Diese Website verwendet Cookies für Komfort- und Statistikzwecke. Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Ich habe verstanden.

Mehr zum Datenschutz.

 /  /  / Bericht des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrats

Das Geschäftsjahr 2017 verlief für den Konzern insgesamt erfreulich, in den einzelnen Geschäftsbereichen allerdings sehr unterschiedlich. Während die Bereiche Flachstahl und Handel von einer günstigen Marktentwicklung profitieren konnten, führten bei Grobblech / Profilstahl nicht auskömmliche Erlöse auf hart umkämpften Märkten sowie eine bilanzielle Anpassung des Anlagevermögens zu einem deutlich negativen Ergebnis. Der Bereich Mannesmann konnte sich im Vergleich zum Vorjahr trotz des Aufwands für Strukturmaßnahmen spürbar verbessern, verbuchte jedoch noch ein leicht negatives Resultat. Der Geschäftsbereich Technologie blieb hinter den Erwartungen zurück, auch infolge von Belastungen durch die Einleitung weiterer effizienzsteigernder Maßnahmen.

Konzernweit leisteten das Effizienzprogramm „FitStructure“ und erste Effekte des Wachstumsprogramms im Rahmen der Strategie „Salzgitter AG 2021“ beträchtliche Beiträge zur Ergebnisverbesserung. Ihre konsequente Umsetzung wird 2018 weiterhin im Vordergrund stehen, um auch langfristig befriedigende Ergebnisse erzielen zu können.

Die Überwachung und Beratung des Vorstandes bei der Führung der Geschäfte

Der Aufsichtsrat ließ sich im Geschäftsjahr 2017 kontinuierlich über die Lage des Konzerns und den Geschäftsverlauf berichten. In quartalsweisen schriftlichen Berichten informierte der Vorstand den Aufsichtsrat ausführlich über die Ertragslage und die aktuelle Finanz- und Vermögenslage des Konzerns sowie über die Entwicklung auf den relevanten Märkten, den Geschäftsverlauf und die Investitionen in den einzelnen Geschäftsbereichen in den bisherigen Monaten des Geschäftsjahres. Die Berichte enthielten ebenso Angaben über die Entwicklungen und Aktivitäten im Bereich Human Resources und detaillierte Einschätzungen zu den Chancen und Risiken im weiteren Jahresverlauf. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat in vier Sitzungen mündlich eingehend über die jeweils aktuelle Lage des Konzerns und der bedeutenden Konzerngesellschaften sowie über gewichtige Geschäftsvorfälle und relevante Veränderungen unterrichten lassen. Der Geschäftsverlauf im Vergleich zur Unternehmensplanung wurde uns dargestellt. Abweichungen des Verlaufs von der Planung sind uns im Einzelnen erläutert, von uns hinterfragt und diskutiert worden. Gegenstand der Sitzungen waren zudem der Stand der Umsetzung des konzernweiten Effizienzprogramms „FitStructure SZAG“ und die Fortschritte bei der Realisierung des Wachstumsprogramms „SZAG 2021“. Besondere Aufmerksamkeit widmete der Aufsichtsrat auch in diesem Geschäftsjahr der Unternehmensstrategie und der Unternehmensplanung. Geschäftsvorgängen, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedurften, stimmte der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zu. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates ließ sich darüber hinaus auch außerhalb der Sitzungen regelmäßig vom Vorsitzenden des Vorstandes über aktuelle Themen informieren.

Im Berichtsjahr trat der Aufsichtsrat im März, im Juni, im September und im Dezember jeweils zu einer Sitzung zusammen. Darüber hinaus wurden mehrere Beschlüsse im schriftlichen Verfahren gefasst. Die Teilnahmequote bei den Sitzungen betrug insgesamt 97,6 %. Zwei Aufsichtsratsmitglieder nahmen jeweils an einer Sitzung nicht teil. Der Aufsichtsrat tagte ganz überwiegend in Anwesenheit des Vorstandes, beriet sich zu Themen wie der Vorstandsvergütung und anderen Vorstandsangelegenheiten aber ohne Anwesenheit von Vorstandsmitgliedern. Regelmäßige Vorbesprechungen – zeitweise mit und zeitweise ohne Anwesenheit des Vorstands – dienten der Vorberatung der aktuellen Lage und anstehender Entscheidungen. Weder Aufsichtsrats- noch Vorstandsmitglieder zeigten dem Aufsichtsrat im Berichtsjahr Interessenkonflikte an.

Die Beratungsschwerpunkte im Aufsichtsrat

In seiner Sitzung am 23. März 2017 beschäftigte sich der Aufsichtsrat in erster Linie mit dem vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 sowie dem gemeinsamen Lagebericht für die Aktiengesellschaft und den Konzern über das Geschäftsjahr 2016. Die Vertreter des von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfers, der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, erläuterten die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung und stellten sich den Fragen der Aufsichtsratsmitglieder. Nach eingehender Prüfung der Abschlussunterlagen mit Hilfe des Berichts des Abschlussprüfers billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss. Des Weiteren stimmte er der vorgeschlagenen Verwendung des Bilanzgewinns zu und verabschiedete seinen Bericht an die Hauptversammlung sowie Beschlussvorschläge zu den einzelnen Gegenständen der Tagesordnung, über welche die Hauptversammlung 2017 beschließen sollte.

Darüber hinaus setzte der Aufsichtsrat den variablen Bestandteil der Vergütung der Vorstandsmitglieder für das Geschäftsjahr 2016 fest und beschloss die Wiederbestellung von Herrn Michael Kieckbusch zum Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Gesellschaft.

In seiner Sitzung am 1. Juni 2017 befasste sich der Aufsichtsrat mit dem bisherigen Geschäftsverlauf in den ersten Monaten des Jahres 2017 in den einzelnen Geschäftsbereichen, der aktuellen Lage und den Fortschritten des Effizienz- und des Wachstumsprogramms. Zu den weiteren Beratungsgegenständen gehörten neue, den Aufsichtsrat betreffende Anforderungen des Handelsgesetzbuchs und ihn ebenfalls betreffende neue Empfehlungen im Deutschen Corporate Governance Kodex. Außerdem legte der Aufsichtsrat die Prüfungsschwerpunkte für die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2017 fest.

Schwerpunkte der Beratungen des Aufsichtsrates in seiner Sitzung am 28. September 2017 bildeten neben der Erörterung der jüngsten Geschäftsentwicklung die Unternehmensstrategie und ein großes Investitionsvorhaben im Geschäftsbereich Flachstahl. Der Aufsichtsrat diskutierte nach Vorberatung im Strategieausschuss die strategischen Aspekte, die sich aus dem Thema der zunehmenden Digitalisierung von Arbeits- und Geschäftswelt für das Unternehmen ergeben. Hinsichtlich des Investitionsvorhabens stimmte er nach gründlicher Prüfung dem von der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) geplanten Bau einer Anlage zur Feuerverzinkung von gewalzten Stahlbändern zu – einer bedeutenden Investition zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns. Darüber hinaus ließ sich der Aufsichtsrat vom Vorstand ausführlich über das Compliance-Management-System des Konzerns informieren.

Am 7. Dezember 2017 erläuterte der Vorstand uns die Unternehmensplanung für die Geschäftsjahre 2018 bis 2020. Dabei ging der Vorstand auch auf die vorgesehene Weiterentwicklung der Geschäftsbereiche ein. Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen in dieser Sitzung war ein vom Präsidium mit Hilfe externer Expertise vorbereiteter Vorschlag zur Neustrukturierung der Vorstandsvergütung. Angeregt durch eine Empfehlung im Deutschen Corporate Governance Kodex beschloss der Aufsichtsrat für künftige Anstellungsverträge eine Vergütungsstruktur, die für die variablen Vergütungsbestandteile eine mehrjährige Bemessungsgrundlage vorsieht, die im Wesentlichen zukunftsbezogen ist. Des Weiteren legte der Aufsichtsrat Ziele für seine Zusammensetzung fest, definierte ein Kompetenzprofil für den Aufsichtsrat und verabschiedete ein Diversitätskonzept für die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat. Er befasste sich schließlich nach differenzierter Vorbereitung intensiv und mit fachkundiger externer Unterstützung mit der Effizienz seiner Arbeit auch im Vergleich mit der Arbeitspraxis in ähnlichen Unternehmen. Die Mitglieder des Aufsichtsrates beurteilten die Arbeit im Plenum und in den Ausschüssen insgesamt als effizient, beschlossen aber, Möglichkeiten für weitere Verbesserungen näher zu prüfen. 

Die Arbeit der Ausschüsse

Zur Vorbereitung seiner Beratungen und Entscheidungen hat der Aufsichtsrat ein Präsidium, einen Prüfungs-, einen Strategie- und einen Nominierungsausschuss gebildet.

Das Präsidium trat 2017 viermal zusammen. Zu den Themen dieser Sitzungen gehörten wichtige Fragen des Geschäftsverlaufs, Überlegungen zur Weiterentwicklung des Geschäftsbereiches Flachstahl einschließlich Investitionen und gebotene Anpassungen im Geschäftsbereich Technologie. Das Präsidium erarbeitete einen Vorschlag für eine Neustrukturierung der Vorstandsvergütung und bereitete die Umsetzung der weiteren den Aufsichtsrat betreffenden neuen Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex vor.

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses kamen im Berichtszeitraum zu vier Sitzungen zusammen. Im März berieten sie die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2016 durch das Aufsichtsratsplenum in Anwesenheit von Vertretern des Abschlussprüfers eingehend vor und empfahlen dem Plenum, die Abschlüsse zu billigen und dem Dividendenvorschlag zuzustimmen. In dieser und auch in den Folgesitzungen befasste sich der Ausschuss sehr intensiv mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, insbesondere mit der Erbringung von Nichtprüfungsleistungen durch ihn, und in der März-Sitzung mit der Auswahl des Prüfers der Abschlüsse zum 31. Dezember 2017. Die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte durch das Aufsichtsratsplenum bereitete er vor. Er ließ sich vom Vorstand das interne Kontrollsystem, das Revisionssystem und das Risikomanagement darlegen und überzeugte sich von deren Wirksamkeit. Die quartalsweise Finanzberichterstattung des Konzerns wurde vor ihrer Veröffentlichung mit dem Vorstand ausführlich erörtert.

Hinsichtlich der Pflicht des Aufsichtsrates, den erstmals für das Geschäftsjahr 2017 zu erstattenden nichtfinanziellen Bericht zu prüfen, empfahl er dem Plenum, sich dabei von einem externen Prüfer unterstützen zu lassen. Des Weiteren befasste sich das Gremium besonders mit den Maßnahmen des Unternehmens im Bereich IT-Struktur und IT-Sicherheit und mit dem Compliance-Management-System.

Der Strategieausschuss tagte 2017 einmal. Er diskutierte mit dem Vorstand ausführlich das Thema „Digitalisierung/ Industrie 4.0“, diesbezügliche Gestaltungsmöglichkeiten und bereits implementierte Maßnahmen.

Der Nominierungsausschuss trat im Berichtszeitraum zweimal zusammen und beriet die Nominierung von erforderlich gewordenen Nachfolgen im Aufsichtsrat. Nach dem Abschlussstichtag beschäftigte er sich intensiv mit der Auswahl geeigneter Kandidaten für die in der Hauptversammlung 2018 anstehende Neuwahl der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat. Leitlinien waren dabei die vom Aufsichtsrat festgelegten Ziele für seine Zusammensetzung und das von ihm definierte Kompetenzprofil sowie Diversitätskonzept. 

Die Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung

In seiner Sitzung am 15. März 2018 beschäftigte sich der Aufsichtsrat intensiv mit dem Jahresabschluss der Salzgitter AG (SZAG) und dem Konzernabschluss jeweils zum 31. Dezember 2017 sowie dem gemeinsamen Lagebericht der Aktiengesellschaft und des Konzerns über das Geschäftsjahr 2017. Zuvor hatte der von der Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, beide Abschlüsse geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Er testierte die Übereinstimmung der Bilanzierung, Bewertung und Konsolidierung im Konzernabschluss mit den International Financial Reporting Standards (IFRS). Außerdem bestätigte der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Beurteilung des Risikofrüherkennungssystems, dass der Vorstand die nach dem Aktiengesetz geforderten Maßnahmen getroffen hat, um Risiken frühzeitig zu erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Der Jahresabschluss der SZAG, der Konzernabschluss, der gemeinsame Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns, der Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegen. An der Beratung des Jahres- und des Konzernabschlusses nahmen Vertreter des Abschlussprüfers teil und erläuterten die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung.

Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des gemeinsamen Lageberichts erhob der Aufsichtsrat keine Einwendungen. Er stimmte dem Ergebnis der Prüfung seitens des Abschlussprüfers zu und billigte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstandes bezüglich der Verwendung des Bilanzgewinns schlossen wir uns an.

Der nichtfinanzielle Konzernbericht

Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 15. März 2018 war außerdem der nichtfinanzielle Konzernbericht, der für 2017 erstmals abzugeben ist. Zuvor hatte die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft diesen im Auftrag des Aufsichtsrates geprüft und folgendes Prüfungsurteil abgegeben:

„Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der Bericht von Salzgitter für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. §§ 289c bis 289e HGB aufgestellt worden ist.“

Nach eigener Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung der KPMG AG an. 

Die Veränderungen im Aufsichtsrat

Am 1. September 2017 verstarb Herr Prof. Dr. Hannes Rehm, Vertreter der Anteilseigner. Als seinen Nachfolger bestellte das Amtsgericht Braunschweig mit Wirkung zum 24. November 2017 bis zur Beendigung der nächsten Hauptversammlung Herrn Prof. Dr. Joachim Schindler. Herr Peter-Jürgen Schneider, ebenfalls Vertreter der Anteilseigner, legte sein Mandat mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 nieder. Zu seinem Nachfolger bestellte das Amtsgericht Braunschweig mit Wirkung zum 18. Januar 2018 bis zur Beendigung der nächsten Hauptversammlung Herrn Reinhold Hilbers. Die neu bestellten Aufsichtsratsmitglieder wurden jeweils mittels einer Einführungsveranstaltung mit der Geschäftstätigkeit des Konzerns vertraut gemacht (Onboarding).

Der Aufsichtsrat dankt Herrn Peter-Jürgen Schneider für sein mehr als vierjähriges Engagement im Aufsichtsrat, nachdem er lange Jahre als Mitglied des Vorstandes für den Konzern gewirkt hat. Besonderen Dank schuldet das Unternehmen Herrn Prof. Rehm. Er war seit dem Jahr 2000 Mitglied des Aufsichtsrates der SZAG und langjähriger Vorsitzender des Prüfungsausschusses, zudem Mitglied im Strategieausschuss und zeitweise des Präsidiums. Der Aufsichtsrat würdigt das große, mit hohem Sachverstand geleistete Engagement des Verstorbenen und die damit verbundenen Verdienste um das Unternehmen. Er hat durch seinen Einsatz die Arbeit des Aufsichtsrates maßgeblich geprägt.

Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeitern des Konzerns für die geleistete Arbeit und ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2017.

Salzgitter, 15. März 2018

Der Aufsichtsrat   

Informieren Sie sich über die Aktivitäten des Freundeskreises der Aktionäre der Salzgitter AG » mehr erfahren

© Salzgitter AG
Back to top.