Bericht des Aufsichtsrates

Das Geschäftsjahr 2025 war weiterhin von geopolitischen Spannungen und wirtschaftspolitischer Unsicherheit geprägt. Das schwache Wachstum in unserem Heimatmarkt spiegelte die hohen, international nicht wettbewerbsfähigen Energiepreise und die Auswirkungen der US-Handelspolitik wider, die das wirtschaftliche Umfeld zusätzlich erheblich belasteten. Insbesondere der Stahlsektor verzeichnete infolge der protektionistischen Maßnahmen der USA einen erhöhten Wettbewerbsdruck. Aus den konjunkturpolitischen Programmen der Bundesregierung und den geplanten EU-Schutzmaßnahmen ergaben sich im Berichtsjahr noch keine nennenswerten positiven Effekte.
Nachdem der Salzgitter-Konzern im ersten Quartal mit einem leicht positiven Vorsteuerergebnis in das Geschäftsjahr 2025 gestartet war, beeinträchtigten die politischen Rahmenbedingungen und die anhaltende konjunkturelle Schwäche im weiteren Jahresverlauf insbesondere den Geschäftsverlauf der Segmente Stahlerzeugung und Stahlverarbeitung. In diesem schwierigen Umfeld leitete der Geschäftsbereich Handel im zweiten Quartal dank Kostenanpassungen und Restrukturierungsmaßnahmen den Turnaround ein und stabilisierte ihn in der zweiten Jahreshälfte. Positive Ergebnisbeiträge resultierten erneut aus der starken Performance des Geschäftsbereiches Technologie und der Beteiligung an der Aurubis AG. Unser diversifiziertes Geschäftsmodell beweist damit abermals seine Wirksamkeit. Mit unserem Ergebnisverbesserungsprogramm P28 begegnen wir den herausfordernden Marktbedingungen. Im Geschäftsjahr 2025 wurden aus dem Programm 129 Mio. € Ergebnisbeitrag erzielt, davon 110 Mio. € nachhaltig, und damit der Zielwert von 97 Mio. € deutlich übertroffen. Insgesamt verzeichnete der Salzgitter-Konzern im Berichtszeitraum – 28 Mio. € Ergebnis vor Steuern, das einen Bewertungseffekt aus der im Oktober 2025 begebenen Umtauschanleihe mit Tauschrecht in Aktien der Aurubis AG in Höhe von – 30 Mio. € beinhaltet.
Ende des Geschäftsjahres 2024 wurde die Salzgitter AG durch ihre Aktionärin GP Günter Papenburg AG darüber informiert, dass sie erwäge, zusammen mit der TSR Recycling GmbH & Co. KG, den Aktionären der Gesellschaft ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb ihrer Aktien zu unterbreiten. Daraufhin hatte der Vorstand Gespräche mit den potenziellen Bietern aufgenommen, um zu verstehen, welche wirtschaftliche Rationale hinter diesem möglichen Angebot steht. Im April 2025 hat der Vorstand die Gespräche aufgrund signifikant unterschiedlicher Vorstellungen des Vorstandes und Aufsichtsrates einerseits und des potenziellen Bieterkonsortiums andererseits über den aktuellen und zukünftigen Wert der Salzgitter AG beendet.
Die Überwachung und Beratung des Vorstandes bei der Führung der Geschäfte
Der Aufsichtsrat ließ sich im Geschäftsjahr 2025 kontinuierlich über die Lage des Konzerns und den Geschäftsverlauf berichten. In quartalsweisen schriftlichen Berichten informierte der Vorstand den Aufsichtsrat ausführlich über die Ertragslage und die aktuelle Finanz- und Vermögenslage des Konzerns sowie über die Entwicklung auf den relevanten Märkten, den Geschäftsverlauf und die Investitionen in den einzelnen Geschäftsbereichen. Die Berichte enthielten ebenso Angaben über die Entwicklungen und Aktivitäten im Bereich Personal wie detaillierte Einschätzungen zu den Chancen und Risiken im weiteren Jahresverlauf. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat in vier seiner fünf Sitzungen mündlich eingehend über die jeweils aktuelle Lage des Konzerns und der bedeutenden Konzerngesellschaften sowie über gewichtige Geschäftsvorfälle und relevante Veränderungen unterrichten lassen. Der Geschäftsverlauf im Vergleich zur Unternehmensplanung wurde uns dargelegt. Abweichungen des Verlaufs von der Planung wurden uns im Einzelnen erläutert sowie von uns hinterfragt und diskutiert. Kompensierende Möglichkeiten wurden erörtert. Gegenstand der Sitzungen war zudem der Stand der Umsetzung des konzernweiten Performanceprogramms P28. Besondere Aufmerksamkeit widmete der Aufsichtsrat der langfristigen Unternehmensplanung sowie dem Stand des Programms SALCOS®. Anhand eines vom Vorstand regelmäßig dem Aufsichtsrat vorgelegten „Dashboards“ konnte der Aufsichtsrat zeitnah den Fortschritt des Programms SALCOS® verfolgen und – wenn erforderlich – kurzfristig in klärende Gespräche mit dem Vorstand einsteigen. Geschäftsvorgängen, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedurften, stimmte der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zu. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, beziehungsweise nach Ausscheiden von Herrn Wente sein Stellvertreter, ließ sich darüber hinaus auch außerhalb der Sitzungen regelmäßig vom Vorsitzenden des Vorstandes über aktuelle Themen informieren.
Im Berichtsjahr trat der Aufsichtsrat in den Monaten März, Mai, September und Dezember jeweils zu einer ordentlichen Sitzung sowie im Juli zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Die Teilnahmequote bei den Sitzungen, die ausnahmslos als Präsenzsitzungen, gegebenenfalls unter Zuschaltung einzelner Mitglieder, abgehalten wurden, betrug insgesamt 97 %. Der Aufsichtsrat tagte überwiegend in Anwesenheit des Vorstandes, beriet sich aber regelmäßig zu Themen wie der Vorstandsvergütung und den wesentlichen Ergebnissen der Prüfung des Jahresabschlusses ohne Anwesenheit von Vorstandsmitgliedern. Regelmäßige Vorbesprechungen, die – zeitweise mit und zeitweise ohne Anwesenheit des Vorstandes – getrennt nach Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern stattfanden, dienten der Vorberatung der aktuellen Lage und anstehender Entscheidungen.
Mit einer zwei Mitglieder des Aufsichtsrates betreffenden Ausnahme zeigten weder Aufsichtsrats noch Vorstandsmitglieder dem Aufsichtsrat im Berichtsjahr Interessenkonflikte an. Lediglich die Aufsichtsratsmitglieder Frau Hardekopf und Herr Papenburg hatten im Dezember 2024 angezeigt, dass sie einem Interessenkonflikt unterliegen können, soweit der Aufsichtsrat sich mit dem möglichen freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot an die Aktionäre der Gesellschaft durch die GP Günter Papenburg Aktiengesellschaft und die TSR Recycling GmbH & Co. KG befasst. Diesem Interessenkonflikt wurde in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 dadurch begegnet, dass die genannten Aufsichtsratsmitglieder an Ausschusssitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrates im Zusammenhang mit dem möglichen Übernahmeangebot nicht teilnahmen.
Das im Geschäftsjahr neu in den Aufsichtsrat eingetretene Mitglied Herr Dahmen wurde nach der Mandatsübernahme – wie bei allen neuen Aufsichtsratsmitgliedern üblich – durch ein Onboarding- Programm in Form von detaillierten Informationen über den Konzern und seine verschiedenen Geschäftsaktivitäten sowie ein umfangreiches Handbuch mit weiteren für die Aufsichtsratstätigkeit relevanten Informationen unterstützt.
Die Beratungsschwerpunkte im Aufsichtsrat
In seiner Sitzung am 20. März 2025 beschäftigte sich der Aufsichtsrat – wie in den März-Sitzungen üblich – vorrangig mit dem vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 sowie dem zusammengefassten Lagebericht für die Aktiengesellschaft und den Konzern über das Geschäftsjahr 2024. Die Vertreter des von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfers, der EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, erläuterten die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung. Sie gingen dabei auch auf die Fragen der Aufsichtsratsmitglieder ein. Nach eingehender Prüfung der Abschlussunterlagen mithilfe des Berichts des Abschlussprüfers billigte der Aufsichtsrat den Jahres- und den Konzernabschluss.
Mit Blick auf das System zur variablen Vergütung der Mitglieder des Vorstandes stellte der Aufsichtsrat für den Performance Cash Award 2021 und den Jahresbonus 2024 anhand der festgelegten Leistungskriterien den Grad der Erreichung der vorgegebenen Ziele fest. Weiterhin verabschiedete er seinen Bericht an die Hauptversammlung, den Vergütungsbericht und die Beschlussvorschläge zu den einzelnen Tagesordnungspunkten der Hauptversammlung 2025. Darüber hinaus setzte sich der Aufsichtsrat mit dem nichtfinanziellen Bericht 2024 auseinander und stimmte nach eigener Prüfung dem Ergebnis der Prüfung des Berichts durch den Abschlussprüfer zu. Zudem stimmte er unter anderem zwecks Neuzuordnung der Verantwortung für den Datenschutz einer Anpassung des Geschäftsverteilungsplans für den Vorstand zu. Schließlich ließ er sich über das strategische IT-Zielbild des Konzerns für das Jahr 2028 informieren.
In seiner Sitzung am 21. Mai 2025 verabschiedete der Aufsichtsrat unter anderem turnusmäßig die Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand bis Mai 2030 und ließ sich vom Vorstand schriftlich und mündlich ausführlich über das Compliance-Management-System des Konzerns und untersuchte Compliance-Vorgänge berichten.
Am 4. Juli 2025 fand eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates statt, die schwerpunktmäßig der Diskussion der Ergebnisse einer mit externer Unterstützung durchgeführten Selbstbeurteilung und Effizienzprüfung seiner Arbeit diente. Darüber hinaus stimmte der Aufsichtsrat der Veräußerung der DESMA Schuhmaschinen GmbH zu. Schließlich erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Wente im Rahmen dieser Sitzung die Niederlegung seines Amtes als Mitglied des Aufsichtsrates mit Wirkung zum Ablauf des 4. Oktober 2025. In diesem Zusammenhang berief der Aufsichtsrat Herrn Wente auf seine Anregung aus dem Nominierungsausschuss ab und wählte Frau Brouzi zum neuen Mitglied des Ausschusses.
Am 18. September 2025 beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der jüngsten Geschäftsentwicklung und informierte sich über den aktuellen Stand des Programms SALCOS®. Diesbezüglich erweiterte er seine Zustimmung zur Investition in die erste Ausbaustufe. Des Weiteren ließ er sich über den Stand der Überlegungen zur zukünftigen Allokation von Rohstahlkapazitäten innerhalb des Konzerns informieren und stimmte der Begebung einer Umtauschanleihe auf Aktien der Aurubis AG im Volumen von bis zu 500 Mio. € zu. Schließlich erklärte Herr Dr. Drouven im Rahmen dieser Sitzung die Niederlegung seines Amtes als Mitglied des Aufsichtsrates mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2025.
In seiner Sitzung am 4. Dezember 2025 diskutierte der Aufsichtsrat mit dem Vorstand eingehend die von diesem aufgestellte und vorgelegte Unternehmensplanung für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028. Außerdem ließ er sich über den aktuellen Stand des Programms SALCOS® berichten. Weitere Gegenstände der Beratungen in dieser Sitzung waren die für die variable Vorstandsvergütung 2026 anstehende Festlegung der qualitativen Kriterien zur Bewertung der individuellen Leistung der Vorstandsmitglieder sowie der Stakeholder-Ziele für die Performance-Periode von 2026 bis 2029. Der Aufsichtsrat befasste sich zudem mit der Nachfolge im Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden, den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex für die Abgabe der Entsprechenserklärung 2025 sowie strategischen Optionen für die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH. Schließlich löste der Aufsichtsrat den vorübergehend eingerichteten Übernahmeausschuss auf und wählte Herrn Dahmen mit Wirkung zum 1. Januar 2026 zum Mitglied des Strategie- und Nachhaltigkeitsausschusses.
Die Arbeit der Ausschüsse
Zur Vorbereitung seiner Beratungen und Entscheidungen hat der Aufsichtsrat ein Präsidium, einen Prüfungs-, einen Strategie- und Nachhaltigkeits-, einen Nominierungs- und einen mittlerweile aufgelösten Übernahmeausschuss gebildet.
Das Präsidium trat 2025 siebenmal in Präsenz und einmal per Webkonferenz zusammen. Dabei beschäftigte es sich insbesondere mit der Geschäftsentwicklung. Weiterhin befasste sich das Präsidium mit Maßnahmen zur Stabilisierung des operativen Ergebnisses 2025, den mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven, der Portfolio-Optimierung, der langfristigen Finanzierung des Unternehmens, dem Status von SALCOS®, einer möglichen Anpassung des Steuerungsmodells für den Konzern, den Bestandteilen der variablen Vorstandsvergütung, der Unternehmensplanung, der Selbstbeurteilung des Aufsichtsrates, dem möglichen Übernahmeangebot an die Aktionäre der Gesellschaft, der künftigen Besetzung des Aufsichtsrates, der Begebung einer Umtauschanleihe, den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie der aktuellen Lage und den Zukunftsaussichten der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH.
Die Mitglieder des Prüfungsausschusses kamen im Berichtszeitraum zu sechs Sitzungen zusammen, von denen zwei als Webkonferenz, alle übrigen in Präsenz abgehalten wurden. Im März bereiteten sie – wie üblich – die Prüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2024 durch das Aufsichtsratsplenum in Anwesenheit von Vertretern des Abschlussprüfers vor, insbesondere durch eingehende Befassung mit den jeweiligen Prüfungsberichten und dem mündlichen Bericht der Vertreter des Abschlussprüfers über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung. Zu diesem Zweck tagte der Prüfungsausschuss zweimal: am 10. März ausschließlich mit Vertretern des Abschlussprüfers und am 18. März noch einmal mit diesen und dem Vorstand. Der Prüfungsausschuss sah im Rahmen seiner Prüfung keinen Anlass für Beanstandungen und empfahl dem Plenum, die Abschlüsse zu billigen.
In gleicher Weise prüften die Mitglieder des Prüfungsausschusses vorbereitend den nichtfinanziellen Bericht 2024 und diskutierten die Ergebnisse der Prüfung des Vergütungsberichts. Zudem befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und des Prüfers der Nachhaltigkeitsberichterstattung, insbesondere mit seinen Nichtprüfungsleistungen, und der Qualität der Abschlussprüfung. Beratungsschwerpunkte der weiteren Sitzungen des Prüfungsausschusses waren die IT-Sicherheit und die IT-Strukturen, die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des (rechnungslegungs- und nicht-rechnungslegungsbezogenen) internen Kontrollsystems und Risikomanagementsystems sowie des internen Revisionssystems und die Begebung einer Umtauschanleihe. Zudem ließ sich der Prüfungsausschuss eingehend über das Compliance-Management-System des Konzerns und die Compliance-Maßnahmen (einschließlich Datenschutz-Compliance) sowie den Stand der Nutzung der Finanzierungsinstrumente des Unternehmens informieren. Darüber hinaus befasste sich der Prüfungsausschuss mit der Vorbereitung des Vorschlags des Aufsichtsrates zur Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2025 durch die Hauptversammlung, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer und der Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer (einschließlich der Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung) sowie mit dem Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die quartalsweise Finanzberichterstattung des Konzerns wurde vor ihrer Veröffentlichung mit dem Vorstand ausführlich erörtert. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses stand auch außerhalb der Sitzungen in regelmäßigem Dialog mit dem Abschlussprüfer.
Im März 2026 empfahl der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsratsplenum nach eingehender Vorprüfung des Jahres- und des Konzernabschlusses 2025, die Abschlüsse zu billigen. Seine Vorprüfung der Nachhaltigkeitserklärung 2025 führte ebenfalls zu keinen Beanstandungen.
Der Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss tagte im Jahr 2025 dreimal in Präsenz. Themen waren unter anderem die Schrott- und die Schlackestrategie, das Programm SALCOS®, die finanziellen Rahmenbedingungen und die Liquiditätsplanung des Konzerns, die Performance und Restrukturierungsinitiativen, das aktive Portfoliomanagement, strategische Optionen für die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH sowie die Pflichten des Aufsichtsrates im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsfragen.
Der Nominierungsausschuss tagte im Jahr 2025 zwölfmal, um in einem strukturierten Such- und Auswahlprozess mit Unterstützung eines externen Beraters einen Nachfolger für Herrn Wente als Mitglied und Vorsitzenden des Aufsichtsrates sowie für Herrn Dr. Drouven als Mitglied des Aufsichtsrates zu bestimmen.
Der durch den Aufsichtsrat am 4. Dezember 2025 aufgelöste Übernahmeausschuss tagte im Jahr 2025 zehnmal, jeweils in Form einer Webkonferenz. Dabei befasste er sich mit einem möglichen freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot zum Erwerb der Aktien der Gesellschaft durch die GP Günter Papenburg Aktiengesellschaft und die TSR Recycling GmbH & Co. KG, insbesondere mit der Bewertung der indikativen Angebotspreise sowie den Implikationen einer möglichen Übernahme für das Unternehmen und seine Stakeholder und dem jeweiligen Status der Aktivitäten.
Befassung mit Nachhaltigkeitsthemen
Ein wiederkehrendes, zentrales Thema der Arbeit des Aufsichtsrates ist die Befassung mit Nachhaltigkeitsfragen. Der Vorstand berichtet in jeder ordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates über allgemein bedeutsame Entwicklungen und Fortschritte des Salzgitter-Konzerns im Bereich Nachhaltigkeit. Im Zentrum steht bei diesen Nachhaltigkeitsfragen das Programm SALCOS®, das auf eine nahezu klimaneutrale Stahlproduktion des Unternehmens ausgerichtet ist. Es ist ebenfalls fester Tagesordnungspunkt jeder ordentlichen Sitzung des Aufsichtsrates, einschließlich entsprechender Vorbesprechungen im Präsidium, war aber auch Gegenstand einer Sitzung des Strategie- und Nachhaltigkeitsausschusses. Über die Beratungen in den Ausschüssen wurde in der jeweils folgenden Plenumssitzung berichtet. An den Plenumssitzungen im Mai, September und Dezember nahm auch die Leiterin des Geschäftsbereiches Stahlerzeugung teil, die als Geschäftsführerin der Salzgitter Flachstahl GmbH das Programm mitverantwortet.
Bei der Festsetzung der variablen Vergütung der Vorstandsmitglieder hat der Aufsichtsrat darüber hinaus als nichtfinanzielle Ziele im Jahr 2024 für das Jahr 2025 überwiegend und im Jahr 2025 für das Jahr 2026 ausschließlich solche mit den Vorstandsmitgliedern vereinbart, die dem Bereich Nachhaltigkeit zuzuordnen sind (Reduzierung des Unfallgeschehens, Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen, Etablierung regelmäßiger und strukturierter Mitarbeitergespräche, Entwicklung und Implementierung eines Ideenmanagementsystems).
Das Compliance-Management-System und untersuchte Compliance-Vorgänge sind regelmäßiger Gegenstand der der Hauptversammlung vorangehenden Sitzung des Aufsichtsratsplenums, die durch eine entsprechende vertiefte Befassung des Prüfungsausschusses mit diesem Thema vorbereitet wird. Die Berichterstattung im Plenum erfolgt durch den Leiter der Konzernrechtsabteilung, im Prüfungsausschuss durch den Leiter Compliance-Management des Konzerns.
Besondere Expertise im Bereich der Nachhaltigkeit ist im Prüfungsausschuss in Person von Herrn Prof. Schindler, der sich im Rahmen seiner langjährigen Aufsichtsratstätigkeit intensiv mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung und ihrer Prüfung beschäftigt hat, und Frau Hardekopf, die seit vielen Jahren als Geschäftsführerin beziehungsweise Mitglied des Vorstandes das Finanzressort und damit auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung des von ihr geführten Unternehmens verantwortet, vorhanden. Die Einrichtung eines gesonderten Nachhaltigkeitsausschusses ausschließlich für diese Gegenstände sieht der Aufsichtsrat zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht als angezeigt an, zumal Nachhaltigkeitsaspekte zum Kern der Strategie „Salzgitter AG 2030“ gehören und daher im Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss am sinnvollsten behandelt werden. Außerdem werden neben der regelmäßigen Befassung des Aufsichtsratsplenums mit Nachhaltigkeitsthemen diese auch in den weiteren Ausschüssen mit ihrer jeweiligen unterschiedlichen Schwerpunktsetzung behandelt.
Innerhalb des Vorstandes ist das Thema Nachhaltigkeit schwerpunktmäßig im Ressort des Vorstandsvorsitzenden verortet, wobei Arbeitnehmerbelange in die Zuständigkeit des Personalvorstandes fallen.
Die Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung
In seiner Sitzung am 19. März 2026 beschäftigte sich der Aufsichtsrat intensiv mit dem Jahresabschluss der Salzgitter AG und dem Konzernabschluss jeweils zum 31. Dezember 2025 sowie dem zusammengefassten Lagebericht der Aktiengesellschaft und des Konzerns über das Geschäftsjahr 2025. Zuvor hatte der von der Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer, die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, beide Abschlüsse sowie den Konzernlagebericht geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Er testierte die Übereinstimmung der Bilanzierung, Bewertung und Konsolidierung im Konzernabschluss mit den in der EU anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS). Des Weiteren wurde bestätigt, dass der Konzernlagebericht ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns gibt. Außerdem bestätigte der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Beurteilung des Risikofrüherkennungssystems, dass der Vorstand die nach dem Aktiengesetz geforderten Maßnahmen getroffen hat, um Risiken frühzeitig zu erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
Der Jahresabschluss der Salzgitter AG, der Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns, der Vorschlag des Vorstandes für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben dem Aufsichtsrat zur Prüfung vorgelegen. An der Beratung des Jahres- und des Konzernabschlusses nahmen Vertreter des Abschlussprüfers teil und erläuterten die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung.
Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des zusammengefassten Lageberichts erhob der Aufsichtsrat keine Einwendungen. Er stimmte dem Ergebnis der Prüfung seitens des Abschlussprüfers zu und billigte den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstandes bezüglich der Verwendung des Bilanzgewinns schlossen wir uns nach Diskussion an.
Die Nachhaltigkeitserklärung
Gegenstand der Aufsichtsratssitzung am 19. März 2026 war außerdem die Nachhaltigkeitserklärung 2025. Vor der Sitzung des Aufsichtsrates hatte die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, diese im Auftrag des Aufsichtsrates einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen (Prüfvermerk). Der Prüfer bestätigte, dass ihm keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die ihn zu der Auffassung gelangen lassen, dass die Erklärung nicht in allen wesentlichen Belangen in Übereinstimmung mit den §§ 315b und 315c HGB und den Anforderungen nach Artikel 8 der Verordnung (EU) 2020/852 aufgestellt worden ist.
Nach eigener Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat diesem Ergebnis der Prüfung durch die EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft an.
Die Veränderungen im Aufsichtsrat
Im Geschäftsjahr 2025 gab es folgende Veränderungen in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates:
- Herr Heinz-Gerhard Wente, Vertreter der Anteilseigner, schied mit Ablauf des 4. Oktober 2025 durch Niederlegungserklärung aus dem Aufsichtsrat aus. Bis zum 19. März 2026 nahm daraufhin Herr Prof. Dr. Hans-Jürgen Urban als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates vorübergehend die Aufgaben des Aufsichtsratsvorsitzenden wahr.
- Als Nachfolger von Herrn Wente als Mitglied des Aufsichtsrates wurde mit Wirkung zum 10. Oktober 2025 bis zur Beendigung der nächsten Hauptversammlung Herr Burkhard Dahmen gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrates bestellt.
- Herr Dr. Bernd Drouven, Vertreter der Anteilseigner, schied zunächst mit Ablauf des 31. Dezember 2025 durch Niederlegungserklärung aus dem Aufsichtsrat aus. Da sich der Prozess der Suche nach einem neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates über einen längeren Zeitraum erstreckte als zunächst geplant, wurde Herr Dr. Drouven jedoch mit Wirkung zum 8. Januar 2026 bis zur Beendigung der nächsten Hauptversammlung gerichtlich erneut zum Mitglied des Aufsichtsrates bestellt.
- Aufgrund Niederlegungserklärung vom 15. Dezember 2025 wird Herr Konrad Ackermann zum 31. März 2026 aus dem Aufsichtsrat ausscheiden.
- Am 19. März 2026 wählte der Aufsichtsrat Frau Ulrike Brouzi zur neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates.
Wie bereits dargestellt, ersetzte Frau Brouzi Herrn Wente am 4. Juli 2025 als Mitglied des Nominierungsausschusses. Mit seinem Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat verließ Herr Wente zugleich das Präsidium, den Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss und den Übernahmeausschuss. Ebenso schied Herr Dr. Drouven mit Ablauf des 31. Dezember 2025 aus dem Strategie- und Nachhaltigkeitsausschuss aus. Wie bereits dargestellt, folgte ihm in dieser Funktion Herr Dahmen nach. Am 3. Februar 2026 wurde Frau Brouzi zum Mitglied des Strategie- und Nachhaltigkeitsausschusses gewählt. Am 19. März 2026 wählte der Aufsichtsrat Frau Brouzi zum Mitglied und zur Vorsitzenden des Präsidiums.
Die Veränderungen im Vorstand
Seit dem 1. Januar 2025 verantwortet Frau Birgit Dietze das Personalressort im Vorstand. Weitere Veränderungen im Vorstand gab es im Geschäftsjahr 2025 nicht.
Dank des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat dankt Herrn Wente für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit zum Wohle des Unternehmens. Wir danken dem Vorstand sowie allen Mitarbeitenden des Konzerns für die geleistete Arbeit und ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2025.


















