedarf sicher.

Zur weiteren Optimierung der Finanzierungsstruktur hat die SKWG im April 2016 ihr erstes Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 200 Mio. € begeben. Die Platzierung erfolgte in den zwei Währungen Euro und US-Dollar. Das Volumen verteilte sich auf fixe und variable Tranchen mit einer Laufzeit von drei, fünf und sieben Jahren. Die anfängliche durchschnittliche Verzinsung über alle Tranchen betrug circa 1,8 % p. a.

Unsere internationalen Geschäftsaktivitäten führen zu Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen. Um das dabei entstehende Wechselkursrisiko abzusichern, besteht für die Gesellschaften des Salzgitter-Konzerns im Rahmen der Konzernrichtlinien die Verpflichtung, Fremdwährungspositionen zum Zeitpunkt ihrer Entstehung zu sichern. Die Revision überwacht das Einhalten dieser Vorgabe im Rahmen ihrer turnusmäßigen Aufgaben. Für Währungsgeschäfte in US-Dollar – ein maßgeblicher Anteil unserer Fremdwährungsgeschäfte – wird zunächst konzernintern die Aufrechnung von Verkaufs- und Einkaufspositionen (Netting) geprüft. Die sich darüber hinaus ergebenden Spitzenbeträge werden von uns mittels marktüblicher Sicherungsgeschäfte abgedeckt.

Die Pensionsrückstellungen sind weiterhin wesentlicher Bestandteil der Unternehmensfinanzierung. Sie betrugen bei einem vom aktuellen Niveau der Kapitalmarktzinsen abgeleiteten verminderten Rechnungszinssatz (1,75 %) 2.449 Mio. € (Vorjahr: 2.327 Mio. € mit 2,25 %). Nach den Vorschriften der internationalen Rechnungslegung wurde die Auswirkung des gesamten Rechnungszinssatzes erfolgsneutral im Eigenkapital bilanziert.

Kapitalflussrechnung
Die Kapitalflussrechnung (ausführliche Darstellung im Kapitel „Konzernabschluss“) zeigt die Herkunft und Verwendung der Geldströme. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelbestand entspricht der Bilanzposition „Finanzmittel“.

Finanzmittel

in Mio. € 2016 2015
Zufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 290,2 447,7
Abfluss aus Investitionstätigkeit -363,6 -507,8
Zufluss aus Finanzierungstätigkeit 52,6 114,9
Veränderung der Finanzmittel -20,7 54,8
Konsolidierungskreisänderung/Wechselkursänderungen 2,6 7,4
Finanzmittel am Bilanzstichtag 818,1 836,2

Der Konzern erzielte 290 Mio. € Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (Vorjahr: 448 Mio. €). Die Verringerung im Vergleich zum Vorjahr resultierte aus der Zunahme der Vorräte und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, zudem ist sie auf eine vorsorgliche Zahlung von Ertragsteuern zurückzuführen. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit (364 Mio. €) verringerte sich gegenüber der Vergleichsperiode (508 Mio. €) insbesondere aufgrund geringerer Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle und das Sachanlagevermögen.

Im Geschäftsjahr 2016 ergab sich insgesamt ein positiver Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 53 Mio. € (Vorjahr: +115 Mio. €). Dieser resultiert im Wesentlichen aus der Begebung eines Schuldscheindarlehens. Gegenläufig wirkten der Rückkauf eines Teils der Anleihen sowie die Rückzahlung einer Wandelanleihe. An die Aktionäre der SZAG schütteten wir für das Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von rund 13 Mio. € oder 0,25 €/Aktie aus.

Nettofinanzposition

Nettofinanzposition = Geldanlagen – Finanzschulden der Nettofinanzposition
in Mio. € 31.12.2016 31.12.2015
Finanzmittel gemäß Bilanz 818,1 836,2
+ zu Handelszwecken gehaltene Zertifikate 250,0 250,0
+ sonstige Geldanlagen 149,9 131,8
= Geldanlagen 1.218,0 1.218,0
Finanzschulden gemäß Bilanz 946,0 827,9
– Verbindlichkeiten aus Leasingverträgen, aus Finanzierungen/Finanzverkehr und Sonstiges 29,8 24,8
= Finanzschulden der Nettofinanzposition 916,2 803,1
Nettofinanzposition 301,8 414,9

Die Nettofinanzposition von 302 Mio. € hat gegenüber 2015 (415 Mio. €) abgenommen. Während die Geldanlagen einschließlich der Wertpapiere (1.218 Mio. €) auf Vorjahresniveau blieben, standen zum Geschäftsjahresende höhere Verbindlichkeiten von 916 Mio. € (Vorjahr: 803 Mio. €) bei Kreditinstituten gegenüber. Letztere enthalten 433 Mio. € Verpflichtungen aus Nominal-Wandel-/Umtauschanleihen. Verpflichtungen aus Finanzierungsleasing werden nicht in der Nettofinanzposition berücksichtigt.

Investitionen
Die Zugänge zum Anlagevermögen aus Investitionen betrugen 359 Mio. € (Vorjahr: 419 Mio. €). Davon aktivierte Investitionen in Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte (352 Mio. €) wurden fast vollständig durch die planmäßigen Abschreibungen (342 Mio. €) gedeckt. Die Finanzanlagen erhöhten sich um 7 Mio. €, weitestgehend aufgrund von Investitionen in den Wertpapierbestand für die Entgeltumwandlung.

Neben dem Geschäftsbereich Flachstahl (189 Mio. €) wurden 2016 wesentliche Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte im Segment Mannesmann (88 Mio. €) getätigt.

In den Abschreibungen sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 15 Mio. € (Vorjahr: 0 €) enthalten.

Investitionen/Abschreibungen1)

Investitionen2) Abschreibungen2)3)
in Mio. € Konzern davon GB Flachstahl und GB Grobblech / Profilstahl4) Konzern davon GB Flachstahl und GB Grobblech / Profilstahl4)
2016 352 213 357 224
2015 411 278 340 221
2014 270 155 382 261
2013 359 193 530 423
2012 325 187 358 248
Summe 1.717 1.026 1.967 1.376

Investitionen/Abschreibungen nach Geschäftsbereichen1)

Investitionen Abschreibungen2)
in Mio. € 2016 2015 2016 2015
Flachstahl 189,3 239,2 177,5 171,5
Grobblech / Profilstahl 23,8 38,8 46,2 49,0
Mannesmann 87,7 73,9 73,2 59,4
Handel 7,7 14,6 10,4 9,9
Technologie 21,8 17,2 22,3 22,9
Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung 21,9 27,8 27,6 27,6
Konzern 352,1 411,4 357,1 340,3

Die Liquiditäts- und Verschuldungskennzahlen stellten sich im Geschäftsjahr 2016 wie folgt dar:

Mehrperiodenübersicht zur Finanzlage

2016 20151) 2014 20132) 2012 2011 2010 2009 2008 2007
Zahlungsbereitschaft I (%)3) 123 132 116 130 156 169 192 211 157 211
Zahlungsbereitschaft II (%)4) 201 214 196 227 262 287 287 302 281 317
Dynamische Verschuldung (%)5) 11,6 19,8 26,0 6,8 22,0 -12,1 30,1 406,8 64,9 -304,5
Gearing (%)6) 196,3 190,0 195,4 158,9 145,1 120,0 125,9 106,2 100,3 98,0
Cashflow (Mio. €) aus laufender Geschäftstätigkeit 290 448 599 141 427 -197 209 1.190 547 781
Nettofinanzposition (Mio. €)7) -302 -415 -403 -303 -497 -508 -1.272 -1.561 -991 -2.115

Vermögenslage

Das Gesamtvermögen des Konzerns nahm im Vergleich zum Stichtagswert des Geschäftsjahres 2015 (8.228 Mio. €) um 2,7 % auf 8.450 Mio. € zu. Der Anstieg der langfristigen Vermögenswerte (+50 Mio. €) resultierte aus erhöhten Anteilen an nach der Equity-Methode bilanzierte Unternehmen (+48 Mio. €). Daneben legten auch die latenten Ertragsteueransprüche (+55 Mio. €) zu. Dem entgegen stehen geringere Wertpapiere des Anlagevermögens (–48 Mio. €). Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen vor allem aufgrund höherer Vorräte (+92 Mio. €) sowie sonstiger Forderungen und Vermögenswerte (+88 Mio. €).

Vermögens- und Kapitalstruktur

in Mio. € 31.12.2016 % 31.12.20151) %
Langfristige Vermögenswerte 3.700 43,8 3.650 44,4
Kurzfristige Vermögenswerte 4.750 56,2 4.577 55,6
Aktiva 8.450 100,0 8.228 100,0
Eigenkapital 2.852 33,8 2.837 34,5
Langfristige Schulden 3.258 38,6 3.265 39,7
Kurzfristige Schulden 2.340 27,7 2.126 25,8
Passiva 8.450 100,0 8.228 100,0

Bei den langfristigen Vermögenswerten wurden die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (352 Mio. €) von den Abschreibungen (357 Mio. €) aufgezehrt. Das kurzfristig gebundene Nettovermögen (Working Capital) kam mit 2.165 Mio. € (–4,7 %) unterhalb des Vorjahresniveaus aus.

Die Eigenkapitalquote (33,8 %) ist im Vergleich zum Vorjahr (34,5 %) geringfügig gesunken. Ausschlaggebend hierfür war die stichtagsbezogene Minderung des Zinssatzes der Pensionsrückstellungen auf 1,75 % (Vorjahr: 2,25 %). Dieser rückstellungserhöhende Effekt wird erfolgsneutral im Eigenkapital bilanziert. Dem entgegen stehen die verringerten langfristigen Finanzschulden aufgrund der Umgliederung einer Umtauschanleihe in die kurzfristigen Finanzschulden. Des Weiteren sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen höher als ein Jahr zuvor.

Mehrperiodenübersicht zur Vermögenslage

2016 20151) 2014 20132) 2012 2011 2010 2009 2008 2007
Anlagenintensität (%)3) 43,8 44,4 42,1 43,9 42,5 41,8 39,7 39,5 33,5 25,8
Vorratsintensität (%)4) 21,8 21,3 23,4 23,9 23,2 23,9 19,9 18,2 29,3 24,8
Abschreibungsquote (%)5) 13,9 13,3 15,3 20,7 13,6 13,5 14,2 21,3 11,7 11,7
Debitorenlaufzeit (Tage)6) 68,2 63,4 66,5 57,8 54,2 53,7 51,7 49,3 48,4 54,5
Capital employed (Mio. €) 3.584 3.620 3.526 4.034 4.481 4.733 4.596 4.457 4.886 4.829
Working Capital (Mio. €) 2.165 2.271 2.487 2.598 2.694 2.753 2.193 1.981 3.338 2.845
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