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30 KUNDEN
Am Haken: Karosserieteile warten auf ihren Versand
Sportliches Design, 510 PS und eine Höchst- geschwindigkeit jenseits der 300 km/h:
Der Mercedes-AMG GTS ist ein Traum.
Zu dessen Produktion trägt die Salzgitter
Automotive Engineering GmbH & Co. KG (SZAE) Seitenwände und Strukturteile bei.
Die SZAE wurde 1986 gegründet, gehört seit 2001 zur Salzgitter AG und ist mit ihren 230 Mit- arbeitern als Spezialist für Blechumformung im Karosseriebau eine feste Größe im Automobil- zulieferermarkt. Sie fertigt produktionsreife Serien- werkzeuge, Bauteile und Komponenten für Klein- und Mittelserien, aber auch Werkzeuge, Bauteile und Komponenten für den Konzept- und Proto- typenbau aus Stahl und Aluminium.
Fahrzeuge mit dem gewissen Etwas sind kein Neuland für die SZAE. So hat man für die rund 450 Exemplare des Bugatti Veyron schon Außen- hautteile produziert – u. a. Türen und Kot ügel. Zu den Stammkunden zählt weiterhin die Nobelmarke Bentley. Jürgen Schmalzriedt, Technischer Ge- schä sführer der SZAE: „Für das Modell Mulsanne pressen wir 85 Bauteile – u. a. das Dach, die Motor- haube und die Seitenwand hinten. An den Model- len Flying Spur und Continental sind wir ebenfalls mit verschiedenen Serienbauteilen aus Stahl und Aluminium beteiligt.“ Porsche lässt bei SZAE für sein Hybrid-Modell des Panamera die Ö nungen für Ladestromanschluss in der rechten Seitenwand ausschneiden und formen.
Schritt für Schritt und mit Geduld zum optimalen Pressenwerkzeug
Bevor Automobilhersteller mit der Serienproduk- tion eines Fahrzeugs beginnen, testen sie mit zahlreichen Prototypen. „Für den aktuellen Golf von VW haben wir zum Beispiel die Seitenteile für die Prototypenserie geliefert“, sagt Knut Westpfahl, Kaufmännischer Geschä sführer der SZAE. Auch dafür baut SZAE die Werkzeuge selber. Sie werden nach Vorgaben des Kunden aber so lange modi - ziert, bis die Bleche die Serienreife erreicht haben: „Mitunter pressen wir nur zwanzig Exemplare, warten dann z. B. die Fahrzeugtests ab, ändern die Werkzeuge wie gewünscht, pressen wieder eine Teilmenge Seitenwände ab – und so weiter.“ Jeden Tag verlassen sechs bis sieben Sattelschlepper mit Teilen das Firmengelände von SZAE – von fünf Zentimeter langen Haltern bis zu fünf Meter große Außenhautteilen. Darunter sind Zusammenbauten wie der Schweller für den Bentley Mulsanne sowie komplette Großserienwerkzeuge, die von Serien- herstellern für ihre eigenen Presswerke geordert werden.
Die Diversität in der Angebotspalette mit ihren unterschiedlichen Zyklen und Laufzeiten ist wichtig für eine Auslastung der Gewerke. Für die nächsten Jahre ist Knut Westpfahl optimistisch: „Ich denke, dass das Anfrageniveau der Auto- mobilhersteller durch die wachsende Modellvielfalt trotz zunehmender Virtualität in der Modellpla- nung auf einem hohen Niveau bleibt.“


































































































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