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schnell er fahren soll. Der Traktor wiederum misst und protokolliert den Sticksto gehalt des Bodens, errechnet für jede Teil äche eine spezi sche Dün- gung und steuert entsprechend den Streuer.
Einstellungszeiten verkürzt Claas mit seinem elektronischen Maschinenoptimierungssystem CEMOS Automatic. Es assistiert dem Landwirt
u. a. mithilfe einer App, indem es Einstellungen vorschlägt, oder es nimmt diese automatisch vor. Der Landwirt kann auch die „Arbeitstaktik“ vorge- ben und z. B. bei schönem Wetter bestimmen, dass Maschinen langsam ernten, was die Qualität des Korns hebt und den Treibsto verbrauch senkt.
Wer die Werkshallen in Harsewinkel betritt, be- merkt zunächst nichts von dieser neuen digitalen Landmaschinen-Welt. Er ist von den Dimensionen beeindruckt, sobald sein Blick auf kerzengerade Gänge fällt, an deren Ende helle Flecken Ausgänge vermuten lassen. Wer hier vorankommen will, schwingt sich auf eines der 820 Fahrräder, die
auf dem gesamten Werkgelände bereitstehen. In Harsewinkel werden auf vier Montagebahnen die Mähdreschermodelle Lexion, Tucano, Avero und Dominator sowie Feldhäcksler und Großtraktoren gefertigt. Am Anfang der Produktionsstraße sta- pelt sich Blech: gestanzte und geschweißte Bautei- le, z. B. mit Zacken oder Zähnen bestückte Raspeln und Walzen, die die Kra  des Dreschwerks in den späteren Mähern erahnen lassen.
Wenige Meter weiter sprühen Funken: Schwei- ßer setzen die Rohkarosse zusammen. Der Korpus eines Mähdreschers erinnert an eine stählerne Raupe. Eine robuste Konstruktion, die hohen Beanspruchungen gewachsen ist – und folgerichtig aus Stahl gefertigt sein muss.
Aber wie sieht es im Inneren des Mähdreschers aus? „Das komplette Schneidwerk mit Trog, Quer- förderschnecke und auch Raspel muss aus Stahl
gefertigt werden“, sagt Bernd Seelmeyer, Produkt- manager Mähdrescher bei Claas. „Auch bei allen Teilen für das Dreschen und Abscheiden und beim Strohhäcksler sowie im Unterbau ist kein anderes Material denkbar.“
Die Vielfalt der Bauteile aus Stahl und deren Güten betont Daniel Schneidmüller, bei Claas verantwortlich für den Stahleinkauf. Er erzählt von den Geschä sbeziehungen zur Salzgitter AG: „Vom Salzgitter Mannesmann Stahlhandel in Glad-
beck beziehen wir
150.000 m Präzis-
rohre und über das
Stahlservice-Center
in Schwerte erhal-
ten wir 1.700 t Ble-
che. Wichtig sind
Tiefziehgüten mit
hoher Streckgrenze
und Zugfestigkeit.“
Udo Rinke, bei der
Salzgitter Mannes-
mann Stahlservice
GmbH in Schwerte im Vertrieb Industrie tätig, er- gänzt: „Unsere Aufgabe ist es, die Bleche nach den Wünschen zu kon gurieren. Wir erhalten die Coils aus Salzgitter, schneiden die gewünschten Breiten und Längen und liefern die Bleche bedarfsgerecht entweder zu Claas oder zu einem der Zulieferbe- triebe.“
25 x
Alle Claas-Standorte verarbeiten pro Jahr 200.000 t Stahl. Daraus und aus den bei Claas verbauten Gussteilen könnte man 25 exakte Kopien des Ei elturms bauen
Das Werk in Harsewinkel kann täglich bis zu
40 Mähdrescher fertigen. Bis ein Exemplar des Top-Modells Lexion 780 fertig ist, vergehen zwei Tage. In 100 Montagestunden müssen 250 Mecha- niker exakt 53.896 Einzelteile zusammenbauen – und dabei höllisch auf der Hut sein: Für die vier Lexion-Modelle sind mehr als 300 Ausstattungs- varianten möglich.
Claas in Zahlen
Gegründet: 1913 in Clarholz-Heerde
Heutiger Stammsitz: Harsewinkel bei Gütersloh Standorte: Deutschland (5), übriges
Europa (15), Nord- und Südamerika (5)
sowie Asien (6)
Mitarbeiter: 11.535 weltweit (2015)
Jahresumsatz 2015: 3,8 Mrd. €, davon 875,8 Mio. in Deutschland, 77,2 % Auslandsanteil
Ergebnis vor Ertragssteuern: 158 Mio. € (2015) Internet: www.claas-group.com, claas.collection.com (Shop), www.facebook.com/yourclaas
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4 LANDMASCHINEN
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