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 /  /  / Salzgitter-Konzern beschließt Bau von dritter Feuerverzinkungsanlage

Eckdaten des Geschäftsjahres 2017

28.02.18 | Pressemeldung der Salzgitter AG

Salzgitter-Konzern schließt Geschäftsjahr 2017 mit höchstem Vorsteuergewinn seit der Finanzmarktkrise ab; Aussichten für 2018 ebenfalls vielversprechend

  • Vierte Ergebnissteigerung in unmittelbarer Folge
     
  • Gut 70 Mio. € Ergebnisverbesserungspotenzial im Geschäftsjahr 2017 realisiert
     
  • Kernelemente der Wachstumsstrategie „Salzgitter AG 2021“ auf den Weg gebracht
     
  • Prognose Geschäftsjahr 2018: Vorsteuergewinn zwischen 200 Mio. € und 250 Mio.€

Vor dem Hintergrund eines im Flachstahlbereich deutlich verbesserten, aber insgesamt nach wie vor herausfordernden Marktumfelds schloss der Salzgitter-Konzern das Geschäftsjahr 2017 mit dem höchsten Vorsteuergewinn seit der Finanzmarktkrise ab. Haupttreiber hierfür waren hervorragende Resultate der Geschäftsbereiche Flachstahl und Handel sowie erhebliche Effekte aus den stringent umgesetzten internen Maßnahmenprogrammen. Mit 35,9 % Eigenkapitalquote sowie einer auf 380,5 Mio. € angestiegenen Nettofinanzposition bleibt die bilanzielle und finanzielle Basis unseres Unternehmens äußerst solide.
 
Der Außenumsatz des Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 hauptsächlich erlösbedingt auf 8.990,2 Mio. € (2016: 7.905,7 Mio. €). Mit 238,0 Mio. € hat sich der Gewinn vor Steuern (2016: 53,2 Mio. €) mehr als vervierfacht. In diesem Resultat sind 79,3 Mio. € Beitrag aus dem Aurubis-Engagement (2016: 19,1 Mio. €) und in Summe –82,9 Mio. € Aufwendungen für strukturverbessernde Maßnahmen des konzernweiten Optimierungsprogramms „FitStructure SZAG“ sowie die bilanzielle Anpassung des Anlagevermögens der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH enthalten (Sondereffekte 2016: –2,3 Mio. €). Aus 193,6 Mio. € Nachsteuergewinn (2016: 56,8 Mio. €) errechnen sich 3,52 € Ergebnis je Aktie (2016: 1,00 €) sowie 8,6 % Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE; 2016: 2,7 %).
 
Der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann erklärte hierzu: „Mit der vierten Ergebnissteigerung in unmittelbarer Folge verzeichneten wir den höchsten Vorsteuergewinn seit Ausbruch der Finanzmarktkrise. Ein wesentlicher Treiber hierfür war die verbesserte Situation des Stahlmarktes – vor allem des Flachstahlsegments. Das Ergebnis 2017 ist gleichfalls der eindeutige Beleg für die Wirksamkeit der seit 2012 umgesetzten strukturellen Veränderungen sowie der verdiente Lohn für die darin investierte Arbeit. Freude über das Erreichte ist jetzt durchaus angebracht; zum Zurücklehnen in Selbstzufriedenheit besteht indes kein Anlass, denn das Umfeld ist und bleibt für weite Teile unseres Konzerns herausfordernd. Wir müssen, wollen und werden also ‘dranbleiben! Parallel zu den Maßnahmen der internen Optimierung haben wir in 2017, unserer Strategie „Salzgitter AG 2021“ folgend, mit einer dritten Feuerverzinkungsanlage in Salzgitter, der neuen Wärmebehandlungslinie in Ilsenburg sowie dem Ausbau des Präzisrohrwerkes in Mexiko wegweisende Investitionsprojekte auf den Weg gebracht.“
 

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Flachstahl wuchs im Wesentlichen aufgrund höherer Durchschnittspreise für Flachstahlprodukte bei nahezu stabilem Versand um knapp ein Fünftel auf 2.159,8 Mio. € (2016: 1.814,6 Mio. €). Mit 182,0 Mio. € Gewinn vor Steuern steigerte das Segment sein Resultat vor allem als Folge der verbesserten Erlösqualität erheblich (2016: –2,3 Mio. €). Zudem zeigten sich positive Effekte der eingeleiteten Maßnahmenprogramme. Gegenläufig wirkten höhere Rohstoffkosten, insbesondere für Kokskohle.
 
In einem von anhaltend hohen Grobblechimporten sowie volatilen und tendenziell aufwärtsgerichteten Rohstoff- und Energiepreisen geprägten Marktumfeld übertraf der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Grobblech / Profilstahl den Vorjahreswert sowohl preis- als auch mengengetrieben spürbar (1.024,3 Mio. €; 2016: 741,8 Mio. €). Die –57,7 Mio. € Vorsteuerergebnis des Segments beinhalten neben der Auflösung auftragsbezogener Rückstellungen eine bilanzielle Anpassung des Anlagevermögens (Impairment) der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH in Höhe von –48,8 Mio. € und kamen somit unter Vorjahr (2016: –32,1 Mio. €) aus. Dabei reduzierten die Grobblechgesellschaften ihre operativen Verluste. Die Peiner Träger GmbH konnte marktbedingt nicht an die erfolgreichen Vorjahre anknüpfen und verbuchte wegen einer positiven Ergebnisentwicklung im vierten Quartal ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis.
 
Der Geschäftsbereich Mannesmann verzeichnete eine erhebliche Steigerung der Absatzmenge, bewirkt vor allem von ausgeweiteten Lieferungen der Mannesmann Line Pipe GmbH (MLP). Der Außenumsatz überschritt die 1-Mrd-€-Marke (1.093,5 Mio. €; 2016: 999,4 Mio. €). Das Segment verbesserte sein Vorsteuerresultat maßgeblich wegen der Ergebnisperformance der MLP auf –5,6 Mio. € (2016: –22,4 Mio. €). Hierin enthalten sind –21,0 Mio. € Aufwand für strukturverbessernde Maßnahmen der Präzisrohrgruppe in Europa.
 
Der Absatz des Geschäftsbereiches Handel blieb primär als Folge wegen des nur teilweise zufriedenstellenden internationalen Projektgeschäfts unter dem Vorjahresniveau. Die Preissteigerungen in allen Bereichen führten dennoch zu einem höheren Außenumsatz (3.229,9 Mio. €; 2016: 2.855,0 Mio. €). Der Kundenstamm der digitalen Handelsaktivitäten wurde im Berichtszeitraum kontinuierlich ausgeweitet. Nahezu 10 % des Umsatzes des deutschen lagerhaltenden Handels wurden im Jahr 2017 über digitale Schnittstellen realisiert. Der Geschäftsbereich Handel erwirtschaftete 70,5 Mio. € Gewinn vor Steuern und übertraf so das bereits sehr vorzeigbare Resultat der Vergleichsperiode (2016: 45,2 Mio. €) signifikant.
 
Der Außenumsatz des Geschäftsbereiches Technologie rangierte infolge der Zuwächse bei der DESMA Elastomer-Gruppe (KDE) sowie der DESMA Schuhmaschinen GmbH (KDS) mit 1.284,7 Mio. € auf dem Level des Vergleichszeitraumes (2016: 1.300,3 Mio. €). Die Division verbuchte 6,6 Mio. € Gewinn vor Steuern und knüpfte somit nicht an das Vorjahresniveau (2016: 28,4 Mio. €) an. Das Ergebnis beinhaltet –13,1 Mio. € Aufwendungen für strukturverbessernde Maßnahmen der KHS-Gruppe, die auch aufgrund des wettbewerbsbedingten Preisdrucks ein merklich geringeres Resultat auswies als ein Jahr zuvor. Sowohl die KDS wie auch die KDE-Gruppe steigerten die Vorsteuergewinne hingegen kräftig.
 
Industrielle Beteiligungen / Konsolidierung verzeichnete einen im Vergleich zum Vorjahr stabilen Außenumsatz (198,0 Mio. €; 2016: 194,6 Mio. €). Der Gewinn vor Steuern stieg auf 42,2 Mio. € (2016: 36,3 Mio. €). Darin enthalten ist der Beitrag des Aurubis-Engagements in Höhe von 79,3 Mio. € (2016: 19,1 Mio. €) sowie der Vorsteuergewinn der nicht direkt einem Geschäftsbereich zugeordneten Konzernunternehmen. Stichtagsbezogene Bewertungseffekte von Devisen- und Derivatepositionen wirkten gegenläufig.
 
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017 wird dem Aufsichtsrat anlässlich seiner nächsten Sitzung zur Billigung vorgelegt und am 16. März 2018 in vollständiger Fassung veröffentlicht.
 

Ausblick

Die Geschäftsbereiche gehen verglichen mit dem Vorjahr von nachstehendem Verlauf des Geschäftsjahres 2018 aus: Das Flachstahlsegment rechnet mit einem abermals erfreulichen Geschäftsverlauf. Dabei werden Rohstoffkosten für Eisenerz und Kokskohle auf dem Niveau von Ende 2017 sowie in etwa konstante Erlöse im EU Stahlmarkt unterstellt. Zwar haben die massiven chinesischen Billig-Importe als Folge der europäischen Anti-Dumping-Maßnahmen bereits spürbar abgenommen, dennoch sind weiterhin signifikante Einfuhren aus anderen Ländern wie beispielsweise der Türkei oder Indien zu verzeichnen. Dank des höheren Versands erwarten wir bei einer nach wie vor robusten Nachfrage einen moderaten Umsatzzuwachs und den Vorsteuergewinn erneut über 100 Mio. €. Dieser dürfte im Wesentlichen wegen des Bewertungsmechanismusses der Herstellungskosten gemäß IFRS sichtbar unter Vorjahr auskommen.  Der Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl bleibt einem diffizilen Marktumfeld ausgesetzt. Während der Grobblechmarkt nach wie vor von hohen Importvolumina aus Drittländern in die EU sowie überdurchschnittlichen Lagerbeständen und -reichweiten gekennzeichnet ist, wirken im Profilstahlbereich gestiegene Kosten für Graphitelektroden belastend. Darüber hinaus dürfte der volatile Schrottpreis ein anhaltend spekulatives Kaufverhalten der Kunden begünstigen. Dennoch prognostizieren alle drei Standorte eine weitgehend solide Beschäftigung. Die Grobblechgesellschaften werden weiterhin von den umfassenden Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen profitieren. Ergänzend sollte im Ilsenburger Werk der Ausbau des Geschäfts mit höherwertigen Güten – als Folge des verstärkten Einsatzes von vakuumbehandeltem Vormaterial nach Inbetriebnahme der neuen RH-Anlage der Salzgitter Flachstahl GmbH – erste positive Effekte zeigen. Insgesamt rechnet der Geschäftsbereich mit einem stabilen Umsatz sowie einer signifikanten Verringerung des Vorsteuerverlustes. Für die Gesellschaften des Geschäftsbereiches Mannesmann gehen wir auch 2018 von einem heterogenen Geschäftsverlauf aus: Die deutsche Großrohrgesellschaft der EUROPIPE-Gruppe bleibt – im Gegensatz zu den amerikanischen Gesellschaften – mit den Projekten Nord Stream 2 und EUGAL sehr gut ausgelastet. Im Bereich der mittleren Leitungsrohre sollte sich die außergewöhnlich hohe Nachfrage aus Nordamerika normalisieren, die Mannesmann Grossrohr GmbH steht einer weiterhin verhaltenen Projektvergabe gegenüber. Die Bereiche Präzis- und Edelstahlrohre antizipieren eine positive Entwicklung. Insgesamt erwarten wir einen mäßigen Umsatzrückgang sowie ein erheblich verbessertes, wieder positives Vorsteuerergebnis des Geschäftsbereiches. Erfolge der eingeleiteten Programme zur Ergebnisverbesserung sollen hierzu beitragen. Die Handelssparte rechnet für 2018 mit einem moderaten Umsatzzuwachs. Dieser resultiert aus einem deutlichen Absatzanstieg bei sortimentsbedingt geringfügig niedrigeren Preisen im internationalen Trading sowie stabilen Versandmengen und einer positiv wirkenden Portfolioverschiebung im lagerhaltenden Handel. Gegenüber dem außerordentlich erfolgreichen, von temporären Margengewinnen geprägten Vorjahr, ist eine Normalisierung des Ertragsniveaus zu erwarten. Der Geschäftsbereich Handel prognostiziert einen zwar erfreulichen, aber merklich unter dem herausragenden Vorjahr auskommenden Gewinn vor Steuern. Basierend auf einem hohen Auftragsbestand und guten Auftragseingängen avisiert der Geschäftsbereich Technologie ein mäßiges Umsatzwachstum. Angesichts des preislich stark umkämpften Projektgeschäfts setzt die KHS-Gruppe auf Wachstum in profitablen Produktsegmenten sowie den weiteren Ausbau des Servicegeschäfts. Daneben sollten sich die eingeleiteten Effizienzsteigerungsmaßnahmen positiv auswirken. Zusammen mit den vielversprechenden Aussichten für die beiden Spezialmaschinenbauer der DESMA-Gruppe wird mit einem sichtbaren Anstieg des Vorsteuergewinns gerechnet. Vor dem Hintergrund des guten Starts in das neue Geschäftsjahr, der in einigen Geschäftsfeldern aufgehellten, insgesamt immer noch herausfordernden Marktbedingungen sowie weiterer positiver Effekte der Maßnahmen- und Wachstumsprogramme gehen wir für den Salzgitter-Konzern im Jahr 2018 von

  • einem geringfügig gesteigerten Umsatz oberhalb 9 Mrd. €,
     
  • einem Vorsteuerergebnis zwischen 200 Mio. € und 250 Mio. € sowie
     
  • einer im Vergleich zum Vorjahreswert stabilen Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) aus.

Die zukunftsbezogenen Aussagen unterstellen, dass es in Europa nicht erneut zu einer rezessiven Entwicklung kommen wird. Vielmehr erwarten wir für unsere anhaltend umkämpften Hauptmärkte eine mindestens stabile Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr. Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungskursen den Verlauf des Geschäftsjahres 2018 erheblich beeinflussen können. Die hieraus resultierende Schwankungsbreite des Konzernergebnisses vor Steuern kann ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch positiver Richtung annehmen. Die Dimension dessen wird deutlich, wenn man unterstellt, dass bei rund 12 Mio. t abgesetzten Stahlerzeugnissen der Geschäftsbereiche Flachstahl, Grobblech / Profilstahl, Mannesmann und Handel im Schnitt 25 € Margenveränderung pro Tonne bereits ausreichen, um 300 Mio. € jährliche Ergebnisvarianz zu verursachen. Darüber hinaus begrenzen volatile Rohstoffkosten sowie kürzere Vertragslaufzeiten auf der Beschaffungs- genauso wie auf der Absatzseite die Planungssicherheit des Unternehmens.
 
Disclaimer: Einige der in dieser Mitteilung gemachten Aussagen haben den Charakter von Prognosen bzw. können als solche interpretiert werden. Sie sind nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und gelten naturgemäß unter der Voraussetzung, dass keine unvorhersehbare Verschlechterung der Konjunktur und der spezifischen Marktlage für die Gesellschaften in den Unternehmensbereichen eintritt, sondern sich die Grundlagen der Planungen und Vorschauen in dem Umfang und dem zeitlichen Rahmen wie erwartet als zutreffend erweisen. Die Gesellschaft übernimmt – unbeschadet bestehender gesetzlicher, insbesondere kapitalmarktrechtlicher Anforderungen – keine Verpflichtung, vorausblickende Aussagen, die ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren, laufend zu aktualisieren.

© Salzgitter AG
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