Den Stahlfluss verbessern – wenn ich über diese Aufgabe nachdenke, dann habe ich nicht wie der Großteil meiner Ingenieurskollegen den Stahlfluss in der Stranggießanlage vor Augen, sondern den Material- und Informationsfluss zur Herstellung des Stahls. Denn meine Profession ist die Logistik! Aber zunächst zu meiner Person. Mein Name ist Dr. Carsten Wagner und ich bin seit Mai 2013 bei der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) als Fachreferent Projekte im Bereich Logistik und SCM tätig. Vor meiner Zeit bei der SZFG habe ich Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Hamburg und der ETH Zürich studiert, im Anschluss am Institut für Fabrikanlagen und Logistik der Uni Hannover promoviert und dann bei einem mittelständischen Automobilzulieferer gearbeitet.

Der Einstieg bei SZFG war für mich nach Jahren logistischer Projektarbeit folgerichtig: ein traditionsreicher niedersächsischer Stahlproduzent, ein Produkt, mit dem ich mich identifiziere und eine Menge logistischer Herausforderungen. Wir bewegen in der Hütte mithilfe der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter (VPS) und anderen Dienstleistern mehrere Millionen Tonnen Güter pro Jahr und sind für einen reibungslosen Ablauf der Beschaffungs-, Produktions- und Kundenlogistik verantwortlich.

Doch den Reiz an meinem Beruf macht für mich vor allem das technologisch-logistische Spannungsfeld bei der Stahlproduktion aus: eine hohe Auslastung der Produktionsanlagen versus geringem Materialbestand und kurzen Durchlaufzeiten. Da wir uns in der Logistik immer in diesem Zielkonflikt bewegen, ist es wichtig, auch die Technik und die Menschen dahinter zu verstehen. Meine Ingenieursausbildung ist in unserer technologisch geprägten Hütte für das Prozessverständnis sicherlich von Vorteil – noch wichtiger ist jedoch eine konstruktive Projektarbeit, denn logistische Verbesserungen erfordern immer die Mitarbeit aller Prozessbeteiligten – egal ob aus Technik, Einkauf, Vertrieb oder Finanzen.

In den ersten Wochen bei SZFG habe ich bereits einen guten Einblick in verschiedene Projekte bekommen und freue mich schon auf den Hüttendurchlauf, also auf die intensiven Einführungswochen zum Kennenlernen des Unternehmens mit all seinen Bereichen. Denn für mich bedeutet Logistik auch immer, nah am Stahlfluss zu sein.

Glückauf!