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mit Innovationen. So hat die KHS ein völlig neu- artiges Verfahren zur Direktbedruckung von PET- Flaschen entwickelt und erfolgreich in den Markt eingeführt. Auch das Plasmax-Verfahren zur gasdichten Innenbeschichtung von PET-Flaschen kommt bei unseren internationalen Kunden her- vorragend an. Mehrere Anlagen wurden kürzlich nach Indien verkau .
Der Salzgitter Handel hat sein Digitalisierungs- konzept „Handel 4.0“ sehr erfolgreich gestartet. Wir agieren ganz vorn, wenn es um die Etab- lierung digitaler Vermarktungskanäle für Stahl geht – auch wenn wir weniger Medienrummel als manche Mitbewerber veranstalten.
Es erfüllt mich immer wieder mit Freude und Stolz, wenn ich höre oder – wie hier im STIL- Magazin – lese, welcher hohen Wertschätzung sich die Qualität unserer Stahlprodukte, die damit verbundenen Serviceleistungen und die von uns gelebte Kundennähe erfreuen. Das sind Pluspunk- te, die für unsere Wettbewerbsposition in stark umkämp en Märkten enorm wichtig sind. Hier wirkt sich übrigens unser vergleichsweise mit- telständischer Unternehmenszuschnitt durchaus vorteilha  aus.
Auch in Sachen Energiee zienz können wir uns sehen lassen: So hat die Salzgitter Flachstahl von der Deutschen Energie-Agentur (dena) kürzlich die dritte Auszeichnung für ihre umfassenden Maßnahmen zur Energieeinsparung erhalten.
Diese Beispiele ließen sich durch weitere aus sämtlichen Geschä sbereichen ergänzen. Sie alle zeigen, dass wir trotz der wahrha  herausfordern- den Zeiten mit unserem 360-Grad-Konzept auf dem richtigen Weg sind. Nichts ist motivierender als der Erfolg.
STIL: Vor zwölf Monaten sagten Sie, dass auch die nächsten Jahre nicht „vergnügungssteuerp ichtig“ werden würden. Vor diesem Hintergrund: Was motiviert Sie? Was bereitet Ihnen Freude an der Arbeit?
Prof. Fuhrmann: Gestalten, die Dinge voranbrin- gen – und an entscheidender Stelle daran mitwir- ken, dass die Salzgitter AG weiterhin vielverspre- chende Perspektiven für ihre Gesellscha en wie für ihre Beschä igten verfolgt. Dabei beschä igen wir uns auch mit  emen, die rein wirtscha lich betrachtet noch nicht reif, aber gleichwohl für unsere Zukun  relevant sind. Dass mich als Inge- nieur technisch-wissenscha liche Fragestellungen besonders interessieren, ist nicht überraschend.
So erforschen wir gemeinsam mit Partnern im Rahmen des Projekts Green Industrial Hydrogen (GrInHy) neue Wege zur Wassersto erstellung, die zukün ig einen erheblichen Beitrag zur CO2- reduzierten Stahlherstellung leisten könnten. Wenn es möglich sein sollte, genügend Wassersto  wirtscha lich zu erzeugen und diesen im Verhüt- tungsprozess einzusetzen, dann könnten wir – über unsere bisherigen Anstrengungen hinaus – eines Tages CO2-Emissionen in großem Umfang reduzieren oder in ferner Zukun  möglicherweise sogar fast komplett vermeiden. Ich spreche im
Konjunktiv, denn die Wirtscha lichkeit solcher revolutionären Prozessveränderungen steht noch in den Sternen.
STIL: Sie geben o enbar Konzepten der CO2- Vermeidung größere Chancen als solchen, die entstehendes CO2 in andere Produkte umwandeln wollen?
Prof. Fuhrmann: Das tri  prinzipiell zu, denn der Energieaufwand zur Umwandlung des – wie man sagt – ausreagierten Gases CO2 beispiels- weise in Grundsto e der chemischen Industrie ist gigantisch. Bereits die Au ereitung von weniger als der Häl e des von der deutschen Stahlindust- rie produzierten CO2 würde etwa das Zehnfache dessen erfordern, was die Deutsche Bahn an Strom verbraucht. Diese Basischemikalien würden in heute besetzte Märkte drängen, sodass die Wirt- scha lichkeitsfrage – vorsichtig formuliert – o en ist. Konzepte der CO2-Vermeidung auf Wasser- sto grundlage haben dieses Problem naturgemäß nicht, obschon auch sie auf die zukün ige Verfüg- barkeit von preiswertem regenerativ erzeugtem Strom angewiesen sind.
Ein anderes zukun sweisendes Projekt ist die Errichtung einer Forschungswasserkra anlage am Allerwehr im Landkreis Celle in Kooperation mit der Technischen Universität Braunschweig. Das Ziel ist der Nachweis der technischen Machbarkeit einer weltweit einzigartigen Wasserkra technolo- gie, um bisher technisch und wirtscha lich nicht nutzbare Wasserkra potenziale zu erschließen. Vielleicht können wir damit einen zusätzlichen Beitrag zum  nalen Gelingen der schlecht gestar- teten Energiewende leisten.
STIL: Würden Sie einen ersten Ausblick auf das kommende Jahr wagen, und was wünschen Sie sich für die Salzgitter AG, wenn Sie fünf Jahre in die Zukun  blicken?
Prof. Fuhrmann: Das Geschä smodell der Salz- gitter AG ist o ensichtlich robust. Dies zeigt die Ergebnisentwicklung des Konzerns. Dank der mit Nachdruck vorangetriebenen Selbsthilfeprogram- me,  ankiert von den ebenso begrüßenswerten wie dringend gebotenen Anti-Dumping-Initiativen der Europäischen Union, bleibt der Salzgitter-Konzern auf Kurs. Die Ausgangsposition für das kommende Geschä sjahr ist so ermutigend wie seit Langem nicht mehr. Und mit der jüngst verabschiede-
ten Strategie „Salzgitter AG 2021“ haben wir die entscheidenden Eckpunkte zur Weiterentwicklung unseres Unternehmens gesetzt.
STIL: Und Ihr Wunsch?
Prof. Fuhrmann: Bei den äußeren Faktoren wün- sche ich mir verlässlichere und fairere Rahmen- bedingungen – und intern eine weiterhin so hohe Bereitscha , die notwendigen Veränderungen mitzutragen und aktiv zu gestalten. Dann können Jahren mit unvermeidlichem Akzent auf Krisen- management solche mit Schwerpunktsetzung auf Innovation und Wachstum folgen. Wir leisten viel, wenn man uns lässt!
SALZGITTER INSIDE 9


































































































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