Peter Palzer„Peter Palzer. Ich bin Forscher bei der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH.“ – „Aha“, war mein erster Gedanke, als ich Peter im Rahmen des Traineeprogrammes des Konzerns kennenlernte. Gefolgt von „Was bedeutet das eigentlich konkret, Forscher zu sein?“. Steht man da mit weißem Kittel im Labor und hantiert mit Reagenzgläsern? Bei dieser Vermutung wollte ich es nicht belassen und habe Peter kurzerhand mit meinen Fragen gelöchert. Das Ergebnis finden Sie hier:

Peter, wie bist du zur Salzgitter AG gekommen?
Als Metallurge kommt man schon früh während des Studiums durch diverse Messen und Veranstaltungen in Kontakt mit der Stahlindustrie. Salzgitter machte dabei immer einen besonders guten Eindruck auf mich, weshalb ich mich gegen Ende meines Studiums hier beworben habe. Glücklicherweise gab es eine passende Stelle, so dass ich jetzt im Projektbüro für hochlegierte Stähle in der Werkstoff- und Prozessentwicklung der Salzgitter Mannesmann Forschung eine Stelle gefunden habe, die meinen Erwartungen voll und ganz entspricht.

Wie kann ich mir deinen typischen Arbeitsalltag als Forscher vorstellen?
Einen typischen Arbeitsalltag gibt es nicht. Je nachdem, an welchen Projekten man arbeitet, ergibt sich ein völlig unterschiedlicher Tagesablauf. Allgemein gesagt besteht der Tag aus Versuchsplanungen, Versuchsbegleitungen, der Auswertung von Daten oder Recherche in Literatur und Patenten.
Ich beschäftige mich überwiegend mit der Entwicklung, Optimierung und Einführung hochlegierter Stähle für das BCT®-Verfahren. Die neue Bandgießanlage in Peine, eine Pilotanlage im Industriemaßstab, wurde insbesondere für hochlegierte Stähle konzipiert und meine Aufgabe ist es, die Einführung ausgewählter Stähle zu begleiten, d.h. die vergossenen Materialien zu untersuchen und das Walzen zu begleiten.

Ein typischer Projektablauf  – wie sieht der aus?
Einen typischen Projektablauf zu beschreiben ist sehr schwierig, da es so etwas eigentlich nicht gibt. Zunächst steht am Anfang immer eine Idee, wie ein konkretes Problem eines Kunden gelöst werden kann. Die Ideen werden mit professionellen Ideenfindungsmethoden entwickelt und bewertet und dann zunächst auf Machbarkeit, Erfolgsaussichten und Wirtschaftlichkeit geprüft. Anschließend werden die notwendigen Kapazitäten und Ressourcen ermittelt. Bevor wir mit dem Forschen anfangen, ist also einiges zu tun. Die Forschung an sich orientiert sich dann immer an den Erfordernissen. Bei neuen Werkstoffen beispielsweise werden zunächst kleine Mengen hergestellt und getestet, was natürlich eine Recherche bereits bekannten Wissens aus anderen Teilen der Welt einschließt und, falls möglich, ebenso durch Vorausberechnungen vorbereitet oder begleitet wird. Ist eine vielversprechende Legierung gefunden, so wird der Prozessweg erprobt bzw. definiert und es werden weiterführende Tests durchgeführt. Dies ist oft ein iterativer Prozess. Sobald die Entwicklung im Labor abgeschlossen ist, kann über die großtechnische Umsetzung entschieden werden.

Und woher kommen die Aufträge für dich und deine Kollegen?
Ich arbeite überwiegend direkt für die Salzgitter Flachstahl GmbH bzw. dort für den Bereich Bandgießen, zu welchem die Bandgießanlage und das Steckelwalzwerk gehören. Mein Hauptauftraggeber ist somit die Hütte.

Wo befinden sich Schnittstellen deiner Tätigkeit?
Die Schnittstelle zum Betrieb ist das Produkt oder Verfahren bzw. die dort handelnden Personen, da wir in der Werkstoffentwicklung ausschließlich Entwicklung betreiben und nicht selbst produzieren. Die Betriebe kommen auf uns zu, wenn Probleme im Prozess auftreten und Unterstützung erforderlich wird. Ein Betriebsingenieur hat vor Ort vor allem Anlagenverfügbarkeit, Qualität, Kosten etc. im Fokus. Für weiterführende Untersuchungen kann daher unsere Unterstützung sehr wertvoll sein. Genauso wird unsere Expertise und Unterstützung von der Technischen Kundenberatung und dem Vertrieb eingefordert. Hier fahren wir erforderlichenfalls auch zu den Kunden.

Was ist für dich das Spannendste an deinem Job?
Am reizvollsten finde ich die Tatsache, dass ich ständig Neues kennenlerne und kein Tag ist wie der Vorherige. Egal ob es um eine Neuentwicklung oder die Optimierung von etwas Altbekanntem geht, man trifft immer auf interessante Problemstellungen, die es zu lösen gilt. Auch der Kontakt mit einer Vielzahl von Betriebsteilen reizt mich sehr, da ich auf diese Weise einen besseren Überblick über das Große und Ganze erhalte. Das hilft mir enorm bei meiner fachlichen Weiterentwicklung.

So ist das also, Forscher zu sein! Und – unter uns – einen weißen Kittel trägt er nicht. Wenn Sie mehr über die Arbeitsplätze im Konzern erfahren wollen, lesen Sie in unserer Rubrik Mitarbeiter berichten.

Glück Auf!

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