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Die Hochöfnerin

Eine Großanlage, bei der Superlative nahe liegen: Aus über 10.000 Tonnen Rohstoffen werden 6.000 Tonnen Roheisen pro Tag bei einer Temperatur von rund 1.500 Grad Celsius erschmolzen. Vom Gewicht wäre dies eine Ladung für 150 Lkw (40-Tonner). Die Höchstleistung ist dem Hochofen B der Salzgitter Flachstahl GmbH auch anzusehen: Mit rund elf Metern Gestelldurchmesser und einer Gesamthöhe von über 60 Metern ein wahrer Produktionsriese.

Ein Berufsumfeld ausschließlich für echte Männer, möchte man meinen: Doch in Salzgitter hat Dr. Tatjana Mirkovic ein feines Händchen für den Koloss: Sie ist Leiterin des Hochofens B und wacht über dessen Schaffenskraft. Dafür ist die 36-Jährige bestens vorbereitet: Ihr Studium der Metallurgie begann sie 1990 in Belgrad. „Etwa ein Drittel der Studierenden waren Frauen“, erinnert sie sich. An der TU Clausthal, wo sie sich 1998 als DAAD-Stipendiatin einschrieb, sah die Quote schon anders aus. Nur noch eine Handvoll weiblicher Mitstreiterinnen. Für sie aber damals genau so wenig ein Problem wie heute.

Ihr geht es um die Sache und die ist bei einem Hochofenprozess vielschichtig. Über 2.000 Messpunkte gilt es nicht nur im Auge zu behalten, sondern möglichst auch über deren Analyse, Lösungen zur weiteren Verfahrensoptimierung zu finden. Beispielsweise betreute Dr. Mirkovic von 2004 bis Mitte 2007 ein nationales Forschungsvorhaben zur Senkung der CO2-Emissionen.

Dr. Mirkovic im Zentralleitstand des Hochofens B

Mindestens einmal am Tag geht die 36-Jährige durch ihre Anlage. So erfährt sie umgehend von Problemen, die es mit ganzheitlichem Blick zu klären gilt. Mirkovic: „Es müssen sehr viele Komponenten einbezogen werden. Für die gleiche Schwierigkeit, die heute vorliegt, kann es in sechs Wochen eine ganz andere Möglichkeit zur Beseitigung geben.“ Langweilig wird es also nie. Am Fuchs, das ist dort, wo sich Schlacke und Roheisen trennen, fragt Mirkovic den Schmelzer: „Wie viel Silizium haben wir?“ – „50“, schätzt Gökhan Arikoglu mit Blick auf die jüngste erstarrte Eisenprobe und meint damit einen Anteil von 0,5 Prozent. „Also, alles in Ordnung“, kommentiert die Ingenieurin. Schnell noch ein Blick zum Abstich: „Der Anblick von flüssigem, rotglühenden Roheisen fasziniert mich jeden Tag aufs Neue“, erklärt die Metallurgin.

„Ihren“ Hochofen kennt Tatjana Mirkovic mittlerweile in- und auswendig. Vor drei Jahren konnte sie ihn sogar von innen untersuchen, weil mit der so genannten Neuzustellung eine turnusmäßige Komplettreparatur nach 15 Jahren „Ofenreise“ anstand. Hierzu wurde der Ofen stillgesetzt und gänzlich ausgeleert. „Die Feuerfestausmauerung war an einigen Stellen nur noch 50 Millimeter dick – obwohl die Steine ursprünglich über 1,00 Meter dick waren“, erinnert sich die Hochöfnerin noch genau.

Kurven, Säulendiagramme, Tabellen und eine Menge Zahlen: Ein Dutzend Computerbildschirme im Zentralleitstand liefern Einblicke in die laufende Produktion mit ihren zahlreichen chemischen Reaktionen, die in Sekundenschnelle ablaufen: Sauerstoffgehalt 23,30 Prozent, eingeblasene Windmenge 230.000 Normalkubikmeter je Stunde, Gasausnutzung 54,1 Prozent und, und, und. Wenn Tatjana Mirkovic mithilft, das „(Eisen-) Süppchen“ zu kochen, nimmt sie es ganz genau.

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