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Strategie

360-Grad-Konzept

Mit dem 360-Grad-Konzept gestalten wir unsere Zukunft. Es umfasst sämtliche Aspekte der Unternehmensentwicklung – von der Unternehmenspolitik und der daraus resultierenden strategischen Ausrichtung über die Entwicklung des Konzerns und seiner Geschäftsbereiche bis hin zum Innovationsmanagement und zur Unternehmenskultur.

Kernelemente des 360-Grad-Konzepts

Für weitere Informationen klicken Sie entweder auf die Kompass-Punkte oder scrollen nach unten

1

Unternehmenspolitik

Eigenständigkeit als Kern

2

Effizienzprogramme

Wettbewerbsfähigkeit stabilisieren

2.1
SZAG 2015
2.2
FitStructure
2.3
FitStructure 2.0
3

Entwicklung Geschäftsbereiche

Potentiale ausbauen: Wachstumsprogramme

4

Innovationen

Neue Chancen eröffnen

5

Leitbild

Motivation & Qualifikation

Unternehmenspolitik – Eigenständigkeit als Kern

Die Eigenständigkeit des Salzgitter-Konzerns ist eine Erfolgsgeschichte und ohne Zweifel der richtige Weg für unser Unternehmen. Deshalb ist unsere Strategie auch weiterhin darauf ausgerichtet, den Wert des Konzerns und seiner Gesellschaften zu optimieren und die auf Selbstbestimmung basierende Unternehmenspolitik umzusetzen.

Das Maß an Liquidität legt fest, wie selbstbestimmt der Konzern Entscheidungen treffen und wie flexibel er agieren kann. Vor diesem Hintergrund richten wir unsere mittel- und langfristigen Liquiditätsziele grundsätzlich nach folgenden zwei Prämissen aus: Der Finanzierung aus eigener Kraft sowie der Schaffung ausreichender finanzieller Spielräume für Investitionen in erfolgversprechende Geschäfte an unseren Standorten und darüber hinaus sowie für Forschung und Entwicklung. Zur weiteren Diversifizierung der Finanzierungsquellen hat die Salzgitter AG im Mai 2019 ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 364 Mio. € neu begeben. Zudem stellte die Europäische Investitionsbank (EIB) im Rahmen der EU-Investitionsoffensive der Salzgitter AG Ende 2019 150 Mio. € bereit, die zur Fortführung unserer intensiven Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für eine nachhaltige Stahlproduktion genutzt werden.

Strategie „Salzgitter AG 2021“

Die im Herbst 2016 initiierte Konzernstrategie „Salzgitter AG 2021“ setzt die Eckpunkte zur Weiterentwicklung des Konzerns. Ziel ist, das faktische Umsatz- und Wertschöpfungsportfolio des Konzerns mit profitablem Wachstum von einem Verhältnis zum Startzeitpunkt von rund 60 % Stahl zu 40 % Nicht-Stahl so zu entwickeln, dass sich beide Anteile in Richtung eines Gleichgewichtes annähern. Nach Umsetzung leistbarer Investitionen und FuE‑Aufwendungen sollen so von 2017 bis 2023 jährlich mehr als 200 Mio. € additive Deckungsbeiträge aus organischem Wachstum generiert werden.

Dabei gelten folgende Prämissen:

  • Walzstahlerzeugung und Teile der Rohrproduktion können nur qualitativ, nicht quantitativ wachsen. Dazu gibt es keine realistische Alternative – weder eine radikale Reduzierung von Investitionen noch die Abtrennung oder Fusion mit Wettbewerbern.
  • Quantitatives Wachstum ist ausschließlich in stahlferneren Aktivitäten, insbesondere im Geschäftsbereich Technologie, möglich.
  • Externes Wachstum im größeren Stil ist für die positive Weiterentwicklung der Geschäftsbereiche nicht zwingend erforderlich, jedoch für den Geschäftsbereich Technologie vor allem zur Programm-/ Technologieergänzung durchaus wünschenswert

Effizienzprogramme – Wettbewerbsfähigkeit stabilisieren

Die konsequente, fortlaufende Verbesserung unserer Strukturen und Prozesse setzen wir mit neuen Impulsen im Zuge des Optimierungsprogramms „FitStructure 2.0“ fort, das in Summe etwa 700 Maßnahmen umfasst. Nach vollständiger Umsetzung wollen wir über 240 Mio. € p.a. Ergebnisverbesserungspotential generieren – bis dahin kommen etwa 60 Mio. € jedes Jahr hinzu. Bis zum Jahresende 2019 wurden aus dem 2016 abgeschlossenen umfangreichen Restrukturierungsprogramm „Salzgitter AG 2015“ sowie dem Folgeprogramm „FitStructure“ bereits rund 650 Mio. € p.a. Verbesserungsvolumen realisiert.

Entwicklung Geschäftsbereiche – Potentiale ausbauen

Die Weiterentwicklung der Geschäftsbereiche ist vor allem auf organisches Wachstum ausgerichtet. Unterstützt von Investitionsmaßnahmen sowie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben liegt der Fokus auf den Wachstumsbereichen, die wir im Rahmen der Konzernstrategie „Salzgitter AG 2021“ in allen Geschäftssegmenten identifiziert und konkret benannt haben.

Strategische Ausrichtung nach Geschäftsbereichen:

Der Geschäftsbereich Flachstahl produziert, verarbeitet und vertreibt Flachstahl in verschiedensten metallurgischen Analysen und Dimensionen. Zu den wichtigsten Abnehmern zählen Fahrzeughersteller sowie deren Zulieferer, Röhren- / Großrohrhersteller, Kaltwalzer und die Bauindustrie. Die Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) konzentriert sich auf Qualitäts- sowie Spezialstähle und strebt die Innovationsführerschaft in ihren Zielprodukt­segmenten an, vor allem in den Bereichen „Automobil Fahrwerk“ und „-Karosserie“ sowie „Kaltwalzer“ und „Hausgeräte“. Zur weiteren Optimierung des hochwertigen Produktportfolios dienen Investitionen, die das Premiumsegment für Automobilkunden stärken. Hierzu zählt das Projekt „Feuerverzinkung 3“, welches die bereits vorhandenen Feuerverzinkungskapazitäten um 500 Tt Jahreskapazität erweitert und damit Wachstum im Segment Spezialstähle ermöglicht. Der Betriebsstart der Anlage Ende 2022 versetzt uns in die Lage, zusätzliches Volumen höchstfester Stahlgüten für Anwendungen in Karosserie und Fahrwerk zu produzieren, die eine wichtige Rolle für den automobilen Leichtbau und bei der Fahrzeugsicherheit spielen. Die Konfiguration der Gesamtanlage bietet zugleich die baulichen und technischen Voraussetzungen dafür, weitere innovative Werkstoffkonzepte zu realisieren. Über das im Geschäftsbereich Flachstahl angegliederte Stahl-Service-Center bedienen wir die Anarbeitungsbedarfe unserer Kunden. Die beiden weiterverarbeitenden Gesellschaften verlängern die Wertschöpfungskette innerhalb des Geschäftsbereiches durch die Herstellung kundenspezifischer Produkte für die Automobil- und Baubranche.

Der Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl vereint drei traditionsreiche und innovative Hersteller hochqualitativer Stahlprodukte vor allem für die Bauindustrie und Infrastrukturkunden. Für die Grobblechgesellschaften sind neben dem Energiesektor, die Bereiche „Yellow Goods“ und „Offshore“ sowie der Tank- und Anlagenbau wichtige Anwendungsfelder mit Wachstumspotential speziell im hochwertigen Gütensegment. Die 2017 in Betrieb genommene RH-Anlage am Standort der SZFG zur Versorgung der Ilsenburger Grobblech GmbH (ILG) mit vakuumbehandeltem Vormaterial dient der Herstellung höherwertiger Güten zur Positionierung des Unternehmens als Komplettanbieter von Grobblechanwendungen. Hierzu trägt auch die aktuelle Investition in eine energieeffiziente Wärmebehandlungslinie der ILG bei. Mit ihrem 5,1 Meter breiten Quarto-Walzgerüst ist die Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH Spezialist für Großrohrgüten. Vorrangiges Ziel ist die Anpassung der Strukturen an die hohe Volatilität des Geschäfts und die Marktgegebenheiten. Nach dem erfolgreich durchgeführten umfangreichen Restrukturierungsprogramm, stehen beim Peiner Träger­produzenten zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit weiterhin konsequentes Kostenmanagement und Effizienzsteigerung im Vordergrund.

Die Röhrenaktivitäten des Salzgitter-Konzerns sind im Geschäftsbereich Mannesmann gebündelt. Ein wesent­licher Teil ist auf Infrastrukturprojekte der Energiewirtschaft ausgerichtet. Das Portfolio wird durch führende Anbieter für Präzisionsstahlrohre im Automobilbau und bei Industrieanwendungen sowie Edelstahl- und Nickelbasisrohre ergänzt. Die Gesellschaften im Segment große und mittlere Leitungsrohre begegnen den An­for­derungen des volatilen Projektgeschäftes, indem sie die Flexibilität der Produktion und Ressourcen erhöhen und die Marktbearbeitung optimieren. Das EU-Geschäft des Präzisrohrbereiches ist vorrangig auf die qualitative Weiterentwicklung des Produktportfolios ausgerichtet. Im Rahmen der auf Wachstumsmärkte wie Nordamerika abzielenden Internationalisierungsstrategie wurde der mexikanische Produktionsstandort ausgebaut. Das Edelstahlrohrsegment mit seinen Standorten in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA kräftigt seine Marktposition mit der Erweiterung des Produktangebotes beispielsweise durch die 2018 erfolgte Akquisition eines französischen Spezialanbieters kaltgefertigter nahtloser Edelstahlrohre im Premiumsegment für die Bereiche Luftfahrt, Kraftwerke sowie Öl und Gas. Unsere 50 %-Beteiligung EUROPIPE will mit ihren Produktions­stätten in Deutschland und den USA die führende Rolle als Hersteller von Großrohren weiter stärken.

Das weltweite Netzwerk des Geschäftsbereiches Handel verbindet unsere Produktionsgesellschaften mit den Absatz- und Beschaffungsmärkten. Der Handelsbereich ist mit seiner gut ausgebauten europäischen Organisation lagerhaltender Stahlhandelsniederlassungen – darunter auch Grobblechspezialisten – und dem inter­nationalen Trading ein wesentlicher Vertriebsarm für die konzerneigenen Walzstahl- und Rohrprodukte. Die Salzgitter Mannesmann Handel-Gruppe unterstützt zudem die Konzerngesellschaften bei der Akquise von Projektgeschäften und Vormaterialien. Mit Einführung der digitalen Vermarktungsplattform „e-World“ im Jahr 2016 ist der Geschäftsbereich Handel einer der Vorreiter des internetbasierten Stahlhandels und legt auch künftig einen Entwicklungsschwerpunkt auf die Digitalisierung des Kundengeschäftes. Weitere Wachstumschancen sehen wir im Ausbau der Osteuropaaktivitäten und der Anarbeitungskapazitäten.

Im Geschäftsbereich Technologie sind drei renommierte Hersteller von Spezialmaschinen zusammengefasst. Die KHS-Gruppe, als größte Einheit des Geschäftsbereiches, zählt zu den drei weltweit führenden Anbietern von Abfüll- und Verpackungsanlagen für die Getränkeindustrie. Sie verfügt über Produktionsstätten in allen Hauptmärkten sowie über ein globales, kundennahes Service- und Vertriebsnetzwerk. Bei der KHS-Gruppe wurde Anfang 2018 das umfassende Effizienz- und Wachstumsprogramm „KHS Future“ unter Fortführung der bisherigen Maßnahmen gestartet. Schwerpunkte liegen auf Kostensenkungen, der Ausweitung des Service­geschäfts sowie Wachstum in Auslandmärkten. Die Klöckner Desma Elastomertechnik GmbH wie auch die Klöckner Desma Schuhmaschinen GmbH (KDS) sind Weltmarktführer in ihren jeweiligen Wachstumsmärkten. Beide Unternehmen zielen auf organisches Umsatzwachstum mittels innovativer Produkte und den Ausbau des Servicegeschäftes ab. Bei der KDS wird im Rahmen der Investition „Fabrik der Zukunft“ auf dem eigenen Betriebsgelände ein nach modernsten Workflow-Prinzipien konzipiertes Produktions- und Bürogebäude errichtet, das die Produktionsabläufe optimiert und somit effektivere und produktivere Prozesse ermöglicht.

Innovationen – neue Chancen eröffnen

Grundsätzlich gehen Forschung und Entwicklung (FuE) des Salzgitter-Konzerns über die klassische Weiterentwicklung bestehender Produkte und Verfahren hinaus. Innovationen sind das Ergebnis systematisch gesteuerter Prozesse. Diese reichen von der Trendanalyse klar definierter Produkt- und Technologiefelder über die Ideenfindung und deren Bewertung anhand ihrer strategischen und wirtschaftlichen Bedeutung, die Patentanalyse und die eigentliche FuE bis hin zur Umsetzung der Resultate in der Produktion. Im Fokus aller Aktivitäten steht der Kundennutzen.

Ein wesentlicher Eckpunkt unserer Innovationsaktivitäten ist die Verringerung der in der integrierten Stahl­erzeugung am Standort Salzgitter anfallenden CO2-Emissionen. Wir verfolgen hierzu in Zusammenarbeit mit Fraunhofer Instituten und weiteren Partnern das Projekt SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking). Der technische Ansatz von SALCOS® ist die direkte Vermeidung von CO2-Emissionen im Herstellungsprozess selbst, indem der bisher in der Stahlerzeugung auf Basis von Eisenerz notwendige Kohlenstoff schrittweise durch Wasserstoff ersetzt wird. Ein Alleinstellungsmerkmal von SALCOS® ist, dass es auf der innovativen Kombination von heute verfügbaren und industriell etablierten Technologien basiert und daher – technisch gesehen – zügig umgesetzt werden kann, sobald die für einen nachhaltigen Betrieb notwendigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Politik und Gesellschaft geschaffen wurden. In der ersten Ausbaustufe (technisch umsetzbar bis 2025) könnte SALCOS® die CO2-Emissionen der Stahlerzeugung am Standort Salzgitter um rund ein Viertel und im finalen Umsetzungsstand (perspektivisch im Jahr 2050) um bis zu 95 % reduzieren

Leitbild – Motivation und Qualifikation

Die langfristige Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Salzgitter-Konzerns hängt besonders von motivierten und qualifizierten Mitarbeitern ab. Deshalb hat es für uns einen hohen strategischen Stellenwert, zukunftsorientiert auszubilden, die Belegschaft systematisch zu fördern und hoch qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Unser Leitbild „YOUNITED – Gemeinsam mehr erreichen“ spiegelt die konzernweite Identität wider und stärkt so die langfristige Ausrichtung des Konzerns. Aufbauend auf den „Werten des Jahres“ die von 2014 bis 2019 jeweils einen Leitbild-Wert in den Fokus rückten, startete 2019 die Initiative „YOUNITED 2.0“ mit dem Themenschwerpunkt Qualität.


Stand: 31.12.2019

Quartalsmitteilung 3 Monate 2020

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Bild zum Geschäftsbericht 2019

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