Page 15 - Stil 02 2017
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ist es, ein IT-Gesamtkonzept zu erstellen, kon- krete IT-Projekte aus der Unternehmensstrategie abzuleiten und in einer „Roadmap Industrie 4.0“ zusammenzuführen.
„In der zweiten Jahreshäl e 2017 wird die Projektarbeit abgeschlossen, und die Ergebnisse werden in einem Handbuch zusammengefasst. Die Umsetzung liegt dann in der Hand des Steuer- kreises Intelligent Manufacturing (SKIM)“, sagt Gerd Baresch, Werksbereichsleiter Technischer Service, Energie und Umweltschutz der Salzgitter Flachstahl GmbH.
Arbeitsumfeld
Auch die Tätigkeiten im Arbeitsumfeld müssen den Anforderungen der Digitalisierung angepasst werden. Zielsetzungen sind hier die Automati- sierung, die Verknüpfung der realen mit der digi- -talen Welt und die Einbindung der Mitarbeiter, die die neuen Systeme und Prozesse beherrschen sollen, als Planer und Entscheider.
Folglich müssen die Mitarbeiter jederzeit die Prozesse sowie Ort und Status der Produkte kennen und dabei von einer intelligenten sowie lernfähigen IT unterstützt werden. Darüber hinaus sollen ihnen mobile Assistenzsysteme wie Tablets oder Smartphones die benötigten Infor- mationen liefern.
Aus- und Weiterbildung
Die Veränderungen in der Arbeitswelt durch die Digitalisierung erfordern neue Ansätze in der Aus- und Weiterbildung. Die Grundlagen der IT-Tech- nik und das Verständnis für die Anforderungen
an die IT-Sicherheit sind neue Ausbildungsinhalte. Auch manche Berufsbilder ändern sich, so wan- deln sich die Anforderungen an einen Mechaniker in Richtung Mechatroniker. Dabei können digitale Mittel zur Wissensvermittlung genutzt werden. Das E-Learning mit webbasierten Übungen und virtuellen Trainingsszenarien hil , eine mögliche Schwellenangst vor den neuen Technologien und Medien zu überwinden.
Ein leicht verständliches Beispiel dafür, wie die Digitalisierung kunden- individuelle Wünsche zu erfüllen vermag, zeigte die DESMA Schuhmaschinen GmbH in Hannover: maß- geschneiderte Schuhe aus automatischer Fertigung
Die sprechende Flasche
EWarum sich eine KHS-Technologie als Sinnbild der Industrie 4.0 eignet
s ist ein Stück Zukun stechnologie, was Mitarbeitern und Produktionsmaschinen einge- KHS auf der Hannover Messe präsen- lesen und verarbeitet werden können. Außerdem tierte: Der Hersteller von Getränkeab- ist auch das Direktdruckverfahren „Direct Print füllanlagen und Verpackungslösungen powered by KHS“ für die Etiketten der PET-
aus dem Geschä sbereich Technologie der Flaschen ein Ergebnis des digitalen Fortschritts. Salzgitter AG zeigte eine „sprechende Flasche“,
die KHS mit der belgischen Brauerei Martens
Brouwerij zur Einführung der neuen Biermarke
„Dagschotel“ entwickelt hatte. Mithilfe einer eigens entwickelten Smartphone-App, die Pixel- muster auf den bedruckten Flaschen erkennt, wurde der Verpackung auf dem Bildschirm des Mobilgeräts virtuell Leben eingehaucht. Die mit Charakteren der  ämischen TV-Sitcom F.C. Kampioenen bedruckten Einzel aschen boten bereits gute Unterhaltung. Scannte man jedoch zwei Flaschenmotive gleichzeitig, führte dies
zu einem lebha en Wortwechsel zwischen den beiden Charakteren.
Die „sprechende Flasche“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Digitalisierung kommunikative Produkte hervorzubringen vermag. Zudem veranschaulicht sie das, was in der Industrie 4.0 in vielen Prozessen Alltag sein wird. Denn so wie die Flasche den Link zu Informationen in sich trägt, sind Bauteile in der Produktion digital mit Informationen zu ihrem Status verknüp , die von
So funktioniert es: Eine App identi ziert das Etikett und lässt es auf dem Bildschirm er- scheinen. Dann begin- nen die gezeigten Figuren zu sprechen
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