Page 28 - Stil 02 2017
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Kommt ein Bogen ge ogen ...
Stilles
Vorzeigeprojekt
Neue KHS-Linie für stilles UWasser in der Türkei
nter der Marke „Abant“ vertreibt Abant Su seit 2008 stilles Mineralwasser. Inzwi- schen steht das Unternehmen
auf Rang sechs der türkischen Wasser- anbieter. Die Technik für den zweiten Produktionsstandort in Gölcük stammt von der Dortmunder KHS-Gruppe.
Die Entscheidung für KHS begründet Burak Kaya, CEO der Kaya Holding, zu der Abant Su gehört, mit einer Reihe
von guten Argumenten: So ist KHS auf die Bedürfnisse des Unternehmens nach einer kleineren Streckblasmaschine mit 18 statt der sonst üblichen 20 bis 22 Sta- tionen eingegangen. Damit können durch die quali zierte Technik und die lang- jährige Erfahrung der KHS circa 45.000 Flaschen pro Stunde produziert werden.
Die hohe E zienz der Maschinen ist ein weiterer Pluspunkt: Circa 30 % des Stroms können im Vergleich zur Konkur- renz eingespart werden, darüber hinaus rund 10 % Materialkosten. Die Flasche ist die leichteste auf dem türkischen Markt. Einen weiteren Grund pro KHS sieht Kaya im starken Service-Team: Die Kom- petenz der Mitarbeiter vor Ort scha  Vertrauen. Somit sieht sich Abant Su gut aufgestellt für die Zukun .
Geplant ist eine weitere Wasserlinie und Diversi kation hin zu anderen Ge- tränkeprodukten. Mittel- bis langfristig will das Unternehmen zu den Top-Drei- Anbietern der Türkei und des Nahen Ostens zählen.
PRODUKTE
Warum ein Flugzeug Rohre von Salzgitter Mannesmann Line Pipe nach Australien  og
EVorbereitung der Luftfracht: Verpackung der fertigen Stahlrohrbögen in Holzkisten
in Bogen? Nein, nicht nur ein würde man im Prinzip schon am nächs- Stahlrohrbogen, sondern gleich ten Tag die Rohre benötigen. Der Kunde 27 Bögen „kamen ge ogen“ – in musste also abwägen zwischen langen drei großen Holzkisten verpackt Lieferzeiten und Projektverzögerungen
und mit dem Ziel Westaustralien. Weil oder kurzen Lieferzeiten und der Gefahr,
bei diesem Au rag für den Kunden die Devise „Zeit gleich Geld“ galt, buchte Salzgitter Mannesmann Line Pipe (MLP) für die eilige Fracht einen Lu transport über Holland nach Australien. Dort sollten die Bögen die Installation für die Erschließung eines Gasspeichers ergän- zen, deren Rohre zuvor per Schi  trans- portiert und teils schon verlegt waren.
Bei dem „Tubridgi Gas Storage Projekt“ soll aus einem ehemaligen Gasfeld ein Gasspeicher werden. Der Vorteil dieses natürlichen Speichers gegenüber einem künstlichen ist die wesentlich größere Kapazität.
Zur Befüllung des Speichers und zur Entnahme des eingelagerten Gases wer- den ca. 6,7 km HFI-Leitungsrohre mit 219,1 mm Außendurchmesser und einer Wandstärke von 8,8 mm eingesetzt.
Die im Werk Siegen der MLP produzier- ten Leitungsrohre wurden mit HDPE- MAPEC-Coating gegen äußere Beschä- digung geschützt.
Nils Schmidt, Area Sales Manager MLP, erklärt die ungewöhnliche Reise der Bögen so: „Es war anfangs noch nicht sicher gewesen, ob die alten Gasfelder als Kavernen (unterirdische Speicher, Red.) genutzt werden können. Hierfür muss-
te man die Ergebnisse von Bohrungen und Versuchen abwarten. Klar war aber: Sollten diese Versuche positiv ausfallen,
am Ende vielleicht Rohre zu haben, die er im schlimmsten Szenario gar nicht benötigt.“
In Projektvorgesprächen wurde sehr akribisch ein genauer Produktions- und Lieferplan ausgearbeitet, der das Ri-
siko sowohl für den Kunden als auch
für Salzgitter Mannesmann Line Pipe minimieren sollte. Im Nachhinein waren die Sicherheitsvorkehrungen glücklicher- weise nicht nötig, dennoch sammelte MLP mit dem für den Kunden geschnür- ten „Sorglospaket“ Pluspunkte bei dem Vertragsabschluss.
Wieder einmal erwies sich die Nähe zum konzerneigenen Rohrbiegewerk
der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH im Mülheim als Vorteil: Einge- spielte Wege, vertrauensvolle Zusammen- arbeit und eine kurzfristige Abstimmung ermöglichten innerhalb kürzester Zeit die Herstellung der nach Kundenspezi - kation induktiv gebogenen Rohre.
Gefertigt wurden ein Rohrbogen mit 30° Biegewinkel, 13 Bögen mit 90° und die restlichen Biegungen mit 45° Biege- winkel. Der überwiegende Teil der Bögen wurde mit Polyethylen (PE) isoliert, lediglich sieben Bögen erhielten einen Zinkanstrich. Die Bauteile mit Zink- anstrich werden nicht unterirdisch verlegt und benötigen deshalb keinen aufwendi- gen PE-Schutz.
Burak Kaya, CEO der Kaya Holding
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Foto: KHS
Foto: Jens Reichwald


































































































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