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Türen und Seitenwände zur Pulverbeschichtung im Brennofen schweben.
Es ist der Moment, in dem wir nach Qualitäts- unterschieden bei Kühlschränken fragen. Die stecken o  im Detail und sind nicht immer sicht- bar. Christoph Roth grei  in eine Kiste, zeigt uns eine Handvoll silbriger Sti e und klärt auf: „Bei Liebherr werden die Türgri e mit hochwertigen metrischen Schrauben befestigt.“ Und  omas Fieseler nimmt ein unscheinbares Stück Isolierung aus dem Regal. Es ist ein Vakuumpaneel. „Nichts isoliert besser als ein Vakuum. Doch die Her- stellung eines solchen Paneels ist aufwendig und entsprechend kostspielig“, sagt er.
Die meisten solcher Komponenten stapeln sich an den 15 „Montageinseln“. In jeder setzen jeweils fünf Mitarbeiter die Kühlschränke zusammen – aber immer nur 20 bis 60 Stück eines Modells. Dann wird gewechselt, was ein- bis zweimal pro Schicht geschieht. Die Modellvielfalt wird spätes- tens auf den letzten Metern der Produktion sicht- bar: Keine zwei gleichen Geräte hintereinander verlassen die Montageinseln, rund 1.500 verschie- dene Kühlschrankmodelle rollen in Richtung End- kontrolle. Dort heißt es cool bleiben. Mit Bedacht ö nen erfahrene Mitarbeiter Fächer und Schubla- den, kontrollieren Beleuchtung und Ober ächen sowie die spezielle Ö nungsmechanik der Türen. Erst wenn sie ihr Okay geben, erfolgt der finale
Null Toleranz: Industriemechaniker Fiesel prüft die Passgenauigkeit der Seitenwand
Ritterschlag: Ein Roboter sprüht ein Gasgemisch (Plasma) auf die Kühlschranktür und erhöht so kurzfristig dessen Ober ächenspannung, bevor ein zweiter Roboter die Folie mit dem Liebherr- Namenszug au ringt. Ein kleiner Schritt in der Fertigung, aber eine große Investition für Liebherr. Doch der Markenname – schließlich ein Siegel für Qualität – soll in bestmöglicher Weise auf dem Produkt ha en. Auch der Optik wegen, denn der Kühlschrank wird mehr und mehr zum Design- stück: 60 % der Produktion sind heute Standgeräte. Objekte zum Herzeigen und mit Status-Charakter – insbesondere wenn der Schri zug „Liebherr“ auf der Tür prangt.
Liebherr in Zahlen
Gegründet: 1949 (Hans Liebherr Maschinenfabrik), Hausgeräte: 1954 42.000 Mitarbeiter (2015)
9,2 Mrd. € Jahresumsatz Firmengruppe (2015)
Standorte der Kühl- und Gefriergeräteproduktion:
Jahresproduktion Ochsenhausen (Oberschwaben): 828.000 Geräte Jahresproduktion Radinovo bei Plovdiv (Bulgarien): 868.000 Geräte Jahresproduktion Lienz (Österreich): 440.000 Geräte Jahresproduktion Kluang (Malaysia): 103.000 Geräte
Internet: home.liebherr.com
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Fotos: Gunnar Garms


































































































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