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Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

in einer Abfolge nicht zuletzt für unseren Konzern ereignisreicher Jahre dürfte 2016 auch in späteren Rückblicken markante Phasen, wenn nicht gar Wendepunkte beinhalten.

So stellten zahlreiche politische Ereignisse und Entscheidungen vermeintliche Gewissheiten, tradierte Sichtweisen und liebgewonnene Gewohnheiten in Frage. In den Medien wurde der Präsidentschaftswahl in den USA sowie dem Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union größte Aufmerksamkeit geschenkt.

Für die Salzgitter AG unmittelbar bedeutender war allerdings, dass die EU-Kommission erstmals wirksame Handelsschutzinstrumente gegen eine Flut von Dumping-Importen anwendete. Das war bitter nötig, denn zwischenzeitlich war das mittel- bis langfristige Überleben der europäischen Stahlindustrie gefährdet.

Gegen diese Existenzbedrohung formierte sich eine breite Allianz aus Unternehmen, Gewerkschaften und Industrieverbänden. Auf mehreren Stahl-Aktionstagen - im nationalen wie europäischen Rahmen - demonstrierten wir für eine Zukunftsperspektive der - im Kern selbst global absolut wettbewerbsfähigen und für die Wertschöpfungsketten unverzichtbaren - Stahlbranche mit EU-weit rund 330.000 Arbeitsplätzen. Und das mit Erfolg! Die Einführung der Anti-Dumping-Maßnahmen ab Februar 2016 war ein wesentlicher Faktor für die vorläufige Beendigung der seit mehreren Jahren andauernden, im Ausmaß desolaten Stahlpreiserosion in Europa.

Die Herausforderungen bleiben jedoch enorm. So ist die Verfassung großer Teile des Leitungsrohrmarktes sowie des Grobblechsektors weiterhin prekär. Inwieweit die politischen Umbrüche in Europa und Amerika die im Grunde günstigen Konjunkturaussichten beeinflussen werden, ist nicht absehbar. Wir denken daher, dass es fahrlässig wäre, sich in diesen unsicheren Zeiten allein auf bessere Rahmenbedingungen zu verlassen.

Der überaus erfolgreiche Abschluss des 2012 begonnenen, umfassenden Reorganisationsprogramms "Salzgitter AG 2015" mit 260 Mio. € realisierter Kosteneinsparung - rund ein Drittel über der ursprünglichen Zielsetzung - lässt uns daher nicht in falsche Selbstzufriedenheit verfallen. Im Gegenteil! Die "Salzgitter AG 2015" flankierenden Maßnahmenpakete ausgewählter Konzerngesellschaften werden unter dem Namen "FitStructure SZAG" fortgeführt und, wo sinnvoll und notwendig, ergänzt.

Nach dieser Phase, in der das Schwergewicht unseres Tuns gezwungenermaßen auf Restrukturierung und Kostensenkung lag, richten wir den Fokus nun auf Themen von Wachstum und Innovation. Mit der im Herbst 2016 verabschiedeten Strategie "Salzgitter AG 2021" gestalten wir die Zukunft unseres Konzerns. Begleitet von leistbaren Investitionen sowie FuE-Aufwendungen wollen wir bis 2021 über 200 Mio. € p. a. additive Deckungsbeiträge aus organischem Wachstum generieren. Dabei werden wir den Weg der Diversifikation, den wir schon seit dem Jahr 2000 beschreiten, mit Augenmaß - aber auch mit Nachdruck - fortsetzen. Unser Ziel ist es, das faktische Umsatz- und Wertschöpfungsportfolio des Konzerns in Richtung eines Gleichgewichtes zwischen stahlnahen und stahlferneren Aktivitäten weiterzuentwickeln. Das ändert nichts daran, dass die DNA der Salzgitter AG dem Stahl entstammt und dies auch in Zukunft so bleiben soll.

Dazu steht nicht im Widerspruch, dass wir uns verändern und neuen Gegebenheiten anpassen. Dies wird ebenso - wenn auch im Detail - am vorliegenden Geschäftsbericht deutlich. Mit der kompakteren Version konzentrieren wir uns auf die wesentlichen Informationen zum Verständnis des Geschäftsverlaufs, während andere Informationen auf unsere Webseite verlagert wurden. Wir setzen damit ganz bewusst einen Kontrapunkt zum immer weiter um sich greifenden "Disclosure Overload", der Überforderung selbst professioneller Kapitalmarktteilnehmer durch einen herbeiregulierten Overkill an Einzeldaten, die letztlich das Verständnis des Relevanten mehr erschweren als erleichtern.

Der Salzgitter-Konzern hat im Jahr 2016 intern wie extern viel erreicht. Dies spiegelt sich auch im 48 %igen Kursanstieg unserer Aktie wider. Die Aussichten für das laufende Jahr sind trotz der nach wie vor erheblichen Herausforderungen so günstig wie schon lange nicht mehr. Vor diesem Hintergrund schlagen wir vor, für das Geschäftsjahr 2016 eine nochmals erhöhte Dividende von 0,30 € je Aktie auszuschütten.

Wir bedanken uns auch im Namen unserer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Ihnen, den Aktionären und Geschäftspartnern der Salzgitter AG, für das unserem Unternehmen entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichem Gruß und herzlichem Glückauf!

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann

Burkhard Becker

Burkhard Becker

Michael Kieckbusch

Michael Kieckbusch

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