Letzter Abstich an Hochofen A bei HKM in Duisburg

21.09.2026 | Salzgitter AG


  • Die Gesellschaft der Salzgitter AG geht einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer nahezu CO2-neutralen Stahlproduktion
  • Hochofen A wurde nach mehr als 53 Produktionsjahren am vergangenen Samstag in Duisburg dauerhaft außer Betrieb genommen
  • HKM wird zukünftig mit einem Elektrolichtbogenofen CO2-reduzierten Stahl produzieren und damit einen Beitrag zur Transformation der Salzgitter AG leisten

Für die Mitarbeitenden der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) war es ein emotionaler Moment des Abschieds und gleichzeitig ein wichtiges Signal für die Zukunft. Nach mehr 53 Produktionsjahren erfolgte am vergangenen Samstag auf dem HKM-Gelände in Duisburg der letzte Abstich an Hochofen A. Die 1973 erstmals in Betrieb genommene Anlage wurde im Zuge der Umstellung auf eine nahezu CO2-neutrale Stahlproduktion dauerhaft stillgelegt. Damit treibt die Salzgitter AG ihre Transformationsstrategie auch bei ihrer Konzerntochter HKM weiter konsequent voran. Zukünftig soll in Duisburg ab 2029 mit einem Elektrolichtbogenofen CO2-reduzierter Stahl produziert werden.

Mit einem Abstichgewicht von 285 t und einer Kapazität von bis zu 2,5 Mio. t pro Jahr wird die neue Anlage der größte Elektrolichtbogenofen Deutschlands und der zweitgrößte innerhalb der Europäischen Union. Das Vorhaben wird mit 200 Mio. Euro im Rahmen des Förderprogramms „Bundesförderung Industrie und Klimaschutz“ durch den Bund und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die konkrete Umsetzung des Bauprojekts hat im August 2026 begonnen. Die Fertigstellung des Elektrolichtbogenofens ist für 2029 geplant.

Bis dahin wird Hochofen B für eine reibungslose Fortsetzung der Produktion in Duisburg sorgen. Die Anlage wurde vor wenigen Wochen nach mehrmonatiger Zustellung wieder hochgefahren. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Hochöfen der HKM zusammen etwa 4 Mio. t Roheisen produziert. In diesem Jahr wird aufgrund der Zustellung von Hochofen B sowie der jetzt erfolgten Außerbetriebnahme von Hochofen A mit einer Roheisenproduktion von etwa 3 Mio. t kalkuliert. Ab 2027 beträgt die Kapazität jährlich bis zu 2,5 Mio. t, zunächst mit einem Hochofen und später dann mit einem Elektrolichtbogenofen.

Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, kommentiert: „Mit der Außerbetriebnahme des Hochofens A bei HKM in Duisburg kommen wir unserem Ziel, einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen der deutschen Klimaziele zu leisten, wieder einen Schritt näher. Als Salzgitter AG wollen wir die Transformation hin zu einer nahezu CO2-neutralen Stahlproduktion bis Mitte der 2030er Jahre abgeschlossen haben. Mit dem Bau des Elektrolichtofenbogens als Ersatz für die klassische Hochofenroute setzen wir daher auch in Duisburg die Strategie des Salzgitter-Konzerns konsequent um und stärken unsere Position als führender Anbieter von grünem Stahl für industrielle Wertschöpfungsketten. Ich möchte mich ausdrücklich bei allen Mitarbeitenden bedanken, die in den vergangenen Jahren mit ihrem Einsatz am Hochofen A die Basis für den Erfolg der HKM und eine positive Zukunft des Unternehmens gelegt haben. Ich kann nachvollziehen, dass der Abschied von dieser Anlage für viele von ihnen sehr emotional ist.“

Andreas Betzler, Sprecher der Geschäftsführung der HKM, ergänzt: „Für viele Kolleginnen und Kollegen ist die dauerhafte Außerbetriebnahme von Hochofen A ein emotionaler Abschied, denn die Anlage stand für industrielle Leistungsfähigkeit und den großen Einsatz ganzer Generationen bei HKM. Gleichzeitig ist dieser Moment für uns ein Zeichen für Zuversicht und Erneuerung. Mit der konsequenten und raschen Umsetzung der Transformationsstrategie der Salzgitter AG durch den Bau des Elektrolichtbogenofens in Duisburg sichern wir die Zukunft des Standorts.“

Sebastian Tauchert, Leitung Produktion Hochofen bei HKM: „Für meine Mannschaft und mich ist der letzte Abstich an Hochofen A ein besonderer Moment. Viele Kolleginnen und Kollegen haben einen großen Teil ihres Berufslebens an dieser Anlage verbracht und sie bis zuletzt mit hohem Engagement und großer Professionalität gefahren. Wir sind stolz darauf, was wir mit Hochofen A über Jahrzehnte gemeinsam geleistet haben. Und zugleich sind wir bereit, den Weg hin zu einer zukunftsfähigen, nahezu CO2-neutralen Stahlproduktion mit derselben Einsatzbereitschaft weiterzugehen.“

Hochofen A hatte seine erste Ofenreise am 2. Mai 1973 begonnen. Seitdem wurden mit der Anlage in fünf Reisen etwa 93 Mio. t Roheisen erzeugt. Der Hochofen besaß ein Gestelldurchmesser von 10,3 Metern, ein Nutzvolumen von 2449 m3 sowie zwei Abstichlöcher. Wenige Tage vor dem letzten Abstich am vergangenen Samstag hatten die Hüttenwerke Krupp Mannesmann bereits die Batterie 2 der Kokerei außer Betrieb genommen. Auch den dort Beschäftigten dankt der Vorstand der Salzgitter AG ausdrücklich für den Einsatz und die Leistung in den vergangenen Jahren. Zusammen mit dem Start des Bauprojekts für den Elektrolichtbogenofen hat der Transformationsprozess bei HKM damit Fahrt aufgenommen.


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Über Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH

Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann, kurz HKM, sind ein Unternehmen der Salzgitter AG und als integriertes Hüttenwerk auf die Produktion von Stahl und Vorprodukten für die verarbeitende Industrie spezialisiert. Unser Lieferprogramm umfasst Brammen mit Breiten von bis zu 2,1 m für die Verarbeitung zu Großrohren und Karosseriebauteilen, Rundstahl mit Durchmessern von 180 bis 430 mm und Längen bis zu 14,5 m für Schmiedezwecke und die Herstellung nahtloser Rohre. So leisten wir als Teil des Salzgitter-Konzerns unseren Beitrag zu einer nachhaltigen, wettbewerbsfähigen und zukunftsfähigen Stahlerzeugung.

Mehr unter: www.hkm.de