Beitrag1Am 07.02. fand im indischen Ahmedabad ein interkulturelles Training für Mitarbeiter der KHS GmbH aus Deutschland und der ortsansässigen KHS Machinery Pvt. Ltd. zur Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit statt. Ziel des Trainings war es, Einstellung, Wissen und Handlungsweisen der Teilnehmenden positiv in Bezug auf die erfolgreiche Interaktion mit Personen mit anderen kulturellen Orientierungen zu beeinflussen. Das halbtägige Seminar behandelte die Themen wie Kulturdefinitionen, Arten von Kulturen und das Eisbergmodell von Edward T. Hall.

Neben den festen Themen hatten die insgesamt 13 Teilnehmer immer wieder Zeit, sich offen über Vorbehalte oder unterschiedliche Interpretationen von Handlungsweisen auszutauschen. Das Training gestaltete sich als ein bunter Wechsel zwischen Gruppenarbeit (erste jede Nation für sich, später dann gemischt), Vorträgen und Selbstreflexion. Der Schwerpunkt lag allerdings auf der Gruppenarbeit. Eine besonders interessante und anschauliche Aufgabe war die Erstellung des Eisbergmodells in kleineren Gruppen. Das Eisbergmodell besagt, dass 20% einer Kultur für einen Kulturfremden sichtbar sind und die verbleibenden 80% zwar da sind, aber sich nur schwer greifen lassen. Auch hier wurden die Teilnehmer wieder in kleinere Gruppen unterteilt mit der Aufgabe, im eigenen Arbeitsumfeld sichtbare und unsichtbare Aspekte der interkulturellen Zusammenarbeit zu identifizieren.

Zum Abschluss gab es noch ein besonderes Highlight: Zubereitung und Trinken von Chai. Wer nun denkt, dass es sich mit einem Beutel ins heiße Wasser schmeißen und anschließend aus der Tasse trinken erledigt hat, hat weit gefehlt. Das Zubereiten und Trinken von Chai ist vielmehr ein Ritual, das mit dem Einschenken und Trinken eines Weizenbieres verglichen werden kann. Mit insgesamt 9 Schritten wird der Chai zubereitet. Auch das Verzehren ist für einen Kulturfremden mehr als ungewöhnlich. Ganz traditionell wird der Chai nicht aus einer Tasse, sondern einem kleinen, tieferen Teller getrunken. Besonders wichtig ist es, dabei zu schlürfen! Damit wird nicht nur der Chai heruntergekühlt, sondern auch Luft mit aufgenommen, welche hilft, das Aroma völlig zu entfalten und besser zu verteilen. Nach dieser theoretischen Einführung ging es darum, das Gelernte anzuwenden. Die deutschen Kollegen durften an einem vorbereiteten Tisch, dankenswerterweise unter der Anweisung der heimischen Experten, einen Chai zubereiten und anschließend mit lautem Schlürfen trinken und genießen. Das Training endete mit einem gemeinsamen Mittagessen, bei welchem noch viel über das Gelernte und die jeweils andere Kultur gesprochen wurde.

Ein herzlicher Dank geht an die Trainerin Tarana Patel, welche mit ihrem abwechslungsreichen Programm sowie ihrer großen Erfahrung und Fachkompetenz die Teilnehmer mehr als einmal begeisterte. Außerdem gilt ein ganz besonderer Dank Nidhi Sharma, welche das Training exzellent organisiert hat und mit ihrer Wahl der Trainerin alle Erwartungen übertraf.

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