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Salzgitter AG präsentiert GrInHy Konferenz zu Wassersto - und Brennsto zellentechnologie
Berliner
Stahldialog 2017 UIndustrie tri  Politik
nter dem Motto „Globale Her- ausforderungen – Regionale Perspektiven“ diskutierten im Rahmen des Berliner Stahl-
dialogs Vertreter aus Wirtscha  und Poli- tik über die Zukun sperspektiven am Stahlstandort Deutschland. Rund 300 Gäste nahmen an der Veranstaltung der Wirtscha svereinigung Stahl teil.  ema waren u. a. Chinas Rolle auf dem globalen Stahlmarkt und die aktuellen handels- politischen Entwicklungen in den USA.
Der Berliner Stahldialog ist eine jähr- liche Veranstaltung der Wirtscha sver- einigung Stahl. In diesem Jahr waren Bundeswirtscha sministerin Brigitte Zypries, Hubertus Heil (MdB, SPD), Dr. Simone Peter (Bundesvorsitzende Bünd- nis 90/Die Grünen), Dr. Joachim Pfei er (MdB, CDU) sowie Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann (Vorstandsvorsitzender Salzgitter AG) zu Gast. Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio (Richter des Bundesverfassungs- gerichts a. D.) hielt einen Impulsvortrag.
Bundeswirtscha sministerin Brigitte Zypries sagte in ihrer Rede: „Wir brau- chen beides: eine ambitionierte Klima- politik, aber auch eine starke Industrie- politik. Das 20-Prozent-Industrieziel muss den gleichen Stellenwert haben wie das 20-Prozent-Klimaziel. Wir wollen
die energieintensive Industrie in Deutsch- land erhalten und stärken.“
Das Podium (v. l.): Prof. Fuhrmann (Salzgitter AG), Hubertus Heil, MdB (SPD), Simone Peter (Bundesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen), Joachim Pfei er, MdB (CDU)
PROZESSE
Dr. Alexander Redenius (r.) erläutert die Einbindung des Elektrolyseurs in das integrierte Hüttenwerk
In Salzgitter im Hotel am See fand die Fachkonferenz „E zient und emis- sionsfrei – Au au von Wassersto - und Brennsto zellenanwendungen“
mit fast 200 Teilnehmern aus Politik, Verwaltungen, Wirtscha , Forschung und Verbänden statt. Die Unternehmen Alstom, Airbus, Meyer Wer , Salzgitter AG und Volkswagen präsentierten ihre Aktivitäten in den Bereichen Wassersto - und Brennsto zellentechnologie.
Die Technologien spielen eine wichtige Rolle bei der kün igen Dekarbonisierung der Energieversorgung und des Verkehrs- sektors und tragen damit zum Erreichen der Klimaziele der Bundesregierung bei. Die Anwendungsmöglichkeiten erstre- cken sich über alle Wirtscha sbereiche und Verkehrsträger.
Die Salzgitter AG präsentierte das Projekt „GrInHy – Green Industrial Hydrogen via reversible high-temperature electrolysis“. Das Vorhaben startete
2015 und wird seit Anfang 2016 von der EU gefördert. Im Rahmen von GrInHy werden mit internationalen Partnern neue Wege zur Wassersto erstellung erforscht, die einen Beitrag zur CO2-redu- zierten Stahlproduktion leisten könnten.
Bisher sind die Möglichkeiten der Einbindung erneuerbarer Energien in den Verbund eines integrierten Hütten- werkes beschränkt. Wassersto erzeugung mithilfe von Strom aus solchen Quellen könnte eine Option dazu bieten und
für verschiedene Produktionsstufen der Stahlherstellung eingesetzt werden. Dies kann gleichzeitig CO2-Emissionen redu-
zieren, ist aber unter den heutigen Rah- menbedingungen nicht wirtscha lich.
Zentrales Element von GrInHy ist der Bau eines der weltweit leistungsstärksten reversiblen Hochtemperaturelektrolyseure (HTE) sowie dessen Betrieb auf dem Gelände der Salzgitter Flachstahl GmbH. Der Versuchsbetrieb startet im Juni. Diese Anlage kann im Elektrolyse-Betrieb Wassersto  (H2) und Sauersto  (O2) aus Wasserdampf produzieren und im Brenn- sto zellenbetrieb Strom erzeugen.
Der mithilfe des HTE produzierte Wassersto  kann heute schon bei Glüh- prozessen eingesetzt werden und könnte kün ig zur teilweisen Substitution von Kohlensto  als Reduktionsmittel bei der Eisenerzreduktion dienen. Im Verbund mit dem integrierten Hüttenwerk des Salzgitter-Konzerns erö nen sich zudem energiee zient Abwärmepotenziale, um hohe elektrische Wirkungsgrade bei der H2-Herstellung zu erzielen.
Die Fachkonferenz informierte über Entwicklungen der Wassersto - und Brennsto zellentechnologie in Deutsch- land, über Anwendungsbereiche sowie die Ziele der Bundesregierung. Ein hochkarätig besetztes Abschlussplenum diskutierte die wirtscha lichen und politischen Perspektiven des Einsatzes der Wassersto echnologie.
Veranstalter warendie NOW GmbH Nationale Organisation Wassersto - und Brennsto zellentechnologie und Alstom. Unterstützt wurde die Veranstaltung von einer breiten Allianz führender nieder- sächsischer Unternehmen.
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Fotos: WV Stahl


































































































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